Neue Paketmarkt-Studie: Bis 2025 wächst das Liefer-Volumen in Deutschland um das Doppelte

Der Paketmarkt ist in Bewegung und steht vor weitreichenden Veränderungen. Wie er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird, wollte nun die Beratungsfirma McKinsey & Company herausfinden. Auf der Grundlage ihrer aktuellen Studie prognostiziert sie einen rasanten Anstieg des Liefer-Volumens, der in Deutschland bis 2025 bei 50 Prozent liegen wird. Vor enormen Herausforderungen stehen die Dienstleister vor allem in den Bereichen der Sofort- und tagesgleichen Lieferung.

Aufgrund des steigenden Online- und Mobile-Konsums steht der Paketmarkt vor enormen Herausforderungen. Schon jetzt steigt das Zustellungsvolumen in Märkten wie Deutschland und USA jährlich um 7 bis 10 Prozent. Dabei stehen die Dienstleister unter immensem Druck: Immer schneller soll die Waren-Lieferung sein und so wenig kosten wie möglich. Welche Entwicklung die E-Commerce-Logistik in den nächsten Jahren nehmen wird, wollte jetzt der Unternehmensberater McKinsey & Company ermitteln. In ihrer Studie „Parcel delivery. The Future of Last Mile“ befragte die Firma Verbraucher verschiedenen Alters und fand dabei heraus, dass der Paketmarkt in Deutschland bis 2025 um das Doppelte wachsen wird. Demnach soll das jährliche Volumen zu diesem Zeitpunkt bei 5 Milliarden Paketen liegen. An Bedeutung würden vor allem die Sofort- und tagesgleichen Lieferungen gewinnen, deren Marktanteil im Jahr 2025 McKinsey & Company auf ein Fünftel beziffert.

Neue Paketmarkt-Studie: Bis 2025 wächst das Liefer-Volumen in Deutschland um das Doppelte

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Ältere Kunden bevorzugen eine günstige, die jüngeren eine schnelle Lieferung

Aus der Studie gehet zudem hervor, dass sich die Logistik-Erwartungen der jeweiligen Altersgruppen unterscheiden. Für ältere Konsumenten steht bei der Paketlieferung der Preis im Vordergrund. Jüngere Kunden unter 35 bevorzugen hingegen eine schnelle Zustellung und sind bereit, dafür auch etwas mehr zu bezahlen. Laut McKinsey & Company beträgt der gemeinsame Marktanteil von tagesgleichen und Sofortlieferungen momentan weniger als ein Prozent. Doch das soll sich bis 2025 ändern, sodass die Initiatoren der Studie von einem durchschnittlichen Wachstum von 40 Prozent ausgehen. Ihrer Einschätzung nach werden Sofort- und tagesgleiche Lieferungen zu diesem Zeitpunkt für 20 Prozent des gesamten Umsatzes verantwortlich sein, den Logistik-Dienstleister mit der Zustellung von Standardpaketen erwirtschaften.

Der Preis wird den Paketmarkt weiterhin bestimmen

Auch wenn sich die Aufmerksamkeit derzeit enorm auf die schnelle Bewältigung von Paketzustellungen richtet, wird der Preis in dem Bereich weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Denn die Studie ergab, dass 70 Prozent der Befragten sich für die günstigste Standardlieferung entscheiden. Das gilt für ältere und jüngere Kunden gleichermaßen. Während 30 Prozent von ihnen sich mit einem Euro für eine schnelle Lieferung einverstanden erklären, ist nur jeder Zehnte bereit, 3 bis 5 Euro dafür auszugeben. Dabei ist die Kostenfrage gerade bei den Sofort- und tagesgleichen Lieferungen brisant, weile die sogenannte Letzte Meile einen Großteil der Kosten für sich beansprucht. 90 Prozent beträgt derzeit der Anteil, während er bei Standardpaketen bei 50 Prozent liegt. Aber auch diese Summe ist zu viel, sodass die Logistik-Dienstleister das Preisproblem langfristig lösen müssen.

Mit neuen Technologien die Lieferkosten reduzieren

Um die Kosten für die letzte Meile zu reduzieren, setzen viele Zusteller auf neue Technologien. In Zukunft sollen beispielsweise selbstfahrende Roboter oder Drohnen die Paketlieferung schneller und effizienter machen. Allerdings befinden sich diese Hilfsmittel noch in der Entwicklung, sodass noch nicht feststeht, wann genau sie zum Einsatz kommen. Der Studie zufolge zeigen sich 60 Prozent der Konsumenten für diese Technologien empfänglich, wobei vor allem die jüngere Generation an ihnen Gefallen findet. Drei Viertel unter ihnen gehören zu den Befürwortern. Ihnen macht der McKinsey-Seniorpartner Jürgen Schröder gute Hoffnungen: „Wir erwarten, dass 2025 rund 80 Prozent der Pakete automatisiert ausgeliefert werden können“, kommentiert er die Studie, gibt aber zu bedenken, dass die Zustellung in manchen Bereichen weiterhin nicht ohne menschliche Hilfskräfte auskommen werde. Das gelte vor allem für Lebensmittel- und Sofortlieferungen, weil hier bislang keine automatisierten Lösungen in Sicht seien.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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