eBay veröffentlicht zweites deutsches Online-Business Barometer

statistik_ranking_aktie_004.jpgDie zweite Ausgabe des ONLINE-BUSINESS BAROMETER, eine Studie über Internet-Händler in Deutschland ist erschienen. Das erste Online Business Barometer erschien im November 2009 und kann als PDF-Dokument (1,96 MB) bei eBay heruntergeladen werden. Neben Informationen zum Geschäftsklima der Branche liegt bei der Studie der Schwerpunkt auf der Darstellung der Leistungen und der Bedürfnisse der professionellen Online-Händler. Die zweite Untersuchung fand zwischen dem 11. und 26. Januar 2010 statt und wurde von dem unabhängigen Londoner Marktforschungsinstitut FreshMinds durchgeführt. An der zweiten Befragung nahmen 1.202 Online-Händler teil (November 2009: 701). Nach Bundesländern aufgegliedert sah die Teilnahme wie folgt aus:

  • Nordrhein-Westfalen lag mit 23% auf Platz 1.
  • Rang 2 ging an Bayern mit fast 19%,
  • gefolgt von Niedersachsen (11%)
  • und Baden-Württemberg (10%),
  • Schlusslichter bilden das Saarland (0,9%)
  • und der Stadtstaat Bremen (0,7%).

Im Durchschnitt erzielen die befragten Händler 55% ihrer Umsatzerlöse über den Online-Marktplatz eBay und 10% über andere Internet-Handels-Plattformen. 14% erwirtschaften ihre Erlöse über eigene Online-Shops, 17% über den stationären Handel. Alle Befragten sind als gewerbliche Verkäufer auf dem deutschen eBay-Marktplatz registriert und erzielen allein auf eBay ein Handelsvolumen von jährlich mindestens 100.000 Euro.

In der Hauptsache beschäftigt sich die Studie mit folgenden Themen:

  • Online- und Einzelhandel als gleichberechtigte Partner: Zwei Handelskanäle, die sich gegenseitig stützen und ergänzen: Eine stabile Partnerschaft voller Chancen.
  • Optimistisch nach der Krise: So schätzen die Online-Händler ihre Geschäftsaussichten für 2010 ein: Die Zuversicht nimmt zu.
  • Im Fokus: Missbrauch von Abmahnungen – Online-Händler sehen hier klaren Handlungsbedarf. Online-Händler für einheitliche Rechte der EU-Verbraucher, da die unterschiedlichen Regelungen in Europa den Export beschränken.

Dr. Stephan Zoll, Geschäftsführer eBay Deutschland, erklärt im Vorwort zum Online-Business-Barometer, dass der Online-Handel stabil durch die Krise gekommen ist und die Zuversicht für die Zukunft zunimmt, eines der zentralen Ergebnisse der zweiten Ausgabe des Online-Business-Barometers. Der Grund für den Optimismus läge darin, dass die Branche auch in diesem Jahr ihren Wachstumskurs fortsetze. Zudem hätten die Online-Händler klare Vorstellungen davon, welche Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen notwendig seien, um ihr Business zukünftig erfolgreicher betreiben zu können.

Zwei Drittel der Online-Händler haben die gesteckten Umsatzziele in den letzten 3 Monaten erreicht und im Vergleich zur ersten Ausgabe des Online Business Barometers beurteilen noch mehr von ihnen die Zukunftsaussichten für ihr Geschäft positiv. Mehr als 50% der Händler hat sich für die kommenden 12 Monate höhere Umsatzziele gesteckt als noch im Jahr zuvor.

Ein weiteres zentrales Resultat der vorliegenden Studie: Der häufig geäußerte Gedanke, dass Online- und stationärer Handel in Konkurrenz zueinanderstehen, geht an der Realität vorbei, denn die Mehrzahl der Händler setzt auf beide Vertriebswege und so werden Synergieeefekte erzielt, die sich in der Gesamtheit betrachtet als lohnend erweisen. Dabei trägt der Internet-Handel bereits beständig zum Großteil des Umsatzes bei und leistet so nicht selten ebenso einen signifikanten Beitrag für den Erhalt der Einzelhandelsinfrastruktur. Offline-und Online-Handel bilden heute eine gleichberechtigte Partnerschaft, stützen und ergänzen sich auch.

