Walmarts Online-Marktplatz ist Amazon und eBay auf den Fersen

Walmarts Online-Marktplatz startete langsam, nimmt aber allmählich Fahrt auf. Allein in den letzten zwei Monaten konnte er doppelt so viele Händler gewinnen wie in den sechs Jahren zuvor. Grund für diesen Erfolg sind technologische Verbesserungen, die es den Verkäufern ermöglichen, ihre Produktdaten schneller in Walmarts Online-Portal zu integrieren. Mit diesem Vorteil will der Konzern schon bald Amazon und eBay einholen.

Als Walmart 2009 seinen Online-Marktplatz aufzubauen begann, waren lediglich sechs Händler gelistet. In den Folgejahren kamen nur wenige hinzu, da das Unternehmen sich zunächst auf die Technologie konzentrierte, um seine Händler später angemessen unterstützen und betreuen zu können. Dafür ließ es sich lange Zeit. Erst 2014 wurde die Liste der Marktplatz-Verkäufer von Monat zu Monat länger. Im April dieses Jahres startete der US-amerikanische Konzern dann eine Kampagne im großen Stil, mit der er amerikanische und internationale Händler dafür zu gewinnen beabsichtigte, ihre Produkte über Walmart.com zu verkaufen. Die Maßnahmen blieben nicht ohne Erfolg. Nur zwei Monate später lag die Gesamtzahl auswärtiger Verkäufer bei 600, wobei allein 250 von ihnen im Mai und Juni den Online-Marktplatz betraten. Ihnen ist es zu verdanken, dass auch das Produktsortiment auf mittlerweile 11 Millionen Artikel angewachsen ist.

Walmarts Online-Marktplatz ist Amazon und eBay auf den Fersen

Walmarts Online-Marktplatz ist Amazon und eBay auf den Fersen

Händler profitieren von technisch einfacher Integration der eigenen Produktdaten

Die lange Entwicklungsphase scheint sich somit gelohnt zu haben. Dass der Online-Marktplatz in nur wenigen Monaten so viele Händler anziehen konnte, liegt nämlich an den exzellenten technischen Möglichkeiten, die eigenen Produktdaten in Walmarts Plattform zu integrieren. Dafür engagierte der Konzern wichtige Partner, mit denen er seit April zusammenarbeitet. Als erster bot das Unternehmen Channel Advisor seine Hilfe an und stellte die eigene Technologie zur Verfügung, die alle Händler seitdem nutzen dürfen, wenn sie auf Walmart.com aktiv werden wollen. Im Juni entschlossen sich CommerceHub, Solid Commerce und 4Psite zu einer ähnlichen Zusammenarbeit, sodass die Marktplatz-Verkäufer nun ihre Produktdaten zusätzlich über die eigene E-Commerce-Technologie in Walmarts Online-Portal einspeisen können. Dadurch gelang es dem Konzern, die Artikel der Händler schneller als früher zu listen. Nahm dieser Prozess vor der technologischen Aufrüstung noch bis zu sechs Monaten in Anspruch, dauert es heute sechs Wochen oder sogar weniger. Diese Bedingungen scheinen auf die Händler eine enorme Attraktivität auszuüben, weshalb der Konzern davon überzeugt ist, dass deren Zahl bis Ende des Jahres auf 1000 steigen wird. Dabei zielt Walmart primär auf US-amerikanische Anbieter ab, lässt aber auch internationale Verkäufer gewähren, sofern diese Aufträge aus den Vereinigten Staaten bedienen.

Die Aufholjagd hat begonnen

Mit den strategischen Partnerschaften startete Walmart eine rasante Aufholjagd, um in naher Zukunft mit Amazon und eBay auf Augenhöhe konkurrieren zu können. Zwar liegen diese um Längen vorne, doch will Walmart den Abstand so weit es geht reduzieren. Angesichts der zwei Millionen Händler, die auf Amazon insgesamt 365 Millionen Produkte anpreisen, wird das keine einfache Aufgabe sein. eBay verzeichnet sogar 25 Millionen Verkäufer und hat 9000 Millionen Artikel im Angebot. Davon lässt sich Walmart aber nicht entmutigen und hofft stattdessen, dass der Erfolg der letzten zwei Monate weiter anhält. Die Chancen dafür stehen gut. Immer mehr Händler finden an Online-Marktplätzen gefallen, da sie erkennen, dass diese im Durchschnitt für 75 Prozent ihrer Umsätze verantwortlich sind. Aus diesem Grund geht der Trend dahin, die eigenen Produkte auf mehreren Plattformen gleichzeitig anzubieten.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



Kategorien: Onlinehandel allgemein

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