PayPal will ins klassische Bankengeschäft einsteigen

Auf dem Online-Payment-Markt ist der US-Anbieter PayPal der mächtigste Akteur. Während traditionelle Banken in diesem Bereich mit ihm Schritt zu halten versuchen, will er in das klassische Bankengeschäft einsteigen. Damit das gelingt, hat das Unternehmen in ein FinTech-Start-up investiert.

Große Internet-Unternehmen fahren bekanntlich gerne mehrgleisig. In letzter Zeit lässt sich jedoch der Trend feststellen, dass sie zunehmend in herkömmlichen Bereichen aktiv werden, nachdem sie im E-Commerce durch Innovationen Marktanteile an sich gerissen haben. Das gilt nicht nur für Amazon und Alibaba, sondern auch für PayPal. Während seine Konkurrenten ähnliche Produkte entwickeln, um auf dem Payment-Markt ebenfalls mitzumischen, will der US-Konzern in das klassische Bankengeschäft einsteigen. Zu diesem Zweck soll er Anteile des Berliner FinTech-Start-ups Raisin gekauft haben, wie Branchenbeobachter berichten. Ihnen zufolge liegt die Summe im zweistelligen Millionenbereich.

PayPal will ins klassische Bankengeschäft einsteigen

PayPal will ins klassische Bankengeschäft einsteigen. pixabay.com ©JamesQube (Creative Commons CC0)

PayPal machte den ersten Schritt

Der Deal kam vor fast ungefähr einem Jahr ins Rollen, als PayPal an Raisin herangetreten war. Das FinTech-Start-up zeigt sich über die Zusammenarbeit sehr erfreut und hofft, dass die eigenen Produkte dadurch in Europa größere Bekanntheit erlangen. PayPal verfolgt hingegen andere Ziele. Dem US-amerikanischen Unternehmen geht es viel mehr darum, in einigen Ländern Europas Tages- und Festgelder anzubieten. Mit Raisin hat es sich einen Partner ausgesucht, der erst kürzlich Gelder mehrerer Investoren einsammelte. Unter ihnen befanden sich Namen wie «Thrive Capital», «Ribbit Capital» und «Index Ventures». Zusammen haben sie dem FinTech-Start-up 60 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt.

Seit 2013 auf dem Markt

Gegründet wurde Raisin vor vier Jahren. Seitdem versucht das Unternehmen, Verbraucher mit diesem Motto auf sich aufmerksam zu machen: „Mit WeltSparen.de entscheiden Sie, wo in Europa Sie ihr Geld anlegen und dank EU-Richtlinie ist Ihr Sparguthaben bis zum Gegenwert von 100.000 Euro zu 100 Prozent abgesichert.“ Deswegen ist das Unternehmen in Deutschland eher unter dem Namen «WeltSparen.de» bekannt. Auf der Plattform finden sich alle Online-Produkte im Angebot, die von lizensierten Finanzinstituten aus ganz Europa stammen.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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