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Ankaufsdienst reBuy mit Expansionsplänen in Europa

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reBuy ist ein Berliner Unternehmen, das gebrauchte Technik und Bücher ankauft, um sie mit Ertrag weiterzuverkaufen. Gerade in der Zeit nach Weihnachten wollen viele Beschenkte ihre alten Dinge loswerden, weshalb bei reBuy Hochbetrieb herrscht, denn so mancher investiert sein Weihnachtsgeld in ein Smartphone oder Tablet-PC. Das Handelsblatt hat sich reBuy etwas genauer angeschaut.

Hochbetrieb herrscht bei reBuy aber nicht nur, weil viel Ware in den Lagern ankommt. Die Unternehmensführung um Lawrence Leuschner hat Pläne mit reBuy zu expandieren. Seit Anfang des Jahres ist das Unternehmen auch in Frankreich aktiv, weitere Nationen sollen folgen – möglichst solche mit großer Smartphone-Verbreitung. Man sei bei gebrauchter Elektronik schon europäischer Marktführer, obwohl bislang nur im deutschen Markt aktiv, so Leuschner in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Jetzt wolle man sich weiter in Europa positionieren.

Ankaufsdienst reBuy hat Expansionspläne für Europa

Ankaufsdienst reBuy hat Expansionspläne für Europa

2016 möchte Leuschner erstmals Waren im Wert von über 100 Millionen Euro handeln, eine Expansion, die nach Beurteilung von Experten jedoch teuer werden dürfte.

2004 gründete Leuschner mit vier Freunden das Portal Trade-a-Game, um mit gebrauchten Computerspielen zu handeln. Da das Angebot mit der Zeit immer weit gefächerter wurde, benannten die Gründer Trade-a-Game 2009 in reBuy um. Seit 2011 sehen sie die gebrauchte Elektronik als Kerngeschäft an. Wichtig sei es die richtigen Preise zu finden, meint Leuschner: „Man muss ein datengetriebenes Wissen aufbauen.“ Bietet der Händler zu viel, leidet die Gewinnspanne. Bietet er zu wenig, geht der Verkäufer zum Mitbewerber. reBuy ist daher bemüht große Datenmengen über viele Produkte zu sammeln.

Auch die Aufarbeitung der Geräte ist ein wichtiges Thema. Das Unternehmen löscht alle Daten, installiert die aktuelle Software neu und legt neue Ladekabel bei. Der Akku wird nicht ausgewechselt, muss aber bestimmte Mindestanforderungen haben.

Leuschner sagt, dass man die Leute dafür sensibilisieren wolle, nicht immer alles neu kaufen zu müssen oder wegzuwerfen. Die Firma strebt Nachhaltigkeit an und lässt sich dafür gut bezahlen. Wer gegenwärtig ein iPhone 5s mit 64 Gigabyte Speicher anbietet, bekommt dafür höchstens 344 Euro. Sind Gebrauchsspuren oder Defekte vorhanden, gibt es deutlich weniger. reBuy selbst verkauft dieselbe Ausführung derzeit für gut 380 Euro.

Solche Abschläge sind auch bei anderen Portalen wie momox oder Wirkaufens üblich. Wer bei einem der Portale ein überarbeitetes Gerät kauft, darf auf einen Nachlass zwischen 10 und 50% hoffen. Je aktueller das Gerät, desto kleiner die Einsparung.

reBuy profitiert davon, dass die Produktzyklen immer kürzer werden und viele Verbraucher oft neueste Hardware wünschen. Andere hingegen sind auch mit älteren Versionen glücklich. Handelsexperte Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre von der Hochschule Niederrhein, erklärt: „Für bestimmte Gerätetypen und Marken gibt es viel Potential.“ Die Größe des Marktes sei schwierig zu beziffern, gebrauchte Elektronik, verkauft von Verbraucher zu Verbraucher, sei aber beispielsweise bei eBay eine große Kategorie. Second-Hand-Ware sei generell ein erstklassiges Geschäft.

reBuy will sich das 2016 zweifach zunutze machen. Zum einen sollen neue Produktkategorien hinzukommen, etwa die Kategorie der Wearables. Zum anderen durch die Auslandsexpansion. Der Service für die Länder soll von der Berliner Zentrale aus passieren, von der Logistik bis zur Kundenbetreuung. reBuy selbst sieht sich als Marktführer, in Deutschland wächst das Geschäft um jährlich 25%. Der Wettbewerb ist jedoch groß, neben anderen Ankaufportalen ist eben auch eBay mit im Spiel.

Die grundsätzliche Herausforderung bei Markplatzmodellen bestehe darin, gegen die großen Plattformen mit ihren bekannten Namen und ihrer hohen Besucherfrequenz anzukommen, so Handelsexperte Heinemann. Das verlange hohe und kostspielige Investitionen ins Marketing. Eine andere Schwierigkeit sei der Preisverfall auf dem Smartphone-Markt. Trotz eines Umsatzwachstums bei der Elektronik von 35% in 2015 ist das Kerngeschäft erst „nahe der Profitabilität“. Für 2016 plant reBuy daher mit einem noch stärkeren Plus bei den Erlösen.

Neue Investoren gehören auch zur Wachstumsgeschichte von reBuy: Zu den aktuellen Anteilseignern zählen SAP-Mitgründer Hasso Plattner und die Firma Iris Capital. Die Mehrheit am Unternehmen haben die Gründer mittlerweile abgegeben.