Neue EU-Transparenzvorschriften zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug

Seit dem Jahreswechsel sind neue EU-Vorschriften in Kraft getreten, die darauf abzielen, Mehrwertsteuerbetrug bei grenzüberschreitenden Zahlungen effektiver zu bekämpfen. Diese Maßnahmen sollen den EU-Mitgliedstaaten helfen, Mehrwertsteuerbetrug, insbesondere im Bereich des E-Commerce, aufzudecken und zu verhindern.

Neue EU-Transparenzvorschriften zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug
Neue EU-Transparenzvorschriften zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug ©onlinemarktplatz.de

Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni betont, dass diese Vorschriften eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Mehrwertsteuerbetrugs spielen werden. Durch die neuen Regelungen können die Steuerbehörden der EU-Mitgliedstaaten auf Zahlungsinformationen zugreifen, die von Zahlungsdienstleistern wie Banken und Kreditkartenunternehmen gesammelt werden. Dies erleichtert das Aufdecken und gezielte Bekämpfen betrügerischen Verhaltens im elektronischen Handel.

Besonders im elektronischen Handel, der für Mehrwertsteuerverstöße besonders anfällig ist, werden diese Informationen genutzt, um Mehrwertsteuerbetrug leichter aufzudecken. Dies betrifft unter anderem Online-Verkäufer ohne physische Präsenz in einem EU-Mitgliedstaat, die Waren und Dienstleistungen an EU-Verbraucher verkaufen, ohne sich in der EU für Mehrwertsteuerzwecke zu registrieren oder indem sie falsche Angaben über den Wert ihrer Online-Verkäufe machen.

Zahlungsdienstleister müssen nun die Empfänger grenzüberschreitender Zahlungen überwachen und Informationen über jene Zahlungsempfänger, die mehr als 25 grenzüberschreitende Zahlungen pro Quartal erhalten, an die Verwaltungen der EU-Mitgliedstaaten übermitteln. Diese Informationen werden in der neuen europäischen Datenbank CESOP gesammelt und analysiert.

Alle Informationen im CESOP stehen den Mitgliedstaaten über Eurofisc, das EU-Netzwerk aus Experten im Bereich der Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug, zur Verfügung. Eurofisc-Verbindungsbeamte können angemessene Maßnahmen auf nationaler Ebene ergreifen, um Betrug im elektronischen Handel zu bekämpfen.

Für E-Commerce-Unternehmen ist es daher wichtig, sich über diese Entwicklungen zu informieren und sicherzustellen, dass sie den neuen EU-Vorschriften entsprechen, um mögliche rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden​​.

Frank