61 % der deutschen Verbraucher planen ihren Weihnachtseinkauf im Ladengeschäft

Deutschlands Einzelhändler blicken nervös auf die kommenden Wochen. Sie hoffen, zumindest einen Teil des verlorenen Umsatzes aus dem Frühjahr wieder wettmachen zu können. Mit Black Friday und dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft wäre das Potenzial durchaus da – doch wie verhalten sich Konsumenten in Zeiten der Pandemie? Was lockt Verbraucher in die Läden?

Immer wieder Samstags – Zumindest was die Spitzeneinkaufstage vor Weihnachten betrifft, halten die deutschen Verbraucher an Gewohntem fest und bevorzugen die Adventssamstage für den Geschenkekauf. Sensormatic Solutions prognostiziert drei der fünf besucherstärksten Einkaufstage an Adventssamstagen:

    • Platz 1.     12. Dezember 2020 – 2. Samstag vor Weihnachten
    • Platz 2.     19. Dezember 2020 – Super Saturday (letzter Samstag vor Weihnachten)
    • Platz 3.     28. November 2020 – Samstag nach Black Friday
    • Platz 4.     05. Dezember 2020 – 3. Samstag vor Weihnachten
    • Platz 5.     02. Januar 2021 – Samstag nach Neujahr

Demnach liegen voraussichtlich vier der fünf besucherstärksten Einkaufstage vor Weihnachten. Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich zeigt, dass dort die Top 2 der Spitzeneinkaufstage jeweils im Januar liegen. Nur in UK gehen die Verbraucher ebenfalls lieber vor Weihnachten einkaufen.

Ebenso auffällig ist die Tatsache, dass in allen untersuchten europäischen Ländern der Preis nach wie vor das Hauptargument ist, das Verbraucher dazu bewegt, im stationären Handel einzukaufen. Ein zusätzlicher Anreiz für deutsche Konsumenten dürfte in diesem Jahr der noch bis Ende des Jahres geltende günstigere Mehrwertsteuersatz sein.

Weitere Ergebnisse der Befragung von Sensormatic Solutions unter 1.000 deutschen Konsumenten:

Das Preisargument – Die Untersuchung ergab, dass der Preis für 40 % der deutschen Verbraucher an erster Stelle steht, wenn sie sich beim Einkauf für den stationären Handel entscheiden. In Frankreich gaben sogar 56 % der Käufer an, aus Preisgründen im Laden einzukaufen, in UK waren es 48 %, in Spanien 46% und in Italien 42 %.

Der Online-Einkauf – Erstaunlich ist, dass die Deutschen – entgegen ihrem früheren Ruf als Internetmuffel – dem Online-Einkauf aufgeschlossener gegenüberstehen, als die Verbraucher anderer europäischer Länder. Demnach planen 19% der deutschen Konsumenten ihren gesamten Weihnachtseinkauf im Internet zu erledigen. In Spanien und Italien sind es nur 11%, in Frankreich 13 % und in UK  18%.

Der Black Friday Effekt – Im vergangen Jahr noch auf Platz 4 der besucherstärksten Einkaufstage, schafft es der Rabatt-Tag in Deutschland 2020 auf Platz 3. Die Auswirkungen der Pandemie machen sich allerdings auch hier bemerkbar, da 36% der deutschen Verbraucher angeben, auf Grund von Social Distancing an diesem Tag kein Geschäft aufsuchen zu wollen. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld (Spanien 32 %, Frankreich 35 %). In UK, wo die Zahlen an Covid-Erkrankungen sehr hoch sind, scheinen die Verbraucher besonders zurückhaltend zu sein: Hier will die Hälfte der Befragten an diesem Tag auf einen Besuch im Ladengeschäft verzichten. Umso erstaunlicher ist das Verhalten italienischer Konsumenten. Hier geben lediglich 23 % an, an Black Friday kein Geschäft betreten zu wollen.

Übersicht – Anteil der befragten Konsumenten, die planen, ihre Weihnachtsgeschenke ausschließlich online zu besorgen:

    • Deutschland 19%
    • Vereinigtes Königreich 18%
    • Frankreich 13%
    • Italien 11%
    • Spanien 11%

den Preis als Hauptgrund angeben, warum im stationären Einzelhandel gekauft wird:

    • Frankreich 56%
    • Italien 46%
    • Vereinigtes Königreich 48%
    • Spanien 42%
    • Deutschland 40%

die wegen der Pandemie an Black Friday auf keinen Fall stationär einkaufen:

    • Vereinigtes Königreich 50%
    • Deutschland 36%
    • Spainien 35%
    • Frankreich 32%
    • Italien 23%

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