Bezahldienste: Apple Pay jetzt auch in Frankreich verfügbar

Frankreichs Konsumenten können ab sofort den Bezahldienst Apple Pay nutzen. Damit ist er nun in drei europäischen Ländern verfügbar, zu denen bald auch Spanien hinzukommt. Während aber Apple weiterhin am Ausbau seines Dienstes arbeitet, kämpfen Banken dagegen an. Sie verfolgen eigene Projekte und sind nicht bereit, den Konzern aus Kalifornien an ihrem Umsatz zu beteiligen.

Apple baut seinen Bezahldienst immer weiter aus. Nachdem der Konzern ihn vor eineinhalb Jahren in den USA eingeführt hatte, kam er in weitere sieben Länder. Unter ihnen befanden sich bislang zwei europäische Staaten: Großbritannien und Schweiz. Nun ist Apple Pay auch in Frankreich verfügbar. Wenn Mastercard- und Visa-Nutzer ihn dortzulande in Anspruch nehmen wollen, brauchen sie lediglich ihre Kreditkarte in der iOS-App „Wallet“ zu registrieren. Das gilt zunächst nur für Kunden einiger weniger Banken und Finanzinstitute, die Apples Bezahldienst unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel die Banque Populaire, die Caisse d`Epargne, das Ticket Restaurant und die Carrefour Banque. In diesen noch engen Kreis sollen bald auch Boon und Orange eintreten, wobei noch nicht feststeht, zu welchem Zeitpunkt dies geschieht. Genauso kurz ist die Liste der bisherigen Händler, die als Partner des kalifornischen Konzerns Zahlungen per Apple Pay akzeptieren. Neben der Supermarktkette Carrefour und der Fast-Food-Kette Pret a Manger haben sich dazu auch die Tankstelle Total und der Elektronikanbieter Fnac bereit erklärt. Außerdem zeigen große Online-Marktplätze Interesse an dem Dienst und spielen mit der Idee, ihn ab Herbst in die eigenen Plattformen zu integrieren.

Bezahldienste: Apple Pay jetzt auch in Frankreich verfügbar

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Deutsche und österreichische Konsumenten müssen auf Apples Bezahldienst noch warten

Wer in Großbritannien, Schweiz und Frankreich mit Apple Pay bezahlen möchte, kann dies in Apps und an jeder Kasse tun, die mit der Nahfunktechnik NFC ausgestattet ist. Bald soll dies auch in dem Browser Safari und auf Macs möglich sein, sofern sich in der Nähe entweder ein iPhone oder eine Apple-Uhr befinden. Im Zuge des Ausbaus will Apple seinen Bezahldienst in naher Zukunft in ein viertes europäisches Land bringen: nach Spanien. Während sich aber die Konsumenten dort auf das neue Zahlungsmittel freuen dürfen, müssen deutsche und österreichische Verbraucher weiterhin warten. Noch steht kein Termin fest, an dem der riesige Konzern Apple Pay auch hier auf den Markt bringt.

Von der Seite der Bankhäuser kommt Gegenwind

Grund für die schleppende Einführung des Bezahldienstes in Europa könnte der Widerstand traditioneller Finanzinstitute sein. Ihnen ist Apple Pay ein Dorn im Auge, weil sie sich darum bemühen, mit eigenen Diensten Marktanteile zu gewinnen. Außerdem stört es sie, dass der Gigant aus Kalifornien von ihnen eine Umsatzbeteiligung verlangt. Derzeit beträgt sie in den USA 0,15 Prozent des jeweiligen Transaktionsvolumens. In Europa tritt Apple hingegen großzügiger auf, um die Bankhäuser nicht zu verärgern und gute Bedingungen für eine langfristige Zusammenarbeit zu schaffen. Momentan haben intakte Beziehungen zu den mächtigen Geldhäusern große Priorität, weil der Bezahldienst noch keinen „bedeutenden finanziellen Beitrag“ zu Apples Gewinneinnahmen leiste, wie der Finanzchef des Konzerns selber zugab. Allerdings sehe er Potential und gehe stark davon aus, dass Apple Pay sich zu einem „interessanten Geschäft“ entwickle.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Bezahldienste, Onlinehandel allgemein

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