HelloFresh schreibt rote Zahlen trotz enormen Wachstums

HelloFresh schreibt rote Zahlen trotz enormen Wachstums

HelloFresh schreibt rote Zahlen trotz enormen Wachstums

Wie viele große E-Commerce-Unternehmen hat auch HelloFresh die Zahlen aus dem dritten Quartal präsentiert. Den Umsatz konnte der Kochboxen-Versender ein weiteres Mal deutlich steigern. Allerdings stiegen auch die Verluste.

Der Berliner Kochboxen-Versender HelloFresh gilt in seinem Bereich als Marktführer. Nur wenige E-Food-Unternehmen wachsen so schnell wie er. Vor einem Jahr erfolgte der Börsengang. Seitdem gehen die Umsätze weiter nach oben, wie die jüngsten Quartalszahlen beweisen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte HelloFresh knapp 40 Prozent mehr erwirtschaften. Das berichtet die dpa mit Verweis darauf, dass der Kochboxen-Versender zudem einen Kundenzuwachs von 44 Prozent verzeichnet.

Höhere Verluste als im letzten Jahr

Das rasante Wachstum geht jedoch auf Kosten der schwarzen Zahlen, die der Berliner Dienstleister zwar fest anvisiert, aber immer noch nicht erreichen kann. Im Gegenteil, die Verluste haben sich im dritten Quartal vergrößert. Hatte HelloFresh 2017 zum gleichen Zeitpunkt noch ein Minus von 24,7 Millionen Euro verbucht, wiesen die roten Zahlen in diesem Jahr einen Betrag von 33,5 Millionen Euro aus. Die Aktie verlor daraufhin rund 1,45 Prozent seines Wertes. „Wir haben jetzt in einem Jahr mehr Umsatz hinzugefügt als wir in den ersten vier Jahren insgesamt erwirtschaftet hatten“, verteidigt sich HelloFresh-Chef Dominik Richter, der darauf hinweist, dass das Wachstum durch höhere Marketingausgaben bedingt ist: „Wenn wir nicht mehr so stark wachsen wollen – und das ist definitiv eine Sache, die wir selbst entscheiden können – dann wird sich das auch in viel geringeren Marketingausgaben niederschlagen“, zitiert ihn die dpa.

Enormes Kundenwachstum in den USA

Am erfolgreichsten ist HelloFresh noch immer auf dem US-amerikanischen Markt, wo es den Berlinern gelang, innerhalb eines Jahres 1,05 Millionen neue Kunden für sich zu gewinnen. In seinen restlichen zehn Ländern konnte der Kochboxen-Versender einen ebenfalls beeindruckenden Zuwachs verzeichnen: Insgesamt sind es 780.000 Kunden mehr, was einem Plus von 60 Prozent entspricht. Auf diese Märkte verweist Dominik Richter, um zu verdeutlichen, dass das HelloFresh-Geschäft besser ist, als es auf den ersten Blickaussieht: „Wenn man sich anschaut, wie unsere etablierten Märkte laufen, dann haben wir etliche Märkte, die schon seit vielen Quartalen profitabel sind, wo wir in diesem Jahr auch viele Millionen Steuern überweisen“, zitiert ihn die dpa.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



Kategorien: Börse, Quartalszahlen, E-Food & Supermarkt

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