Deutsche Konsumenten wollen nicht mehr auf Marktplätze aus Fernost verzichten

Aktuelle Studie des ECC KÖLN zeigt: Neue Marktplätze wie Wish, AliExpress und Joom haben sich mittlerweile im Relevant Set deutscher Konsument*innen positioniert. Aber es gibt deutliche Unterschiede in den Nutzungsmotiven der Käufergruppen.

Auch wenn sie Amazon noch lange nicht den Rang ablaufen können, möchten deutsche Konsumentinnen und Konsumenten heute nicht mehr auf neue Marktplätze wie Wish und Co. verzichten. Zu groß ist der Wunsch nach exklusiven und preiswerten Produkten. Die neue Studie „Schnäppchen aus Fernost – Neue Marktplätze im Vergleich“ des ECC KÖLN vergleicht daher die neuen Marktplätze nicht nur mit etablierten Marktplätzen wie Amazon oder eBay, sondern nimmt insbesondere die Plattformen Wish, AliExpress und Joom unter die Lupe. Dafür wurden 1.200 Konsument*innen befragt.

„Auch wenn die neueren Marktplätze auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten aufweisen, so zeigen sich bei der näheren Analyse nicht nur erhebliche Unterschiede in puncto Sortiment und Serviceversprechen, sondern auch hinsichtlich der Zielgruppe und deren Bedürfnissen,“ so Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleitung am ECC KÖLN, zu den Ergebnissen der Studie.

Neue Marktplätze beliebt für Hobby, Freizeit und Geschenke

Konsument*innen charakterisieren Wish und Co. im Vergleich zu Onlineanbietern wie Amazon als preisgünstig und spielerisch. Insbesondere Artikel rund um die Themen „Hobby & Freizeit“ sowie Geschenke werden vermehrt auf den neuen Marktplätzen gesucht und erworben. Höherpreisige Produkte oder jene mit höherem Qualitätsanspruch werden hingegen eher auf etablierten Marktplätzen wie Amazon, Zalando oder eBay geshoppt. Dies gilt insbesondere für Elektrogeräte, aber auch für Kosmetikartikel.

Exklusivität der Produkte als Treiber

In einem Deep Dive der drei Plattformen Wish, AliExpress und Joom zeigt sich: Marktplätze mit Produkten aus Fernost lassen sich nicht über einen Kamm scheren und bedienen unterschiedliche Kundengruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Während für Käufer*innen aller genannter Marktplätze einzigartige bzw. schwer erhältliche Produkte im Fokus stehen, genießen Wish-Käufer*innen insbesondere die Inspiration und das Stöbern (74 %). Für Joom-Käufer*innen hingegen zählen auch Convenience-Aspekte, die 79 Prozent mit einfachen Bestell- und Lieferprozessen auf den neuen Marktplätzen erfüllt sehen.

Preisbezogene Marketinginstrumente locken Konsumenten an

Während Joom-Käufer*innen mit ihren Bestellungen bei den neuen Marktplätzen insgesamt am zufriedensten sind (88,2 %) und eine hohe Wiederkaufrate haben (84,7 %), scheinen Wish-Käufer*innen bei ihren Bestellungen vermehrt schlechte Erfahrungen zu machen. Die unterschiedliche Performance ist vor allem auf starke Unterschiede in Angebot, Leistung und Umsetzung, aber auch auf unterschiedliche Marketinginstrumente zurückzuführen. Insbesondere Wish setzt dabei vor allem auf Coupons und Rabatte, wohingegen AliExpress eine Vielfalt an Gamification-Erlebnissen wie Geschenke, Punkte und Countdowns anbietet, um Käufer*innen zu erreichen.

©IFH Köln 2020

Daten und Grafiken aus dieser Mitteilung dürfen nur im Rahmen journalistischer oder redaktioneller Zwecke genutzt werden. Die werbliche und kommerzielle Nutzung sowie Aufbereitung für eine vertragsbasierte Weitervermarktung ist untersagt. Dies gilt insbesondere für Statistikportale!

Über die Studie

Die Studie „Schnäppchen aus Fernost – Neue Marktplätze im Vergleich“ des ECC KÖLN untersucht die neueren Marktplätze aus Fernost und widmet sich speziell der Frage, welche Anreize Kundinnen und Kunden beim Kauf geboten werden. Hierfür wurden rund 1.200 Konsumentinnen und Konsumenten befragt.

Die komplette Studie kann für 490 EUR hier erworben werden.


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