Nun auch Apple im Visier der Kartellwächter

Die Kartellämter auf der ganzen Welt sind derzeit mächtig beschäftigt. Nach dem für eBay erfolgreichen Verfahren, ist in Deutschland auch Amazon ins Visier der Kartellwächter geraten. Der nächste Kandidat, der sich allerdings in den USA wahrscheinlich einer Untersuchung von Seiten der amerikanischen Kartellbehörden unterziehen muss, ist Apple.

Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Department of Justice (US-Justizministerium) und der Federal Trade Commission (Bundeshandelskommission), welche Behörde mit den Vorermittlungen beauftragt werde, teilte eine, mit der Sache vertraute, aber nicht weiter genannte Person der New York Post mit.

Apple und Adobe haben wohl ihren Streit über den Ausschluss der Flash-Technologie bei der Entwicklung von iPhone- und iPad-Applikationen auf die Spitze getrieben. Mit den Lizenzbestimmungen für App-Entwickler könnte Apple den Wettbewerb manipulieren, so die Begründung für eine mögliche Untersuchung.

Der Hightech-Riese Apple hatte den Entwicklern von Anwendungen für seine Geräte Vorschriften für gewisse Programmiersprachen gemacht, womit die Flash-Software von Adobe ins Abseits gestellt wurde. Apple zwingt die Entwickler zu der Entscheidung zwischen der Apple-Plattform und Mobilgeräten mit anderen Betriebssystemen, da die mit den Apple-Werkzeugen programmierten Applikationen nur auf Apple-Hardware laufen. Mit Tools anderer Hersteller, wie eben beispielsweise Adobe, lässt sich eine Anwendung für mehrere Betriebssysteme schreiben.

Vor wenigen Tagen erst war der Streit darüber eskaliert und hatte zu einem persönlichen Duell zwischen den beiden CEOs Steve Jobs und Shantanu Narayen geführt. Bisher hat sich jedoch noch keine der Behörden zu einer Voruntersuchung für ein mögliches Kartellverfahren durchgerungen. Eine Entscheidung ist bei beiden Ämtern nach wie vor ausständig, wobei die New York Post schreibt, dass es sich nur noch um Tage handeln könne.

Ob ein Kartellverfahren gegen Apple aussichtsvoll wäre, bleibt zunächst offen, was wohl ein Grund für die Zurückhaltung der Behörden sein dürfte. So bestimmt der Konzern nicht alleine über den Markt. Weder eines der beiden Unternehmen noch Justizministerium oder FTC wollten bislang zu der möglichen Untersuchung Stellung nehmen. Berichten zufolge könnten die Behörden parallel das neue Apple-Format für mobile Werbung „iAd“ unter die Lupe nehmen, sollten sie sich zu einer Prüfung entschließen

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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