Der CBD Onlineshop Hype

Der Hype um das CBD wächst aktuell auf der ganzen Welt. Lebensmittel, die mit CBD versetzt sind, wie Kaffees, Brownies oder Cocktails sind in New York bereits so aus dem Ruder gelaufen, dass Geldstrafen von den Behörden an Cafés und Restaurants verhängt wurden, die mit dem Reiz von CBD auf ihren Speisekarten werben. In Deutschland gibt es das CBD mittlerweile in Drogeriemärkten. Geschäfte und Start Ups rund um das Thema CBD eröffnen in den großen Städten. Interesse an Getränken, die mit Cannabidiol versetzt sind, wurde bereits von dem Getränkeriesen Coca-Cola bekundet.

Dieser Hype ruft natürlich auch Menschen aus dem E-Commerce Bereich auf den Plan. Die Nachfrage nach den Produkten steigt immer weiter, weshalb die Zahl an Online-Shops, die CBD-Produkte vertreiben, rasant wächst. Ein Beispiel dafür ist der Shop justbob.de, der unter anderem CBD-Blüten von legalen Cannabis-Pflanzen vertreibt und sich zu einem führenden Händler in Europa entwickelt hat.

pixabay.com ©CBD-Infos-com (Creative Commons CC0)

Der Verkauf von CBD-Produkten in Deutschland

In Foren im Internet jubeln die Fans von CBD, dass sie chronische Gelenkschmerzen, Muskelspasmen und Depressionen mit Hilfe des CBDs besiegen konnten. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe von Schmerzpatienten, die enttäuscht sind, da sie durch das Hanfelixier keine Wirkung verspüren konnten.

Außerdem steht immer wieder die Frage im Raum, ob CBD Produkte überhaupt legal sind. Die eine Seite sieht ein Naturprodukt oder seriöses Medikament in dem CBD, die andere Seite beurteilt CBD allerdings als ein gefährliches, neues „Legal High“. Eines muss man jedoch vorweg sagen: Fälle, in denen CBD-Produkte schadhaft auf den Konsumenten gewirkt haben, sind nicht bekannt. Außerdem darf man bei der Einnahme nicht mit einem „High-Effekt“ rechnen, da der verantwortliche Wirkstoff THC nur zu 0,2 % enthalten ist.

In Deutschland ist es Verkäufern und Händlern von CBD Produkten nicht erlaubt, Angaben dazu zu machen, welche Wirkung das CBD hat oder Dosierungsempfehlungen auszusprechen. Dies trägt zu der allgemeinen Verwirrung um die Produkte bei. Da die CBD-Produkte offiziell als Nahrungsergänzungsmittel gelten, darf durch sie keine pharmakologische Wirkung hervorgerufen werden. Ebenfalls ist es nicht erlaubt, sie als therapeutisch zu bewerben. Allerdings fällt auch die Kontrolle damit gleichzeitig weg: Denn bei Nahrungsergänzungsmittel muss keine Wirkungsweise belegt sein, bei ausgezeichneten Medikamenten allerdings schon. Ebenfalls fällt die Regulation der Zusammensetzung unterschiedlich aus. Dies ruft natürlich auch viele Betrüger auf den Plan, die durch den CBD-Hype schnelles Geld verdienen möchten.

Die Produkte, die in den zahlreichen Online-Shops angeboten werden, halten oft tatsächlich nicht das, was sie versprechen. Dies haben Stichproben von italienischen Forschern vor kurzem belegt. Der CBD-Gehalt, der auf dem Etikett angegeben war, entsprach in zwei von drei Fällen der Produkte, die in Europa gekauft wurden, nicht dem tatsächlichen Gehalt. Es gab Produkte, die überhaupt kein CBD enthalten haben, in einem Produkt wurde eine höhere Konzentration von THC nachgewiesen, als rechtlich erlaubt ist. Auch in Deutschland geht die Polizei verstärkt auf die Suche nach CBD-Shops und Anbietern, die in ihren Produkten einen zu hohen THC-Gehalt verkaufen.

Gehört CBD zu den neuartigen Lebensmitteln?

