Bei GLS soll es zukünftig soll es Einschränkungen beim Zustellen von Paketen geben

Der Internet-Shopping-Boom führt dazu, dass die Anzahl der verschickten Pakete drastisch angestiegen ist. Immer mehr Päckchen, und vor allem immer schneller soll die im Netz bestellte Ware bei den Kunden zu Hause eintreffen. Des einen Freud, des anderen Leid: Denn die Paket-Zusteller können häufig die große Zahl der Warenlieferungen nicht mehr bewältigen. N-TV berichtete nun unter Berufung auf  „Die Welt“, dass die Kunden eventuell mit enormen Beschränkungen im Zustellservice rechnen müssen.

Zukünftig sollen Verbraucher ihre Warenlieferungen nach Vorstellung der Paketdienste verstärkt selbst in den stationären Läden der Unternehmen abholen. Der Chef des Paketdienstes GLS, Rico Back sagte gegenüber der „Welt“: „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel.“ Internet-Besteller müssten sich ihre Sendungen selbst abholen.

Back weiter: Die Paketempfänger sollten sich von Beginn an überlegen, wohin ihr Paket geliefert werden soll. Die Menge der Lieferungen sei bei derart anwachsenden Zahlen durch den E-Commerce nicht mehr händelbar.

Ähnlich denkt man auch beim Deutschen Paket Dienst(DPD). DPD-Chef Arnold Schroven: „Wenn wir unser Netz an Paketshops wie geplant ausgebaut haben, werden wir darüber nachdenken, ob wir weniger Zustellversuche machen.“ Aktuell startet DPD insgesamt 3 Zustellversuche beim Empfänger direkt. Bei DPD überlegt man momentan allerdings, ob man bereits nach der ersten erfolglosen Zustellung das Paket in eine Service-Station bringt. Dort kann der Kunde sich das Päckchen dann abholen.

Die Paketdienste suchen auch nach anderen Lösungen wie zum Beispiel den Lieferzeitraum anzukündigen, oder den Verbraucher den Liefertermin wählen zu lassen. Kunden können bei manchen Unternehmen auch hinterlegen, wo die bestellte Ware abgegeben werden kann, sei es in entsprechenden Paketshops oder bei den Nachbarn.

Auf der anderen Seite sieht es so aus, dass Logistik-Unternehmen aus dem Online-Einkaufsboom auch ordentlich Profit schlagen, so eine Erhebung der Hamburger Unternehmensberatung MRU. Doch versuchen die großen Internetriesen mit den Zustellern Fixpreise auszuhandeln, die unter dem normalen Preis-Level liegt. Und gegen diese Dumping-Preise wollen sich die Paket-Dienste zur Wehr setzen. Amazon beispielweise gilt unter den deutschen Paketdiensten als harter Verhandlungspartner. Er setzt Preise von weniger als 2,00 Euro für die flächendeckende Zustellung durch. Die Lieferkosten, die Amazon dann jedoch seinen Kunden berechnet, sind höher. Ein profitables Geschäft für den Internet-Händler. In Deutschland versendet Amazon die Bestellungen mit fast allen großen Paketservices wie Hermes, UPS, DHL, GLS oder DPD.

Dadurch, dass Amazon ein harter Verhandlungspartner und ferner sehr groß ist, werden die Paket-Services einem enormen Druck ausgesetzt. Amazon nutzt seine Position als Auftraggeber aus, um die Zustellkosten immer weiter zu drücken und kurze Zustellzeiten durchzusetzen. Und der Druck auf die Paketdienste wird wahrscheinlich noch weiter steigen.

Gerade bei GLS und DPD kann man sich bereits seit einiger Zeit des Eindrucks nicht erwehren, dass die angebliche Anzahl der Zustellversuche nicht eingehalten wird, die Liste der Beschwerden ist lang!

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