Der luxemburgische Firmensitz von eBay im Visier der Steuerbehörden

In Deutschland und Großbritannien mehren sich die Zweifel am Luxemburger Firmensitz des Unternehmens eBay, so die Nachrichtenagentur Reuters. Das hätte enorme steuerliche Auswirkungen. Der US-amerikanische Konzern eBay hat seit dem Jahr 2007 seinen Firmensitz im Luxemburg. Daher kann eBay für alle Verkäufe in Europa 15% Mehrwertsteuer verrechnen. Die Erlöse werden jedoch über die Schweiz verbucht, die einen besonders günstigen Steuersatz hat.

In Luxemburg habe eBay lediglich 9 Mitarbeiter. Der offizielle Umsatz habe 2011 bei 5 Millionen US-Dollar gelegen. eBay habe allerdings seit 2007 in Deutschland 6,1 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 4,70 Milliarden Euro) und in Großbritannien 5 Milliarden Dollar umgesetzt.

Läge die Zentrale von eBay in der Schweiz, dann hätte das Unternehmen die Mehrwertsteuer des EU-Landes veranschlagen müssen, in dem ihre Waren erworben wurden. Selbst wenn man annehme, dass 50% der Produkte über vorsteuerabzugsberechtige Firmen verkauft wurden, hätte eBay seit 2007 in Deutschland 580 Millionen Dollar und in Großbritannien 500 Millionen Dollar Mehrwertsteuer zahlen müssen, erklärt Reuters.

eBay müsse nun beweisen, dass eBay Europe Sarl mit Sitz in Luxemburg auch wirklich Anbieter der Dienstleistungen für die EU-Bürger war, denn damit würde es steuerlich als Firmensitz gelten [s.a.r.l. societé à responsibilité limité ist die französische Abkürzung einer Unternehmensform, mit der deutschen GmbH vergleichbar].

Amazon verrechnet rund 50% seiner Einnahmen außerhalb der USA über Luxemburg, zahlte jedoch durchschnittlich 6% Steuern in den vergangenen 4 Jahren auf den außer-amerikanischen Gewinn. eBay hingegen 3% Steuern.

eBay legt gegenüber Reuters jedoch Wert auf die Feststellung, dass man sich an alle steuerrechtlichen Bestimmungen in Europa und international halte.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



Kategorien: eBay, Recht & Sicherheit

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