Amazon und Logistik-Dienstleister suchen für Weihnachtsgeschäft so viele Saisonarbeiter wie nie zuvor

Im Herbst stehen viele Logistik-Dienstleister vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich auf das Weihnachtsgeschäft gut vorbereiten und brauchen zusätzliche Mitarbeiter. Mit steigendem Online-Konsum wächst auch das Paketvolumen von Jahr zu Jahr. Um es zu bewältigen, wollen die Zusteller in Deutschland mehr Saisonarbeitskräfte einstellen. Die Konkurrenz aus den USA investiert hingegen in Technologie.

Es dauert nicht mehr lange, bis das Weihnachtsgeschäft beginnt. Darüber hinaus nahen der Black Friday und der Cyber Monday, auf die sich alle Online-Händler erwartungsvoll freuen, weil sie in diesen saisonalen Tagen den größten Teil ihres jährlichen Umsatzes erwirtschaften. Genauso wie sie bereiten sich auch die Logistik-Dienstleister auf die verkaufsstarke Zeit vor, um das ansteigende Paketvolumen bewältigen zu können. Dieses hat mit den Jahren enorm zugenommen, sodass es für die Unternehmen schwierig geworden ist, Saisonarbeiter in dem erforderlichen Umfang zu engagieren.

Amazon und Logistik-Dienstleister suchen für Weihnachtsgeschäft so viele Saisonarbeiter wie nie zuvor

In Deutschland suchen Logistik-Dienstleister 19.000 Saisonarbeiter

Da auch Amazon die Paketzustellung zunehmend selber übernimmt, beginnt der Online-Riese schon im Herbst die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern für die jeweiligen Logistik-Zentren. In diesem Jahr startete das Unternehmen aus Seattle bereits im August und benötigt insgesamt 13.000 neue Kräfte für das kommende Weihnachtsgeschäft. Ergänzend dazu will es die zuständigen Lager besser auffüllen und dort mehr als 3 Millionen Produkte zusätzlich unterbringen. In Deutschland steht vor allem Hermes unter Druck, weil der Dienstleister allein im Dezember mehr als Millionen Pakete erwartet. Um sie zu sortieren und auszufahren, benötigt er 3.500 Saisonarbeiter. Etwas kleiner fällt das jeweilige Kontingent der anderen Zusteller DHL, DPD und GLS aus. Dennoch lässt sich der Bedarf aller Logistik-Dienstleister auf 19.000 Zusatzbeschäftigte beziffern. 10.000 von ihnen will allein die Deutsche Post einstellen

Amerikanische Zusteller setzten auf Technologie

Die amerikanischen Zusteller wie FedEx und UPS verfolgen eine andere Strategie als die deutsche Konkurrenz. Auch sie erwarten eine größere Menge an Paketen, wollen dieses Volumen aber nicht mit mehr Saisonarbeitern unter Kontrolle bringen, sondern mit besserer Technologie. FedEx zum Beispiel eröffnet vor der Weihnachtszeit vier neue Verteilzentren und nimmt zusätzlich dazu weitere Sortierstandorte in Betrieb. UPS unterhält hingegen ein ganzes Netzwerk begrenzter Verteilzentren, das der Dienstleister vor Weihnachten ausbauen möchte. Beide US-Unternehmen haben darüber hinaus viele Produktionsabläufe automatisiert und machen unter anderem von einer Software Gebrauch, mit der sich Pakete schneller sortieren lassen. Dadurch hoffen sie, die Zahl der Saisonarbeiter auf einem gleichbleibenden Niveau halten zu können.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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