Ein Thema, das die Online-Händler wie kaum ein anderes bewegt, ist der Missbrauch von Abmahnungen. Die Ergebnisse des Online Business Barometers zeigen klar auf, dass sich die Gesamtheit der Händler für eine Änderung des geltenden Rechtsrahmens ausspricht. Die Branche ist der Ansicht, dass Abmahnungen heute meistens missbräuchlich eingesetzt werden, um mit leichten Mitteln Geld zu verdienen oder Wettbewerber zu behindern.  Hierbei entsteht in der Folge oft ein nicht unerheblicher finanzieller Schaden. Durchschnittlich wurden die befragten Teilnehmer in den vergangenen Jahren zwei Mal jährlich abgemahnt, was teilweise zu existenzbedrohenden Schäden führte. Das Fazit der Händler lautet: Abmahnungen aus legitimen rechtlichen Interessen sind zu befürworten, aber dem Missbrauch sollte durch eine Reduzierung der mit den Abmahnungen einhergehenden Kosten sowie einer Einschränkung des Kreises der Abmahnberechtigten begegnet werden.

Grenzüberschreitender Handel: Ein wichtiges Hindernis für den internationalen Handel sehen die Online-Händler in den unterschiedlichen Verbraucherschutzregelungen in den verschiedenen Staaten. Daher könnte eine Harmonisierung der Regel innerhalb Europas, wie sie derzeit auf EU-Ebene diskutiert wird, den grenzüberschreitenden Handel durchaus für die Händler vereinfachen und den Export fördern. Die Händler senden ein deutliches Signal an die Europäische Union, die Anpassung der Verbraucherschutzregelungen länderübergreifend voranzutreiben.

eBay, so Dr. Stephan Zoll, möchte den Online-Händlern auch in Zukunft als starker Partner zur Seite stehen und ihre Anliegen unterstützen, wobei das Online-Business Barometer hierfür ein bedeutendes Instrument darstellt. Durch die regelmäßige Publizierung von Kennzahlen und Aussagen zum Geschäftsklima des Internet-Handels und sektorspezifischen Anliegen möchte eBay dazu beitragen, dass den Online-Händlern die öffentliche Aufmerksamkeit zukommt, die sie als Wachstumstreiber und Wirtschaftssäule verdienen, sagt Dr. Stephan Zoll abschließend.

Online- und Einzelhandel als gleichberechtigte Partner: Der Online-Handel stützt die Wirtschaft im ländlichen Raum, denn der Verkauf über das Internet erlaubt nicht nur den unmittelbaren Zugang zu einem weltweiten Markt, er gestattet es den Händlern auch im ländlichen Raum erfolgreich ein Geschäft aufzubauen und Umsätze zu erzielen, die ohne das Netz nicht möglich wären. So betrieben 47% der befragten Händler ihr Business in einer Kleinstadt mit weniger als 20.000 Einwohnern. 26% haben ihren Sitz in einer Großstadt und 27% in einer mittleren Großstadt. Der häufig geäußerte Gedanke, dass stationärer und Online-Handel in Konkurrenz zueinander stünden, geht an der Realität vorbei. Statt einer Entweder/Oder-Haltung setzt die Mehrzahl der deutschen Online-Händler (55%) auf beide Handelswege. Die Kombination von Internet- und stationärem Handel verleiht den Geschäftsaktivitäten im Zusammenspiel eine zusätzliche Dimension und gerade der Online-Handel macht sie zukunftsfähiger. So sind Online- und stationärer Handel sind vor allem eins: Gleichberechtigte und starke Partner.

  • Der Großteil der in beiden Handelskanälen tätigen Online-Händler (60%) hat im stationären Handel begonnen und diesen später um Internetaktivitäten erweitert.
  • Bei 28% der Händler war es umgekehrt, denn sie waren zuerst im Internet-Handel unterwegs und eröffneten danach ein stationäres Ladengeschäft. Lediglich 12% begann beides gleichzeitig.
  • 65% der Befragten gaben an, dass ein um Internet-Handelsaktivitäten ergänztes Ladengeschäft zukunftsfähiger ist, da sie den Handel über das Netz als Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition und Zukunftssicherung sehen.
  • 58% der Händler, die sowohl online als auch offline aktiv sind, erzielen den Hauptteil des Umsatzes über das Online-Geschäft.
  • 22% geben sogar an, dass die Erhaltung ihres stationären Handels erst durch den Online-Handel möglich ist.

Optimistisch nach der Krise: Befragt nach dem Jahr 2009 erklärten 66% der Händler, dass sie ihre Umsatzziele in den vergangen 3 Monaten erreicht hätten. 39% haben dies sogar ohne jegliche Probleme geschafft. Nur 11% der Händler haben ihre Umsatzziele eindeutig verfehlt. Der zunehmende Optimismus der Branche spiegelt sich auch in folgenden Aussagen wider: 52% der Internet-Händler planen für das Jahr 2010 keine Sparmaßnahmen. Diejenigen, die sparen wollen, setzen vor allem auf Änderungen des Produktsortiments (20%) sowie Reduzierungen der Betriebskosten (19%). Die Internet-Händler haben dementsprechend ihre Umsatzziele für 2010 heraufgesetzt und schauen mit Zuversicht auf die kommende Zeit:

  • Sehr zuversichtlich  sind 26%;
  • eher zuversichtlich 39%;
  • weder zuversichtlich noch pessimistisch 26%;
  • eher pessimistisch 8%;
  • sehr pessimistisch 2%.

