Gemeinsam gegen Amazon: Snapdeal und Flipkart können sich noch nicht über Übernahmesumme einigen

Amazon investiert immer mehr in den indischen E-Commerce-Markt. Das bringt die einheimischen Online-Marktplätze enorm unter Druck, weshalb Snapdeal und Flipkart seit mehreren Monaten sich über eine Fusion zu einigen versuchen. Noch ist es ihnen nicht gelungen, weil beide unterschiedliche Preisvorstellungen haben.

Der Konkurrenzkampf unter Online-Markplätzen scheint an Intensität gewonnen zu haben. Erst kürzlich meldeten sowohl DaWanda als auch Etsy, dass sie tiefgreifende Sparmaßnahmen einleiten werden. Jetzt stehen zwei weitere Online-Marktplätze im Rampenlicht: Snapdeal und Flipkart. Beide gelten als die Nummer zwei und drei in Indien, wo sie mit dem mächtigen Internet-Riesen Amazon konkurrieren müssen. Und dieser bringt sie derart unter Druck, dass sie seit geraumer Zeit über eine Fusion verhandeln. Bisher sah es so aus, als würde Flipkart Snapdeal übernehmen. Allerdings soll es Differenzen bei den Preisvorstellungen geben. Während Snapdeal eine Kaufsumme von einer Milliarde US-Dollar verlangt, will Flipkart nicht mehr 900 Millionen US-Dollar zahlen.

Gemeinsam gegen Amazon: Snapdeal und Flipkart können sich noch nicht über Übernahmesumme einigen

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Die Verhandlungen sind noch nicht vorbei

Von einem Ende der Verhandlungen möchten beide Parteien dennoch nicht sprechen. Sie wissen, wie wichtig eine Einigung ist, um auf dem indischen Markt gegen Amazon zu bestehen. Wenn jeder weiter für sich alleine wirtschaftet wie bisher, verliert der eine wie der andere. Nur gemeinsam sind sie in der Lage, dem Giganten aus Seattle die Stirn zu bieten. Das liegt auch daran, dass Amazon auf dem Subkontinent mit Hochdruck aufrüstet. Sein Sortiment wächst kontinuierlich, zumal der US-amerikanische Online-Marktplatz immer mehr indische Filmproduzenten als Partner gewinnt. Ziel ist es, das eigene Prime-Video-Angebot um Bollywood-Filme zu ergänzen. Außerdem führt der Internet-Riese in Indien die Amazon Cloud ein und macht sich die desolate Verkehrs- und Lieferinfrastruktur zunutze, indem er mehrere Logistikzentren bauen lässt.

Großes Potenzial auf dem indischen E-Commerce-Markt

Die beiden indischen Konkurrenten wissen, dass sie jetzt handeln müssen. Noch ist das Potenzial im eigenen Land gewaltig. Wie in China ist auch hier die Bevölkerungszahl riesig, zumal noch lange nicht alle Inder im Internet einkaufen. Doch der Markt wächst stetig. Immer mehr Menschen entdecken hier den Online-Handel und bescheren den Anbietern hohe Umsätze. Damit das digitale Shopping das europäische oder US-amerikanische Nivea erreicht, muss zuvor die Internet-Infrastruktur stark ausgebaut werden. Erst wenn alle Inder einen einfachen Zugang zum Web bekommen, schießen die Verkaufszahlen in die Höhe, wie Experten vermuten. Momentan shoppen etwa 500 Millionen Menschen online. Bis zum Jahr 2020 sollen es deutlich mehr werden, weshalb Branchenbeobachter mit einem E-Commerce-Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar rechnen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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