Internetkriminelle organisieren sich wie die Mafia

Experten des Sicherheitsunternehmens Finjan haben sich verdeckt in Carding Webseiten (hier werden Kreditkartennummern angeboten) eingeschleust und festgestellt, dass die Internet-Kriminellen heute in Strukturen arbeiten, die den Machtstruktur der Mafia sehr ähnlich sind.

Sie arbeiten auf einer weit  ausgedehnten Basis und sind bestens organisiert, denn sie verfügen unter anderem über Manager, Programmierer und Informations-Händler, so das Resultat der Studie. Zunächst werden die entsprechenden Kreditkartendaten gestohlen, z.B. durch darauf spezialisierte Hacker und dann werden diese Informationen weiterveräußert.
Die Kriminellen benutzen die Karten meist nicht selber, sondern verdienen ihr Geld durch die Nummern-Weitergabe. Ein sogenannter „Kampagnen-Manager“ regelt und überwacht die verschiedenen Hacker-Attacken.

In der Rangordnung ganz oben steht meist eine Einzelperson mit einem Team von engen Vertrauten, die dann den Handel der rechtswidrig erlangten Daten weiter regeln. Der Boss der Organisation tritt so gut wie nie in Erscheinung, und häufig kennen die Mitglieder des kriminellen Gefüges nur die ICQ-Nummern der einzelnen Gauner. Über den Instant Messenger ICQ wird ein Großteil der Verständigung abgewickelt.

Yuval Ben-Itzhak, Technikchef bei Finjan erläutert das Ergebnis der Untersuchung: „Wir hatten gegenüber früheren Untersuchungen das Gefühl, dass sich hier etwas geändert hat. Das ist inzwischen alles viel stärker organisiert. Wir haben es geschafft, ihr Vertrauen zu erringen.“ Die Sicherheits-Fachleute erhielten von den Kriminellen Kreditkartennummern und konnten diese Karten auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen.

Beim Absatz werden für Master Card Standard- und Visa Classic-Datensätze jeweils 15 US-Dollar fällig. Visa Gold-Nummern sind bis zu 90 US-Dollar wert. Dadurch, dass sich die Organisationen untereinander einen immer größeren Konkurrenzkampf bieten, fallen die Preise für die Kartennummern momentan. Es gibt mittlerweile schon Verkäufer, die Garantien anbieten, sollte eine Karte wegen einer Sperrung nicht mehr brauchbar sein. Der Käufer erhält dann eine neue Karte.

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