Gefragt nach der Entwicklung ihrer Umsatzerlöse in den nächsten 3 Monaten, gehen 41% der Händler von einer Steigerung aus, 42% rechnen mit gleichbleibenden und lediglich 17% mit sinkenden Umsätzen. Was die Stabilität der Verkaufspreise anbelangt, gehen 71% davon aus, dass diese in den nächsten 3 Monaten stabil belieben werden. Bei den Gewinnmargen jedoch, so die befragten Händler, sieht es etwas schlechter aus: 14% der Händler rechnen mit steigenden, 54% mit stabilen und 32% mit sinkenden Spannen. Befragt nach den Hindernissen, die als Wachstumsbremse angesehen werden sehen:

  • 39% den intensiven Wettbewerb,
  • 37% die Verbrauchernachfrage sowie
  • 34% die Kosten für Material und Warenbeschaffung als Hürde an.
  • Auch die Verfügbarkeit attraktiver Ware(28%),
  • die Anforderungen durch rechtliche Rahmenbedingungen (25%)
  • und die Unternehmensbesteuerung (21%) werden häufiger als wachstumshemmende Faktoren genannt.

Im Fokus: Ein Thema, welches Online-Händler wie kein anderes bewegt ist der Missbrauch von Abmahnungen, der in dieser Branche besonders präsent ist. Das Abmahnwesen treibt nicht nur seltsame Blüten, sondern ist ebenso  für manchen Händler existenzbedrohend. Das Gros der Händler (93%) wünscht sich daher eine Änderung der geltenden  Rechts-vorschriften, um der Willkürlichkeit des Abmahnrechtes einen Riegel vorzuschieben. Forderung der Händler: Reduzierung der mit einer Abmahnung verbundenen Kosten (85% der Händler) und Einschränkung des Kreises der Abmahnberechtigten (64%). Das besonders häufige Vorkommen von Abmahnungen liegt nicht zuletzt an der Transparenz des Mediums Internet und den komplizierten Rechtsvorschriften in diesem Bereich. Als Grund für die Abmahnungen nannten die Händler in der Studie am häufigsten Verstöße gegen die Vielzahl der Verbraucherinformationspflichten.

Das an sich legitime wettbewerbsrechtliche Instrument der Abmahnung wird dann zu einem missbräuchlich verwendeten Mittel, wenn aus dem Feststellen eines (vermeintlichen) Rechtsverstoßes eine eigene Einnahmequelle wird. Die Einschätzung der Online-Händler zeigt, dass diese Befürchtung Realität geworden ist: 79% sind der Ansicht, dass Abmahnungen tatsächlich oft eingesetzt werden, um leicht Geld zu verdienen. 40% denken, dass es darum geht Wettbewerber zu behindern und nur in 21% der Fälle werden Abmahnungen aus berechtigtem Anlass verschickt. Mehr als die Hälfte der Online-Händler(52%) gibt an, dass die Abmahnungen, die sie erhalten haben, für ihr Geschäft schwerwiegende Folgen hatten:  Für 42% der Händler entstand ein erheblicher finanzieller Schaden und für 10% war dieser Schaden sogar existenzbedrohend. Das Fazit der Händler lautet: Abmahnungen für berechtigte Rechtsverstöße “JA?, aber nicht von Jedem und nicht zu jedem Preis.

Ein anderes Problem liegt im grenzüberschreitenden Handel. Hier sind es die unterschiedlichen Verbraucherschutzbestimmungen in den verschiedenen Nationen. 67% sind der Meinung, dass die uneinheitlichen Regelungen eine Hürde für den Verkauf ihrer Waren außerhalb von Deutschland darstellen. Vor diesem Hintergrund sprechen sich 83% der Online-Händler für eine Vereinfachung der Richtlinien innerhalb Europas aus. Bei den deutschen Händlern macht der grenzüberschreitende Handel beispielsweise bereits 14% ihrer Transaktionen aus. Insgesamt sind 92% der Online-Händler international ausgerichtet und erhöhen dadurch ihre Absatzpotentiale. Fast zwei Drittel der Händler (60%) würde eine Vereinfachung der Regelungen innerhalb der EU dazu ermutigen, noch intensiver auf den Export ihrer Waren zu setzen, was an Brüssel ein klares Signal sein sollte.

Die gesamte Studie gibt es als PDF-Dokument zum Download unter presse.ebay.de.

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