Amazon sucht deutschlandweit regional nach 14.000 saisonalen Arbeitskräften

Amazon möchte in ganz Deutschland für das kommende Weihnachtsgeschäft insgesamt 14.000 saisonale Arbeitskräfte regional einstellen. Auf Leiharbeiter soll damit anscheinend ganz verzichtet werden. Damit reagiert der Konzern wohl auf die zahlreichen Negativschlagzeilen bezüglich seiner Personalpolitik.

Heiner Reimann, Gewerkschaftssekretär von ver.di und Berater des Betriebsrates von Amazon im hessischen Bad Hersfeld: „Das jetzige Vorgehen von Amazon ist ganz klar die Reaktion auf diese Probleme.“ Das Unternehmen wolle so eine wiederholte negative Berichterstattung vermeiden.

Ein Unternehmens-Sprecher bestätigte gegenüber der Frankfurter Rundschau: „Amazon stellt in diesem Jahr saisonale Mitarbeiter nur auf regionaler Ebene ein, sodass keine externe Unterbringung notwendig ist.“

Anstatt auf Leiharbeiter zu setzen, die deutlich preiswerter eingestellt werden könnten, sollen die Saisonarbeiter „dieselben Anfangslöhne wie auch die unbefristet Beschäftigten“ bekommen, hebt  Amazon hervor. Aktuell seien das mindestens 9,55 Euro pro Stunde plus Boni im ersten Beschäftigungsjahr.

Heiner Reimann, bezweifelt jedoch, dass die neue Geschäfts-Strategie des Unternehmens funktioniert. Amazon werde dem größten Anschein nach den Bedarf durch regionale Rekrutierung, wie zum Beispiel in Bad Hersfeld, nicht decken können. Ein Grund hierfür sei, dass immer weniger Peronen bereit wären, sich wegen fehlender Aussicht auf eine Festanstellung, der hohen Belastung des Weihnachtsgeschäfts auszusetzen, zumal dabei das eigene Weihnachtsfest hinten runter falle.

Amazon betont in dem Schreiben an die Frankfurter Rundschau, dass die regionale Rekrutierung die Möglichkeit biete, „potentielle neue Mitarbeiter kennenzulernen“. Zudem habe man „in den letzten zwölf Monaten 3.000 dauerhafte Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen“. Diese Zahl erscheint jedoch im Hinblick auf die Eröffnung des neuen Logistikzentrums in Brieselang und der damit nun 9 deutschen Amazon-Verteilzentren nicht wirklich hoch.

Laut Reimann hat ver.di schon erfahren, dass Amazon mit seinem sogenannten „High-Volume-Hiring“ für das Weihnachtsgeschäft 2013 schon nicht mehr im Zeitplan liege. Daher denke das Unternehmen darüber nach, doch auf Leiharbeiter zurückzukommen. Eine entsprechende Bekanntgabe durch Amazon sei bereits beim Betriebsrat in Bad Hersfeld eingegangen.

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