Amazon will Alibaba auf dessen eigenem Terrain angreifen – mit deutschen Produkten

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Der Konkurrenzkampf zwischen Amazon und Alibaba geht in die nächste Runde. Denn der Riese aus Seattle greift wieder an, indem er in China deutsche Produkte in das Sortiment aufnimmt. Zwar stehen die Chancen schlecht, doch der US-amerikanische Gigant vertraut ganz auf den „Made-in-Germany“-Hype.

Die beiden Giganten Amazon und Alibaba tragen ihren Konkurrenzkampf weltweit aus. Die Gewichtsvereitlung fällt jeweils unterschiedlich aus, je nachdem, um welchen Markt und Bereich es sich handelt. In China hat Alibaba einen klaren Heimvorteil, doch davon lässt sich Amazon nicht beeindrucken. Wie der Deutschland-Chef Ralf Kleber kürzlich in einem Interview mit der FAZ mitteilte, will der Online-Händler aus Seattle seinen Rivalen auf dessen eigenem Terrain angreifen. Das Ziel könnte ambitionierter nicht sein: Rund 400.000 deutsche Produkte möchte Amazon in China über den eigenen Global Store verkaufen.

Amazon will Alibaba auf dessen eigenem Terrain angreifen – mit deutschen Produkten

Schwerer Stand in China

Die Verkaufsplattform richtete der Online-Riese bereits vor drei Jahren ein und stattete das Sortiment zunächst mit Produkten aus den USA, Japan und Großbritannien aus. Momentan begeistern sich die chinesischen Konsumenten vor allem für deutsche Waren, von deren Qualität sie überzeugt sind. Diesen Hype will Amazon für sich nutzen, obwohl die Chancen sehr schlecht stehen. Denn Alibaba beherrscht nahezu die Hälfte des Marktes und zählt auf seinen Verkaufsplattformen insgesamt 400 Millionen Nutzer. Ein weiterer ernstzunehmender Konkurrent in China ist JD.com, der 20 Prozent für sich beansprucht. Amazon wird es daher schwer haben, auch wenn sich die Zahl von 400.000 Produkten groß anhört. Der Herausforderung ist sich Ralf Kleber bewusst: „Wir fangen gerade erst an und wir wissen, dass wir uns das Vertrauen der Konsumenten schrittweise erarbeiten müssen. Uns ist aber das langfristige Denken angeboren, das ist für uns ganz normal.“

Problematische Lieferbedingungen

Probleme dürften auch beim Service entstehen. In China ist Amazon lediglich in 82 Regionen aktiv, sodass der US-amerikanische Internet-Riese möglicherweise nicht alle Kunden im Land beliefern kann. Prime-Kunden müssen sich sogar auf eine Zustellungsdauer von fünf bis neun Tagen einstellen. Das weicht deutlich von den Bedingungen ab, die Amazon-Freunde aus den USA oder Deutschland kennen. Alibaba hingegen kann zu Hause mit einer sehr schnellen Lieferung punkten. Wer zum Beispiel auf dem Online-Marktplatz Taobao die gewünschten Produkte am Abend bestellt, erhält sie schon am nächsten Tag, unabhängig davon, wo er wohnt. Amazon bleibt dennoch optimistisch und vertraut darauf, dass der „Made-in-Germany“-Hype all die Schwächen kompensiert: „Das wichtigste ist die Authentizität der Marke. Den Kunden ist es sehr viel wert, zu wissen, dass das Produkt tatsächlich aus Deutschland kommt“, sagt Kleber.

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