Der Kampf auf dem E-Book-Reader-Markt geht weiter

Der Preiskampf auf dem E-Book-Reader-Markt geht in die nächste Runde, so das Wall Street Journal. Nachdem die US-Buchhandelskette Barnes & Noble seit Wochenbeginn den Preis für seinen E-Book-Reader Nook um 60 US-Dollar auf 199 Dollar (exklusive der ortsüblichen Steuern) gesenkt hat, reagierte auch Amazon.com und setzte den Preis für seinen Kindle um 70 Dollar herab auf jetzt 189 US-Dollar (exklusive Steuer). Auch deutsche Kunden können den Kindle zu diesem Kurs bei amazon.com bestellen, der Nook hingegen ist in Deutschland nicht erhältlich. Damit ist der Kindle um 10 Dollar preiswerter, als der Standard-Nook. Barnes & Noble verkauft allerdings eine weitere Version seines E-Book-Reader Nook, der nur mit einer Wi-Fi-Funktion ausgestattet ist, für 149 Dollar.

Nach der Markteinführung 2007 kostete der Kindle noch 399 US-Dollar, später hat Amazon.com den Preis für sein Standard-Modell mehrfach gesenkt. Amazon.com bietet aber auch mit dem Kindle DX ein Modell mit einem größeren Display an, der jedoch  unverändert bei 489 US-Dollar liegt.

Einstweilen hat sich der Konkurrenzkampf im E-Book-Reader-Markt deutlich verstärkt. Sony und Apple (iPad) sind inzwischen im Markt vertreten. Zusätzlich steigen aber auch immer mehr Hersteller wie Samsung, Acer oder Asus in den Markt mit speziellen E-Book-Readern ein. Nicht vergessen darf man die aktuellen Smartphones mit hoher Display-Auflösung wie das Motorola Milestone oder Apples iPhone 4. Für das Milestone gibt es im Android zahlreiche E-Book-Applikationen, das iPhone 4 wird mit Apples Reader-App iBooks ausgeliefert. Zu Beginn des Monats hatte  Apple CEO Steve Jobs erklärt, dass in den ersten 65 Tagen des iPads die Kunden etwa 5 Millionen E-Bücher vom Apple iBookstore heruntergeladen hätten, und dass Apple bereits 22% des E-Book-Marktes innehabe.

Im Juli will ebenfalls der Buchhändler Borders Group seinen neuen Kobo E-Reader für 149 Dollar auf den Markt bringen. Marktforschungen von Digitimes Research haben ergeben, dass der Barnes & Noble E-Book-Reader Nook bislang mit einen Marktanteil von 37% im weltweiten E-Book-Reader-Markt an der Spitze liegt. Amazon.com mit dem Kindle kam zuletzt auf einen Marktanteil von 16%.

Aber nicht nur das iPad oder iPhone stellt für die etablierten Anbieter ein Problem dar, auch die elektronischen Bücher schwächen die bereits etablierten Anbieter, denn die Auswahl der Titel gilt als ausschlaggebend für den Erfolg. Nachdem sich bereits im Februar dieses Jahres Amazon von seinen Niedrigpreisen bei den E-Books verabschieden musste, können die Verlage Amazon gegenüber mittlerweile noch aktiver auftreten. Bisher konnte Amazon die Preise für die Inhalte selbst festlegen, inzwischen allerdings drohen die Verlage damit zu Apple überzuwechseln.

Zum Thema passt auch folgende Umfrage, die von Retrevo in den USA durchgeführt wurde. Das Unternehmen fragte die Teilnehmer, ob sie planen dieses Jahr einen E-Book-Reader zu kaufen.

Bei Leuten, die mehr als 5 Bücher im Monat lesen sahen die Antworten so aus:

  • 42%  planen einen E-Reader-Kauf in 2010
  • 9%   besitzen bereits einen;
  • 7%   möchten lieber ein iPad kaufen;
  • 42%  planen keinen E-Book-Reader-Kauf;

Bei 1- 5 Büchern monatlich waren die Ergebnisse wie folgt:

  • 24%  wollen einen Reader kaufen in diesem Jahr;
  • 9%   haben schon einen;
  • 8%   möchten lieber ein iPad;
  • 58%  planen keinen Kauf eines E-Book-Readers;

Bei den Gelegenheitslesern planen

  • 13%  den Kauf eines Readers;
  • 7%  besitzen einen;
  • 11%  planen einen iPad-Kauf;
  • 69%  kaufen keinen E-Reader.
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