Das neue Preismodell bei eBay USA

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2010 überholt eBay sein Preissystem für Händler. Es soll wie bereits berichtet, einfacher gestaltet werden, im Konkurrenzkampf mit Amazon besser dagegen halten zu können.

Die Gebühren bei eBay USA sollen sich zwischen 4% und 10% bewegen, abhängig von der Größe des Händlers und den angebotenen Artikeln, so Brian Hsu, eBays Senior Director of pricing gegenüber Bloomberg. Die neue Gebührenstruktur geht einher mit der Entfernung der Angebotsgebühren für die meisten Artikel auf dem amerikanischen Online-Marktplatz, so Hsu weiter.

Mit dem neuen Preismodell will eBay Amazon Marketplace angreifen. Auf Amazon wird eine Gebühr nur dann fällig, wenn ein angebotener Artikel veräußert wird. Amazon berechnet dann eine Verkaufsgebühr die zwischen 12 und 15% liegt.

eBay CEO John Donahoe möchte mit der Neuerung die Händler davon abhalten, eBay zu verlassen und bei Amazon Geschäfte zu machen. Bei Amazon wurden im letzten Quartal immerhin 40% mehr an Artikeln von Drittanbietern verkauft.

Brian Hsu:

„Wir möchten hinsichtlich der Profitabilität transparenter werden. Einige Händler verzichteten darauf ihren ganzen Lagerbestand auf eBay anzubieten, weil ihnen diese Transparenz fehlte. Wir möchten aber, dass die Händler sich auf eBay wohlfühlen und ihren kompletten Warenbestand auf dem Online-Marktplatz präsentieren.“

John Donahoe hat im vergangenen Jahr, nach langer Zeit des Stillstands, versucht die online und mobile Kauferfahrung zu vereinfachen, das Logo aktualisiert und die Lieferung am gleichen Tag eingeführt.

Scot Wingo, CEO von ChannelAdvisor:

„Die neue Preisstruktur könnte eBay dazu verhelfen, die Händler auf dem Online-Marktplatz zu halten, die unsicher waren, ob es günstiger ist auf eBay oder Amazon zu verkaufen. Das eBay Preissystem erschien ihnen teurer als es in Realität ist.  … Trotzdem ist das neue Preissystem … in gewisser Weise immer noch kompliziert.“

Wingo weiter:

„Diejenigen, die bereits auf Amazon Handel betreiben werden nun vielleicht versuchen mit eBay zu experimentieren. Das ist schon mal ein erster positiver Schritt im Konkurrenzkampf mit Amazon….“

eBay unterscheidet bei den Händlern zwischen Konsumenten, kleineren Händlern und den großen Unternehmen. Kleinere Verkäufer sollen für bis zu 50 Artikel in Zukunft eine Pauschale von 10% bezahlen, maximal jedoch 250,00 US-Dollar.

eBay Store-Besitzer werden, je nach Art der Artikel zwischen 4% und 9%  bezahlen müssen bei einer monatlichen Store-Gebühr, die, je nach Store, zwischen 19,95 bis 199,95 US-Dollar liegt. Dafür können sie dann zwischen 150 und 2.500 Artikel auf dem amerikanischen Online-Marktplatz eBay kostenfrei anbieten.

Top-rated sellers”, die im 4. Quartal 2012 für mehr als 42% des amerikanischen Handelsvolumens verantwortlich waren, erhalten einen Abschlag von 20%.

Ob ein ähnliches Preismodell auch für den deutschen Online-Marktplatz eBay eingeführt wird, ist bislang noch unklar.


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