Studie: Kunden bestellen nur selten ihre Lebensmittel online

Der Online-Lebensmittel-Handel gehört derzeit zu den aufstrebendsten Bereichen im E-Commerce. Die Zahl der Anbieter wächst. Sind aber die Konsumenten genauso begeistert, wie es der Eifer der Dienstleister suggeriert? Dieser Frage gingen Trnd und Territory Bestseller nach. Das Ergebnis fällt eher ernüchternd aus.

Als HelloFresh kürzlich an die Börse ging, war die Aufregung groß. Genauso wie der Kochboxen-Versender halten momentan alle Online-Lebensmittel-Händler das E-Commerce in Atem. Ob Amazon, Rewe, AllyouneedFresh oder DHL, alle wollen auf dem aufstrebenden Markt für E-Food mit immer lukrativeren Angeboten Kunden für sich gewinnen. Aber sind diese überhaupt empfänglich dafür? Dieser Frage gingen Trnd und Territory Bestseller nach. Im Rahmen ihrer Studie «Der Online-Handel für frische Lebensmittel» befragten sie zu diesem Thema insgesamt 9.922 Verbraucher und fanden heraus, dass lediglich jeder Fünfte ein Mal Lebensmittel im Internet bestellt hat.

Studie: Kunden bestellen nur selten ihre Lebensmittel online

Studie: Kunden bestellen nur selten ihre Lebensmittel online
pixabay.com ©Alexas_Fotos (Creative Commons CC0)

Was überzeugt, ist der Zahlungs- und Bestellprozess

Viele Konsumenten zögern, wenn es um E-Food geht. Wer jedoch schon einmal Lebensmittel online gekauft hat, macht es wieder. Laut Studie gilt das für 60 Prozent der Befragten. Manche von ihnen bestellten in der Vergangenheit sogar bis zu 30 Mal oder häufiger Lebensmittel. Ihr Anteil beläuft sich auf 14 Prozent. Was ihnen am Online-Kauf gefällt, ist vor allem das Lieferangebot. Überzeugen wirkt auf sie auch der recht einfache Zahlungs- und Bestellprozess. Aufgrund dieser Bedingungen kauft diese Konsumentengruppe Waren, deren Wert im Durchschnitt zwischen 25 und 50 Euro liegt.

Skepsis gegenüber Qualität und Frische

Obwohl die Zahl mutiger Konsumenten noch sehr gering ist, gibt es den Studien-Initiatoren zufolge auch Lichtblicke, weil 9,1 Prozent der bisher Untätigen in Zukunft den Online-Kauf wagen wollen. Die Hälfte verweigert es weiterhin, Lebensmittel im Internet zu bestellen. Das begründen diese Verbraucher damit, dass die Qualität und Frische der Produkte bei ihnen nur wenig Vertrauen weckt. Genauso skeptisch stehen sie dem Preis-Leistungsverhältnis gegenüber. Nicht weniger groß ist die Zahl der unentschlossenen Konsumenten. Ihr Anteil liegt bei 42,5 Prozent. Ob sie in Zukunft Lebensmittel im Internet kaufen werden, können sie nicht mit Sicherheit sagen. Sie stellen die Zielgruppe dar, um die die vielen Anbieter werben werden.

Rewe ist beliebtester Online-Lebensmittel-Anbieter

In ihrer Studie fanden Trnd und Territory zudem heraus, dass unter den Dienstleistern Rewe in Deutschland die größte Popularität genießt. Bei der Supermarkt-Kette bestellen mehr als 44 Prozent der positiv eingestellten Verbraucher. An zweiter Stelle befindet sich AllyouneedFresh mit 21,4 Prozent. Auf diese zwei Anbieter folgt AmazonFresh, bei dem 14,5 Prozent ihre Lebensmittel online bestellen. Diese Werte sagen jedoch nichts darüber aus, ob sich das Verhältnis zwischen dem Online- und Offline-Verkauf verändert. 88 Prozent der Konsumenten glauben jedenfalls, dass die Supermärkte im Lebensmittel-Handel weiterhin dominieren werden.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: E-Food, Onlinehandel allgemein

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