Gemeinsame Studie der Autorité de la concurrence und des Bundeskartellamts zu Algorithmen und Wettbewerb

Algorithmen gehören zu den wichtigsten technologischen Treibern der Digitalisierung. Sie gewinnen zunehmend an Bedeutung, zumal sie Unternehmen dabei helfen, innovativer und effizienter zu arbeiten. Inzwischen hat sich jedoch auch eine Debatte darum entwickelt, ob und inwiefern Algorithmen negative Effekte auf den Wettbewerb haben könnten.

Die Autorité de la concurrence und das Bundeskartellamt haben in ihrem gemeinsamen konzeptionellen Projekt „Algorithms and Competition“ (Arbeitspapier nur in englischer Sprache verfügbar) potentiell mit dem Einsatz von Algorithmen verbundene Risiken für den Wettbewerb untersucht. In ihrer Studie haben sich die beiden Behörden dem Konzept des Algorithmus‘ sowie verschiedenen Anwendungsarten und -bereichen gewidmet. Dabei haben sie sich insbesondere auf Preissetzungsalgorithmen und Kollusion konzentriert, aber auch potentielle Wechselwirkungen zwischen Algorithmen und der Marktmacht der Unternehmen, die diese nutzen, betrachtet. Außerdem wurden praktische Herausforderungen bei der Untersuchung von Algorithmen beleuchtet.

Isabelle de Silva, Präsidentin der Autorité de la concurrence: „Algorithmen werden in der digitalen Wirtschaft ständig verwendet und sind Kernbestandteil einiger schnell wachsender Geschäftsfelder wie Online-Reisebuchungen, Online-Handel oder Online-Werbung, um nur einige zu nennen. Es ist sehr wichtig, dass wir uns die Funktionsweise dieser Algorithmen genauer ansehen. Wir müssen feststellen, ob das Risiko besteht, dass Algorithmen Verhaltensweisen erleichtern oder ermöglichen, die dem Wettbewerbsrecht zuwiderlaufen. Mit der gemeinsam mit dem Bundeskartellamt durchgeführten Studie möchten wir eine gemeinsame Sichtweise auf dieses Thema erreichen und die Grundlage für eine Diskussion mit relevanten Akteuren schaffen.“

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die gemeinsame Studie ist ein weiterer Beleg für die fortlaufende intensive Zusammenarbeit unserer beiden Behörden. Im Austausch miteinander erweitern wir unser Fachwissen über Algorithmen in sich ständig weiterentwickelnden digitalen Märkten. Dieses Projekt zeigt, dass wir dem Bereich der Digitalwirtschaft verstärkt Ressourcen widmen, um sicherzustellen, dass wir das Wettbewerbsrecht auch im Zeitalter der Plattformökonomie und digitaler Geschäftsmodelle wirksam durchsetzen.“

Anlässlich der Veröffentlichung der gemeinsamen Studie findet heute in Paris zum Thema Algorithmen und Wettbewerb eine von der Autorité de la concurrence und dem Bundeskartellamt organisierte Konferenz statt. Dabei diskutieren renommierte Redner, darunter Unternehmensvertreter, Wissenschaftler und Vertreter von Wettbewerbsbehörden, über mögliche Anwendungen von Algorithmen in Unternehmen, Preissetzungsalgorithmen und das Risiko horizontaler Kollusion sowie über Wege, mit dem Einsatz von Algorithmen zusammenhängenden Herausforderungen zu begegnen.


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