Pinterest berücksichtigt beim Anzeigenverkauf doch mehr Verticals

Das soziale Netzwerk Pinterest gehört zu den Gewinnern unter den gegenwärtigen Start-Ups. An den Erfolg der letzten Jahre will das Unternehmen auch 2016 anknüpfen und nimmt sich vor, im Anzeigengeschäft zu expandieren. Davon profitieren auch Werbungtreibende aus Bereichen, die vor wenigen Monaten noch gar nicht vorgesehen waren.

Noch im September letzten Jahres legte sich Pinterest fest, seine Anzeigenplätze nur an Dienstleister und Produktanbieter aus der Einzelhandel- und Konsumgüter-Branche verkaufen zu wollen. Doch der neue Sales-Chef Jon Kaplan scheint mit diesem Grundsatz nicht einverstanden zu sein. Denn knapp ein halbes Jahr später ändert das soziale Netzwerk seine Strategie wieder und zeigt sich zumindest auf dem US-Markt nun doch bereit, auch andere Geschäftsfelder zu berücksichtigen. Deswegen ist jetzt von „Vertikalisierung“ der eigenen Anzeigenprodukte die Rede, was in der wirtschaftlichen Fachsprache so viel wie Anpassung an einzelne Marktbereiche bedeutet. Die Anbieter der jeweiligen Geschäftsfelder tragen hingegen die Bezeichnung „Verticals“, von denen in Zukunft auch solche bei Pinterest Anzeigenplätze kaufen dürfen, die den Bereichen Finanzdienstleistung, Tourismus, Automobilindustrie und Gastronomie angehören.

Pinterest berücksichtigt beim Anzeigenverkauf doch mehr Verticals

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Gründe für den Richtungswechsel

Der Grund für Pinterests Umorientierung könnte in dem Werbe-Erfolg liegen. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, ist der Umsatz aus dem Anzeigengeschäft allein zwischen 2014 und 2015 um das Fünffache gestiegen. Mehr als 10.000 Kunden sollen die begehrten Plätze mittlerweile kaufen, was Pinterest dazu veranlasst, weitere Expansionspläne zu schmieden. Dazu trugen auch die aktiven User bei, deren Zahl derzeit bei 100 Millionen liegt. Und nirgends ist dieses rasante Wachstum spürbarer als in Deutschland, wo es heute dreimal mehr Pinterest-Nutzer gibt als noch vor einem Jahr. Diese Erfolge hängen mit den wertvollen Erfahrungen zusammen, die das soziale Netzwerk in der Vergangenheit gesammelt und verwertet hat. Laut Präsident Tim Kendall versuchte das Unternehmen vor allem zu verstehen, wann die User in eine ganz bestimmte Lebensphase eintreten und dadurch zu potentiellen Kunden entsprechender Produkte und Dienstleistungen werden. Diese Zusammenhänge ermittelte Pinterest anhand der Nutzer-Pinnings und nutzte sie schließlich für das eigene Anzeigengeschäft.

Investitionsziele und Herausforderungen in 2016

Um die Expansionspläne zu realisieren, strukturiert Jon Kaplan die Anzeigeabteilung gerade kräftig um und lenkt Investitionen in die Arbeit rund um Werbe-Formate, -Targeting und -Größen. Wie der Sales-Chef selber mitteilte, handelt es sich dabei um Bereiche, die momentan auch für Werbeplatz-Anbieter wie Facebook, Twitter und Google höchste Priorität haben. Die größte Herausforderung sieht Kaplan jedoch in der Aufgabe, den Werbungtreibenden beizubringen, wie Pinterest funktioniert und wofür aktive User diese Plattform nutzen. Das scheint vielen noch immer nicht klar zu sein.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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