Datenleck, Marktmacht – Online-Händler im Visier

„Plusminus“ berichtet über eine Sicherheitslücke auf deutschen Online-Plattformen, den Internetriesen Amazon und über Firmen, die sich gegen Lieferengpässe wappnen.

E-Commerce-Expert:innen warnen: Deutsche Online-Plattformen kontrollieren ihre Datenschnittstellen kaum, ihre Marktplätze sind daher anfälliger für Datenklau. Das Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ berichtet über eine Sicherheitslücke auf deutschen Online-Plattformen, die den Kund:innen weitgehend unbekannt ist. Weitere Themen sind der Onlinegigant Amazon, der um seine Macht kämpft und die Strategien von Unternehmen, mit Lieferausfällen umzugehen. „Plusminus“ am Mittwoch, 12. Januar 2022, 21:45 Uhr im Ersten. Online in der ARD Mediathek, auf Youtube und bei Plusminus.

Datenleck – wie sicher sind Kundendaten auf Online-Marktplätzen? pixabay.com ©pixel2013 (Creative Commons CC0)

Datenleck – wie sicher sind Kundendaten auf Online-Marktplätzen?

Adressen, Bankverbindungen, Bestellungen und Handynummern von mehr als 700.000 Kund:innen aus ganz Deutschland waren frei im Netz zugänglich, und das mehrere Jahre lang. Betroffen sind Menschen, die auf den Plattformen von Otto, Kaufland, Mediamarkt und anderen eingekauft haben. Bereits vor Monaten wurde die Sicherheitslücke bei einem Schnittstellen-Dienstleister entdeckt, über den die Marktplatz-Händler mit den Plattformen verbunden sind. Die betroffenen Kund:innen wurden bis heute nicht informiert. Weder die Unternehmen noch die Plattformbetreiber sehen sich dafür zuständig. Für den Datenschutzexperten Dr. Thilo Weichert ist das ein Skandal.

Amazon gegen deutsche Gerichte – ein Onlinegigant kämpft um seine Macht

Während Einzelhändler:innen um ihre Existenz bangen, hat Amazon von der Coronakrise massiv profitiert. Die Macht des Internetriesen bekommen vor allem Händler:innen auf dem Amazon Marketplace zu spüren. Täglich werden Artikel gelöscht, Verkäuferkonten gesperrt und Händlerguthaben eingefroren – zum Teil ohne Begründung. Gegen diese Praxis hatte bereits 2018 das Bundeskartellamt nach Beschwerden zahlreicher Händler:innen ein Verfahren gegen Amazon eröffnet. Es wurde eingestellt, nachdem der Tech-Gigant zugesichert hatte, seine Geschäftsbedingungen zu ändern. Doch in der Praxis scheint sich kaum etwas getan zu haben. Während bislang die Händler:innen dem Gebaren des Onlineriesen hilflos gegenüberstanden, ordnen nun erste Gerichte an, dass die Verkäuferkonten wieder zu entsperren seien. Eine Begründung: Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Jetzt wehrt sich der Internetriese mit allen Mitteln gegen diese Entscheidungen.

Just-in-time Produktion vor dem Aus? Firmen reagieren auf Lieferausfälle

Chips, Holz, Papier – plötzlich Mangelware. Ganze Fabriken stehen still, weil Rohstoffe oder Vorprodukte fehlen. Die Corona-Pandemie zeigte, wie anfällig Unternehmen sind, wenn globale Lieferketten ins Stocken geraten. Nun rächt sich, dass in den vergangenen Jahren viele Firmen aus Kostengründen ihre Lagerkapazitäten abgebaut und auf sogenannte Just-in-Time Produktion gesetzt haben. Expert:innen befürchten, die Lieferschwierigkeiten werden auch dieses Jahr anhalten. Das bringt Firmen zum Umdenken. Laut einer Studie des ifo-Instituts planen inzwischen rund 40 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, ihre Beschaffungsstrategie zu ändern. „Plusminus“ besucht einige von ihnen und zeigt, wie sie sich künftig gegen Lieferschwierigkeiten wappnen und was das für die deutsche Wirtschaft und deutsche Verbraucher:innen bedeutet.

„Plusminus“

Am Mittwoch, 12. Januar 2022, 21:45 Uhr im Ersten. Online ein Jahr lang in der ARD Mediathek. Außerdem auf Youtube und bei Plusminus.

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