Amazon arbeitet an einer App für die Zustellung via Privatpersonen

Bis Amazon Drohnen für die Auslieferung bestellter Waren einsetzen kann, wird es noch dauern. Daher muss der Internetriese bei der Lieferung an den Kunden auf althergebrachte Methoden setzen. Durch das Versprechen seines Prime Services, Produkte in sehr kurzen Zeitspannen, in einigen Orten der USA sogar innerhalb einer Stunde auszuliefern, werden die Kosten und die Logistik immer schwieriger und teurer.

Es wird immer schwieriger, die sogenannte „last mile“ beim Versand kostengünstig zu koordinieren. Das ist auch einer der Gründe, warum Amazon angeblich an einer App und einem Service arbeitet, der die Lieferung auf der „last mile“ durch Privatpersonen vornehmen lässt.

Amazon arbeitet an einer App für die Zustellung via Privatpersonenn

Wenn Uber es durchaus erfolgreich schafft, Personentransporte durch private PKW auszuführen, warum sollte Amazon nicht auch Privatpersonen für die Lieferung an den Kunden einsetzen können?

Amazon testet aktuell die App, die Privatpersonen auflistet, die sich in die Richtung bewegen, wo eine Bestellung erwartet wird. Ob die App mit dem Spitznamen „On your Way“ wirklich realisierbar sein wird oder nicht, wird sich zeigen. Amazon jedenfalls könnte eine Menge an Transportkosten sparen.

Wie auch bei der Zusammenarbeit mit allen Drittanbieter, muss Amazon in jedem Fall ein System entwickeln, um sicherzustellen, dass der Service-Agent die Arbeit ordnungsgemäß erledigt, pünktlich ist und Amazon ins beste Licht stellt.

Darüber hinaus muss sich Amazon genauestens überlegen, wieviel für den besonderen Dienst auf den Bestellpreis aufgeschlagen werden kann. Derzeit bietet Amazon seinen Prime Service für die taggleiche Auslieferung in 14 U-Bahn-Bereichen in den USA an, jedoch nur für Artikel, die mehr als 35 Dollar kosten und für diesen besonderen Service speziell markiert sind. Der Prime Now-Service bietet eine Zwei-Stunden-Zustellung für Tausende, speziell gekennzeichneter Artikel kostenfrei an. Der ein-Stunden-Service für ausgewählte Postleitzahlengebiete kostet 7,99 Dollar.

Zum Vergleich: UberRUSH Kurier-Gebühren liegen zwischen 10 und 30  Dollar für die für ein-Stundenlieferung, abhängig von der Entfernung.

In Anbetracht der Kosten und der Koordinierung für die große Anzahl von Aufträgen, ist die Auslieferung über Privatpersonen wohl nur für die letzte Etappe der Lieferung hilfreich. Über längere Distanzen und Zeiträume wäre der reguläre Einsatz von LKW vermutlich immer noch der effizienteste Weg.

Die einstündige und zwei-Stunden-Lieferung wurde in Großbritannien im Oktober 2014, in den USA im Dezember 2014 eingeführt. Anleger erfahren dann bei den nächsten Quartalsergebnissen, ob diese Services positiven oder negativen Einfluss aufs Amazon Versandkosten haben.

Amazon möchte seine Marktanteile im Online-Handel immer weiter erhöhen, weshalb auch der Amazon Prime Service angeboten wird, auch wenn dieses Versandangebot das operative Ergebnis auffrisst.

Amazon sollte am besten eine Art Schaufenster-Präsenz aufbauen – ein „bricks and clicks“- Unternehmen, um die Etappen zwischen Logistikzentren und den Kunden zu Hause besser überbrücken zu können. Der Schaufenster-Laden könnte den Kunden als Abholort zur Verfügung stehen sowie als urbane Drehscheibe für einen Privatpersonen-„Uber –ähnlichen“ Lieferservice dienen. Das könnte helfen die Kosten zu senken, während für den besonderen Ein-Stunden-Service ein angemessener Betrag verlangt werden kann.

Wenn Amazon dieses Werk der Paketzustellung erfolgreich zu Ende denkt, dann steht auch dem Lebensmittelmarkt oder anderen Premium-Kaufpositionen nichts mehr im Wege.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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