Ist eBay-Chef John Donahoe doch besser als bisher angenommen?

Kaum ein anderer CEO ist in der Vergangenheit mehr angegriffen worden als eBay-CEO John Donahoe. In Foren beklagten sich Händler über die angehobenen Gebühren und die anderen von Donahoe neu eingeführten Änderungen. Es wurden Petitionen geschrieben und unterschrieben, in denen der Rauswurf von John Donahoe gefordert wurde. Selbst eBay-Mitarbeiter nahmen an der Hetzjagd teil und benannten auf Glassdoor.com, auf der eine “Naughty List? der schlechtesten CEOs geführt wird, ihren eigenen Chef.

Momentan allerdings scheint sich das Blatt wieder ein wenig zu wenden. Nachdem die eBay-Aktie ihren Tiefststand am 9. März 2009 hatte, geht es inzwischen langsam wieder aufwärts, und selbst kritische Analysten wie Collins Stewart, Experte von Sandeep Aggarwal, sagte letzte Woche, dass er viele Fingerzeige für eine Kehrtwende bei eBay sieht. Selbst der in den USA hat der populäre Börsenguru und ewig nörgelnde Jim Cramer letzte Woche eine Lanze für eBays John Donahoe gebrochen, in dem er meinte, dass „eine schwache Nutzer-Erfahrung nicht immer zwangsläufig dem CEO zugeschrieben werden muss”. Außerdem sieht auch er eine sich erholende eBay-Aktie.

Der Großteil von Donahoes Änderungen sind klein, aber signifikant und haben als einziges langfristiges Ziel, ein sicheres und bequemes Einkaufen zu ermöglichen. Das hat auch Aggarwal in seinem Artikel bereits angeführt. Vielleicht etwas, was besonders ermutigend ist: Donahoe ist endlich mit einer durchaus stimmigen Beschreibung des neuen eBay herausgerückt: eBay ist nicht Amazon oder gar Overstock.com. eBay ist ein „Big-Box-Discounter“, also ein Megastore, ähnlich wie Costco, eine US-amerikanische Kaufhauskette mit Hauptsitz in der Nähe von Seattle. Ferner hat Donahoe damit begonnen, für das Kerngeschäft eBays weniger gewinnbringende Unternehmensteile zu verkaufen, wie z.B. Stumple Upon. Jetzt liest man auch, dass die US-amerikanische Version von Kijiji anders strukturiert und in eBay integriert werden soll. Ebenso ist der Börsengang mit Skype verkündet worden. Strategisch machen viele von den Veränderungen Sinn, aber es bleibt die Frage offen, bis zu welchem Grad sie Anklang finden, vor allem bei den Verbrauchern.


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