Walmart plant die Einführung von zwei Online-Marken

Gerry Weber hat es vorgemacht. Walmart tut es ihm nun gleich: Der Einzelhändler ist kurz davor, zwei eigene Online-Marken zu launchen. Während sich die eine auf Kosmetik konzentriert, soll die andere Frauen aus der gehobenen Mittelschicht ansprechen. Für die Vermarktung hat sich der US-Konzern ebenfalls etwas Besonderes ausgedacht.

Derzeit macht sich der Trend bemerkbar, dass stationäre Einzelhändler eigenständige Online-Marken einführen. Darauf bereitet sich nun auch der US-Riese Walmart vor. Im Visier hat er dabei die gehobene Käuferschicht, die er auf zwei Homegrown-Webseiten locken will. Auf einer von ihnen werden Luxusmatratzen und Bettzeug angeboten. Die andere konzentriert sich hingegen auf den Verkauf von Kosmetikprodukten.

Walmart plant die Einführung von zwei Online-Marken

Walmart plant die Einführung von zwei Online-Marken
pixabay.com ©geralt (Creative Commons CC0)

Walmart steht im Online-Geschäft unter Druck

Die Initiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, als die Zweifel an Walmarts Online-Performance zu wachsen beginnen. Erst kürzlich teilte das Unternehmen mit, dass es in der Weihnachtsaison 23 Prozent mehr umgesetzt habe. So gut sich das Ergebnis anhört, so mickrig fällt es im Vergleich zu dem vorherigen Quartal aus, in dem der Erlös um 50 Prozent gestiegen war. Diesen Leistungsrückgang bestraften die Anleger prompt: Die Aktie fiel daraufhin um zehn Prozentpunkte. Dabei erhoffte sich Walmart mit dem Zukauf von Jet.com einen neuen Auftrieb. Dieser blieb aus, und selbst Geschäftsführer Doug McMillon muss zugeben, dass die erworbene E-Commerce-Seite nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat. Deswegen lohnt es sich aus seiner Sicht mehr, in eigene Marken zu investieren: „Walmart ist im ganzen Land eine bekannte Marke“, sagt er. „Wenn man nach Oklahoma, Texas und in die Mitte des Landes kommt, macht es einfach Sinn, in diese Marke zu investieren, anstatt in Aktivitäten, mit denen man eine Marke einführt, die weniger bekannt ist.“

«Allswell» und «Co Squared»

Allerdings soll das nicht heißen, dass Walmart dazu übergeht, Jet.com abzustoßen. Viel eher sollen die neuen Online-Marken die E-Commerce-Seite ergänzen. Sie sprechen insbesondere Frauen aus der oberen Mittelklasse zwischen 30 und 40 an. Zwei Gruppen stehen dabei im Vordergrund: zum einen Momagers, also Mütter, die auch ihren Haushalt verwalten und Bequemlichkeit und Qualität wollen. Zum anderen wenden sich die Online-Marken an alleinstehende oder unverheiratete Frauen, die den Kauf von Einrichtungsgegenständen nicht aufschieben wollen. Den Anfang soll im März «Allswell» machen. Dabei handelt es sich um eine Matratzen- und Bettwäsche-Marke, die der Einzelhändler vor wenigen Monaten schützen ließ. Vermarktet wird sie weder auf walmart.com noch auf jet.com, sondern auf einer eigenen Webseite. Die andere Marke heißt «Co Squared» und konzentriert sich auf Kosmetik. Um sie zu vermarkten, sucht Walmart derzeit nach passenden Influencern. Großes Interesse hat der Konzern an dem kanadischen Model Coco Rocha, die «Co Squared» repräsentieren soll. Beide Parteien befinden sich noch in Gesprächen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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