Unsicherheit herrscht ebenfalls in Brüssel. Aktuell wird in der EU darüber beraten, ob die CBD-Produkte als neuartiges Lebensmittel, also als „novel food“ eingestuft werden können. Die geltende Richtlinie gibt vor, dass nach dem Jahr 1997 eingeführte Lebensmittel vor ihrer Markteinführung eingehend überprüft werden müssen. Dadurch würden den CBD-Herstellern Kosten für die Zulassung in Höhe von Millionen und lange, bürokratische Verfahren für die einzelnen Produkte bevorstehen.

Normalerweise sollte es nicht um ein neuartiges Lebensmittel handeln, wenn die natürliche Konzentration im Hanf-Extrakt der gleiche, wie bei der Nutzpflanze ist – dies ist zumindest die Meinung des europäischen Verbandes für Industriehanf.

Eine große Rolle spielt angeblich der Ursprung des Hanföls. Es gibt Öle, die nicht aus der Hanfpflanze gepresst wurden, sondern aus herkömmlichen Speiseölen bestehen, in die künstliche Kristalle des CBDs beigemischt wurden. Bei diesem Verfahren würde es sich definitiv um ein neuartiges Lebensmittel und nicht um ein natürliches Hanfprodukt handeln.

Das Bundesministerium für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Deutschland hat bereits erklärt, dass kein Fall bekannt sei, in dem Lebensmittel mit CBD handels- beziehungsweise verkehrsfähig waren. Dies bedeutet im Klartext, dass noch kein Urteil von Behörden oder Richtern vorliegt, das aussagt, ob Lebensmittel, die CBD enthalten, explizit verboten oder erlaubt sind. Zuständig für die jeweilige Zulassung als Nahrungsergänzungsmittel sind die einzelnen Bundesländer.

CBD als Medizinprodukt

Nicht nur der Einsatz als Lebensmittel wird bei dem Thema CBD kontrovers diskutiert. Auch der Einsatz in der Medizin ist Teil der Debatte. Um Epilepsien bei Kindern zu behandeln, wurde der Stoff in den USA bereits zugelassen. Die Anwendung bei Krebspatienten wird aktuell in Deutschland erforscht. Ebenfalls beschert das CBD Patienten mit Erkrankungen der Psyche, wie beispielsweise Schizophrenie, neue Hoffnung.

Das Risiko, an psychischen Krankheiten zu leiden, wird durch einen hohen THC-Konsum erhöht. Durch das CBD scheinen diese Symptome allerdings gelindert zu werden – darauf verweist jedenfalls eine Studie am King’s College in London mit 100 Studienteilnehmern. Die Uni Köln hat bereits ebenfalls Untersuchungen mit 41 Patienten durchgeführt, die an Schizophrenie leiden. Diese bekamen vier Wochen lang entweder ein herkömmliches Medikament oder CBD. Das CBD zeigte eine genauso gute Wirkung wie das Amisulprid, welches allerdings starke Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit und Angstzustände hervorrufen kann.

Bei Tierversuchen wurde die angstlösende Wirkung des CBD bereits nachgewiesen. Die Wirkung war hier vergleichbar mit der des gängigen Beruhigungsmittels Valium. Allerdings kann das CBD in einer hohen Dosis großen Einfluss auf die Leberenzyme und den Stoffwechsel nehmen. Daraus können Wechselwirkungen entstehen, vor denen ebenfalls durch die WHO gewarnt wird. Allerdings haben Psychopharmaka stets schwerwiegende Nebenwirkungen, das CBD dagegen wird von der WHO als sicher und gut verträglich eingeschätzt.

Wie auch medizinisches Cannabis ist das CBD mit einem entsprechenden Rezept vom Arzt in Deutschland in Apotheken zu bekommen. Die Dosen von CBD, die in den Präparaten im Internet enthalten sind, nützen allerdings laut Einschätzungen von Experten recht wenig. Besonders, wenn schwerwiegende Erkrankungen wie Schizophrenie vorliegen, sind die Dosen in den auf dem Markt befindlichen CBD-Produkten, zu gering.

Darüber hinaus ist das CBD in höheren Dosen für die meisten Patienten kaum erschwinglich. Die Kosten von 120 Euro für 1000 Milligramm (=1 Gramm!) CBD werden von den Krankenkassen heute in den meisten Fällen noch nicht übernommen. Als Lifestyle-Produkt ist der Hype um das CBD allerdings nach wie vor ungebrochen – hier muss jeder für sich selbst austesten, ob er eine Linderung seiner Symptome verspürt, oder nicht.