Frisierte Zahlen: Lesaras Umsätze fielen in den letzten Jahren um die Hälfte niedriger aus

Vor Kurzem teilte der digitale Händler Lesara mit, dass er 45 Millionen in ein neues Logistikzentrum in Erfurt investieren werde. Das Geschäft scheint für den Online-Discounter zu laufen, auch den Umsatzzahlen nach, die er in den vergangenen Jahren publik machte. Allerdings weichen diese von der Realität deutlich ab, wie jetzt bekannt wurde. Dabei griff das Berliner Unternehmen zu einem simplen wie wirkungsvollen Trick.

In der Öffentlichkeit präsentiert sich der Online-Discounter Lesara gerne als erfolgreicher Händler. Seit Jahren wachsen die Umsätze überdurchschnittlich. Das ist jedenfalls, was das Berliner Unternehmen behauptet. 2015 soll der Erlös 30 Millionen, ein Jahr später sogar 80 Euro betragen haben. 2017 habe sich diese Zahl sogar fast verdoppelt, wie Lesara erst kürzlich mitteilte. Allerdings griff der Online-Händler immer wieder zu einem simplen wie perfiden Trick: Er frisierte die Ergebnisse. Das gab vor wenigen Tagen der Mitgründer Roman Kirsch in einem Interview zu.

Frisierte Zahlen: Lesaras Umsätze fielen in den letzten Jahren um die Hälfte niedriger aus

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pixabay.com ©geralt (Creative Commons CC0)

Vor oder nach der Mehrwertsteuer und den Retouren

In dem Gespräch mit den Online Marketing Rockstars bestätigte er, dass die Investoren ganz andere Zahlen bekommen hatten. Während in der Öffentlichkeit die aufgebauschten Umsätze vor der Mehrwertsteuer und den Retouren kursierten, legte Lesara seinen potentiellen Geldgebern die abgeschlackten Erlöse vor. Demnach betrugen diese im Jahr 2015 nicht mehr 30 Millionen Euro, sondern fielen um die Hälfte niedriger aus. Gleiches gilt für die beiden Folgejahre, in denen der Online-Händler im E-Commerce den Titel „Wunderkind“ erhielt. Alles Lug und Trug, wie sich nun herausgestellt hat.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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