Zalando hat viertes Outlet in Leipzig eröffnet

Bisher hat Zalando, der Berliner Modehändler, bereits drei Outlets betrieben. In Leipzig ist nun ein weiteres hinzugekommen. Die ganz großen Online-Händler drängen ins Offline-Geschäft, ob nun Amazon, Alibaba oder JD.com. Zu den ganz Großen will auch Zalando gehören. Die Berliner möchten das digitale Modegeschäft nach Belieben dominieren und expandieren, bei schlechten Bilanzzahlen und einem enttäuschenden Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr.

Restposten und fehlerhafte Ware von mehr als 500 Marken

Das Geschäft misst eine Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern, wie fashionunited.de schreibt. Wer das Outlet in Leipzig besucht, hat die Auswahl zwischen 20.000 Produkten von mehr als 500 Marken. Dabei soll es sich nach Aussage des Unternehmens um hochwertige Mode handeln, „die online nicht mehr verkauft werden kann, weil beispielsweise nur noch wenige Größen vorrätig sind oder ein Knopf fehlt“. Laut Geschäftsführerin Dorothee Schönfeld kommt der stationäre Laden bei den Verbrauchern in der sächsischen Stadt gut an. Sie selbst zeigt sich sehr optimistisch und glaubt an den Erfolg: „Wir freuen uns sehr, nun auch den Leipzigern die Zalando Produktwelt zum Anfassen bieten zu können und zwar zum viel kleineren Preis.“

Auf immer mehr Hochzeiten tanzen – die Kosten steigen

Zalando weht der Wind heftig entgegen – insbesondere von Seiten Amazons. Zalando hat dementsprechend im abgelaufenen Jahr schlechte Ertragszahlen vermeldet. Bereits im dritten Quartal rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen und hat unter dem Strich einen Verlust von 10,5 Millionen Euro ausgewiesen.

Zalando investiert seit geraumer Zeit massiv – 350 Millionen Euro will der Modehändler in diesem Jahr ausgeben. Dadurch sollen im laufenden Jahr neue Jobs geschaffen werden, nachdem die Zahl der Mitarbeiter 2017 bereits deutlich gestiegen ist. Somit steigen die Personalkosten kontinuierlich. Auch die Logistikkosten sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, da neue Zentren vor allem im europäischen Ausland, wie Frankreich, Italien, Schweden und Polen aufgebaut worden sind. Weitere Investments erfolgen in Eigenmarken wie Kiomi und Zign – zudem lag die Rabattquote ist enorm hoch und lag in 2017 sogar noch über dem dem Level von 2016.

Neben den hohen Rabatten besteht ein enormer Kostendruck bei den Retouren – über alle Zalando-Märkte wird jedes zweite Paket zurückgeschickt. In Deutschland schätzen Fachleute die Quote sogar noch höher – mehr als 70 Prozent. Die Anzahl der Retouren hat für Zalando erhebliche Auswirkungen auf die Profitabilität. Die Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Universität Bamberg beziffert in einer Studie die durchschnittlichen Kosten je Retourpaket auf 15,18 Euro. Zu den sehr hohen Retourenquoten gesellen sich sinkende Warenkorbgrößen – die durchschnittliche Warenkorbgröße pro Einkauf sank in Q3/2017 von 66,2 auf 64,5 Euro – bei gleichbleibenden bis Steigenden Kosten für die Logistik!

Steigende Kosten bei Personal, Logistik, Eigenmarken und Offlinehandel, hohe Rabattquoten bei enormen Retouren und sinkenden Warenkorbgrößen. Man darf gespannt sein, wie sich das Ungleichgewicht von Umsatz und Ertag weiter entwickeln wird.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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