US-Finanzexperte Eric Jackson: In spätestens 10 Jahren ist Facebook von der Bildfläche verschwunden

Der US-Finanzexperte Eric Jackson, Gründer von Ironfire Capital hat in der CNBC-Sendung “Squawk on the Street” vorhergesagt, dass Facebook „in 5 bis 10 Jahren verschwunden sein wird, so ähnlich wie Yahoo!“. Wie Yahoo! werde Facebook auf einen Bruchteil seiner heutigen Größe zusammenschrumpfen. Als Grund führt Jackson das fehlende Geschäftsmodell für den mobilen Markt an. Eine neue Generation von Internet-Firmen, die das nötige Mobilltelefon-Know-how haben, wird das Business beherrschen.

Laut Jackson gibt es 3 Generationen von Internet-Unternehmen:

  • die Vorreiter waren große Web-Portale wie Yahoo, die Content an einem Ort gesammelt haben.
  • die 2. Welle gehört den sozialen Medien, wie Facebook.
  • die neue Generation besteht aus Firmen, die es verstehen, auf mobilen Plattformen Geld zu verdienen.
US-Finanzexperte Eric Jackson: In spätestens 10 Jahren ist Facebook von der Bildfläche verschwunden

 

Facebook weiß um seine Schwäche auf dem mobilen Markt und versucht auch, diesen Mangel zu beheben, indem es an Möglichkeiten bastelt, Werbung auf mobilen Endgeräten zu verkaufen. Der Experte sieht dennoch kaum Hoffnung für das soziale Netzwerk. „Auch wenn Facebook Start-ups kauft, haben sie immer noch eine große, dicke Internetseite im Zentrum ihres Geschäfts und das ist etwas ganz anderes, als eine mobile App“, prophezeit Jackson. Am Ende werden die Anwender entscheiden, ob sich das soziale Netzwerk behaupten kann. Aus heutiger Sicht scheint es fast undenkbar, dass fast eine  Milliarde User, die das Kapital des Konzerns sind, der Plattform den Rücken kehren.

„Die Kommunikation über Facebook wird für viele noch einfacher und alltäglicher werden. Eine zu starke Kommerzialisierung könnte die Nutzer aber durchaus vergraulen. Viele User teilen schon heute weniger als früher oder sind genervt davon, zugemüllt zu werden“, sagt Ed Wohlfahrt von edRelations gegenüber pressetext. Auf den kleinen Bildschirmen von mobilen Endgeräten läuft Werbung noch eher Gefahr, den Nutzern auf die Nerven zu gehen.

„Nach dem IPO (Initial Public Offering = Börsengang) ist entscheidend, in welche Richtung Facebook geht und ob die User folgen werden. Zählt nur noch Shareholder Value, könnten die Menschen ihre Nutzung einschränken“, so Wohlfahrt.

Die Konkurrenz schläft nicht und wartet nur auf einen Fehler von Facebook: „Wenn es sich auf seine Stärke, nämlich das Gespräch, besinnt, werden die Nutzer weiterhin über Facebook kommunizieren. Das sollten auch Firmen berücksichtigen, statt User auf der Plattform mit aggressivem Marketing zu überrollen. Einen Konkurrenten, der Facebook vom Thron stoßen könnte, sehe ich derzeit aber nicht“, so Wohlfahrt.

Mittlerweile haben sich die Menschen an soziale Netzwerke gewöhnt und wollen nicht mehr darauf verzichten, auch auf mobilen Endgeräten nicht. Den Stein der Weisen, mit dem mobile Nutzer zu Geld gemacht werden, hat auch die Konkurrenz noch nicht gefunden. Falls das aber passiert, kann alles ganz schnell gehen. Jacksons Beispiel Yahoo! hat in nur einer Dekade nach 2000 etwa 90% an Wert verloren.

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