Folgen der aktuellen EU-Richtlinie für den Versandhandel

Fulfillment Service, Verpackung und Versand für Onlineshops

united cms

Retourenflut dauert an und kostenfreier Versand wird wichtiger. Entgegen vieler Vermutungen zeigen erste Befragungen der Onlinehändler, dass die jüngst beschlossene EU-Verbraucherschutzrichtlinie die Zahlen der Retouren in Deutschland höchstens minimal verringern wird.

Die Möglichkeit zur Übertragung der Versandkosten auf den Verbraucher sollte Onlineshop-Betreiber eigentlich entlasten. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels vermutet jedoch, dass sich auch nach Umsetzung der Richtlinie 2013 keine nennenswerten Veränderungen am Onlinemarkt bemerkbar machen werden. Diese Meinung teilt auch Ralf Kuberg, Geschäftsführer der united customer marketing services GmbH, die tagtäglich die Retouren vieler Webshops und eBay-Powerseller abwickelt: „Viele Unternehmen werden die Rücksendekosten auch weiterhin übernehmen, anstatt diese auf ihre Kunden zu übertragen, aus Sorge, den Kunden an andere Wettbewerber zu verlieren. Viele Onlineshops bereiten sich jetzt auf versandkostenfreie Lieferungen vor und investieren in die Verbesserung des Versandprozesses“.

Anstatt dem Kunden die Kosten für die Retouren aufzuerlegen, lohnt es sich für Unternehmen die Kosten für Hin- und Rücksendung selbst zu übernehmen, so die Experten von www.united-cms.de. Demnach können Händler sich wirksam von anderen Wettbewerbern abgrenzen und erzielen bei eBay und in Preisvergleichen bessere Positionierungen. Große Unternehmen wie Amazon haben es vorgemacht. Kleinere und aufstrebende Unternehmen müssen nun mitziehen, um Kundenerwartungen zu erfüllen. Insofern bleibt es für Online-Shopbetreiber weiterhin überlebenswichtig, ein vernünftiges Retourenmanagement aufzusetzen, mit dem eine für den Wettbewerb vorteilhafte Übernahme der Rücksendekosten weiterhin rentabel bleibt.

Die EU-Richtlinie ist ursprünglich beschlossen worden, um eine in Europa einheitliche Regelung zu treffen, die Konsumenten wie Versandhandelbetreiber gleichermaßen schützt. Besonders in Deutschland ist nun mit einigen Neuerungen zu rechnen, denn in kaum einem anderen Land werden so viele Artikel retourniert wie in Deutschland. Beispielsweise werden in der Textilbranche über 60 Prozent aller Bestellungen zurückgesendet. Ursprünglich konnten Verbraucher Waren mit einem Wert von mindestens 40 Euro kostenfrei zurücksenden. Nach der neuen EU-Richtlinie sollen die Rücksendekosten zukünftig ausnahmslos durch den Verbraucher getragen werden. Wenn der aktuelle Trend bei den Versandhändlern, die Kosten für Retouren zu übernehmen, auch nach 2013 bestehen bleibt, wäre dieser Punkt der Richtlinie hinfällig.

pressemitteilung.jpg

Folgen der aktuellen EU-Richtlinie für den Versandhandel was last modified: by

Ähnliche Beiträge

EHI-Studie: Gut verpackt – weniger retourniert Die durchschnittliche Retourenquote im Onlinehandel fällt mit insgesamt rund 15 Prozent zwar eher moderat aus, in einzelnen Branchen liegen die Quoten jedoch um ein Vielfaches höher und jede Retoure kommt die Händler mit durchschnittlich rund 10 Euro pro Artikel teuer zu stehen. Entscheidende Maßnah...
Teure Retouren – Studie zum effizienten Versand- und Retourenmanagement im E-Commerc... Mit zunehmender Verbreitung des E-Commerce steigen auch die logistischen Herausforderungen. Für einen reibungslosen Ablauf von Versand, Lieferung und Retouren sind effiziente und gut vernetzte IT-Systeme vor allem im Bereich Cross-/Omnichannel-Services eine wichtige Voraussetzung. Hier sehen sich vi...
Der Konjunktur-Boom des Interaktiven Handels hält auch 2017 an Die Grundaussagen der Vorjahresprognose haben sich erfüllt: Umsätze und Erlöse im Interaktiven Handel in Deutschland haben in den letzten zwölf Monaten wieder zugenommen, das Geschäftsklima zeigt sich erneut deutlich verbessert. Die Investitionsbereitschaft der Online- und Versandhändler erreicht ei...
Der Onlinehandel wäre noch erfolgreicher, wenn… Der Onlinehandel wächst überproportional und erfreut sich großer Beliebtheit beim Verbraucher. Sowohl die internen Zahlen des BVOH als auch die des Statistischen Bundesamtes* sprechen dabei eine deutliche Sprache. Das Statistische Bundesamt geht von einer Steigerung des Internet- und Versandhande...
Warum der Online-Handel so erfolgreich ist – Gute Aussichten für 2016 Der Onlinehandel wächst überproportional und erfreut sich großer Beliebtheit beim Verbraucher. Sowohl die internen Zahlen des BVOH als auch die des Statistischen Bundesamtes* sprechen dabei eine deutliche Sprache. Das Statistische Bundesamt geht von einer Steigerung des Internet- und Versandhandels...
Vier Sparten als große Gewinner in der Steigerung der Online-Umsätze 2010 Der Online- und Versandhandel boomte auch in 2010. Das belegen Zahlen, die auf der repräsentativen Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland - Die Entwicklung des interaktiven Handels B2C im Jahr 2010“ basieren und vom Forschungsinstitut TNS Infratest zum fünften Mal im Auftrag des Bundesverba...

Frank Weyermann
Betreiber der Seite onlinemarktplatz.de und und Inhaber von die-datenwerkstatt.de.

Beitrag teilen:


Kategorien: Onlinehandel allgemein, Recht & Sicherheit

Schlagworte:, , , , , , , , , ,