E-Commerce-Index: 2017 noch ohne klaren Wachstumskurs

Den Onlineshoppern in Deutschland ist die Einkaufslaune im April ein stückweit abhandengekommen. Die Geschäfte liefen zuletzt merklich schlechter als noch zu Jahresanfang, belegt die neueste Ausgabe des metoda E-Commerce-Index‘. Vielleicht lag es am wechselhaften Wetter, vielleicht bremsten aber auch die späten Osterferien die Konsumfreude im April. Über alle 15 gemessenen Produktkategorien hinweg weist der E-Commerce-Index eine unerwartete Nachfragedelle nach. Unbeeindruckt gibt sich die Überfliegerkategorie „Garten“. Selbst der überraschende Wintereinbruch zum Monatsende konnte der Nachfrage nicht schaden. Im Kategorienmix ging’s jedoch abwärts. Nachdem der Index im März auf 1.562 Punkte geklettert war, schwächte sich die Nachfrage im April auf 1.476 Punkte ab. Die seit Jahresbeginn zu beobachtende Wellenbewegung hält somit weiter an. Nur eine kleine Handvoll Kategorien schafft eine konstant positive Entwicklung. Gefragt war im vergangenen Monat neben Produkten für Garten und Balkon alles, was der geneigte Autofahrer für Frühjahrsputz und Reifenwechsel benötigt. Außerdem investierte der Konsument in die eigene Fitness. Artikel der Kategorie „Sport & Freizeit“ halten in etwa das Nachfrageniveau.

Nachfrage folgt seit Jahresbeginn einer stetigen Wellenbewegung

Die Nachfrage im deutschen E-Commerce folgt seit Jahresbeginn einer bis dato stetigen Wellenbewegung, der sich nur wenige Kategorien wirkungsvoll entziehen konnten. Dies zeigen die neuesten Ergebnisse des metoda E-Commerce-Index‘, mit dem der E-Commerce-Marktforscher aus München seit Jahresstart die Nachfrageentwicklung in 15 Hauptkategorien von Amazon.de misst. Für eine eindeutige Richtung konnte sich der Markt in diesem Zeitraum noch nicht entscheiden. Wegen des kurzen Februars ging der Indexwert zunächst von 1.500 auf 1.414 Punkte zurück. Der März löste mit häufig bestem Frühlingswetter dann den bis heute anhaltenden „Garten“-Boom aus, der den Index auf 1.562 Punkt nach oben gehievt hat. Im April machte der Markt wieder die Rolle rückwärts. Anders als zu vermuten wäre, ist die rückläufige Nachfrage allerdings nur unzureichend mit dem späten Wintereinbruch Ende April zu erklären.

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Überfliegerkategorie „Garten“

An der Überfliegerkategorie „Garten“ hat es jedenfalls definitiv nicht gelegen, dass der metoda E-Commerce-Index den April mit nur 1.476 Punkten beendet hat. Obwohl die Temperaturen im April eingebrochen sind und es neben reichlich Regen in weiten Teilen Deutschlands auch nochmals Schnee gegeben hat, war die Nachfrage in der Kategorie „Garten“ unverändert hoch. Nach 213 Punkten im März kletterte die „Garten“-Nachfrage im April gar noch auf 227 Punkte. Das ist momentan nicht nur die beste Entwicklung im Markt, zudem wird auch das hohe Niveau des Vormonats gehalten. Fraglich bleibt vorerst nur, ob bei besserem Wetter nicht doch noch mehr drin gewesen wäre. Erst der weitere Jahresverlauf wird zeigen, wohin der anhaltende Höhenflug die „Garten“-Kategorie noch bringen wird.

Auto- und Motorradpflege auf der Überholspur

Auf der Überholspur bleibt auch die Nachfrage nach Produkten für die Auto- und Motorradpflege. Die Kategorie „Auto“ beendete den Monat mit einem Indexwert von 117. Damit ist die Nachfrage zwar leicht hinter dem März (123 Punkte) zurückgeblieben, in der Tendenz bleibt die Entwicklung aber positiv. Weil vor allem Pflege- und Reinigungsprodukte für Lack und Reifen sowie Hilfsmittel für den Reifenwechsel gekauft worden sind, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Auto-Fans sensibler als die Gartenfreunde auf die Wetterkapriolen im April reagiert haben. Noch im grünen Bereich ist außerdem die Kategorie „Sport & Freizeit“. Neben Sportbekleidung finden hier auch Fitnessarmbänder, Springseile, Luftpumpen und Fahrradschlösser ihre Abnehmer. Im metoda E-Commerce-Index steht die Kategorie bei 100 Punkten. Die Nachfrage entsprach somit im April dem Januarwert.

Alle anderen Hauptkategorien verharren jedoch im negativen Bereich. Die schon in den Vormonaten schwer unter Beschuss geratene Kategorie „Beleuchtung“ erreichte gerade einmal noch 69 Punkte. Um fast ein Drittel ist die Nachfrage gegenüber dem Referenzwert aus dem Januar eingebrochen. Noch ist unklar, ob hier schon eine Art Bodenbildung stattgefunden hat. Auch bei „Bürobedarf & Schreibwaren“ (74 Punkte)  muss ein Rückgang um immerhin rund ein Viertel beklagt werden. Mit nur 83 Punkten bleibt außerdem die Nachfrage nach Produkten der Kategorie „Küche & Haushalt“ deutlich hinter den Vergleichswerten zurück. Allen drei E-Commerce-Krisenkindern ist zudem die negative Entwicklung auch im Vergleich zum Vormonat gemeinsam. Den stärksten Einbruch (-14 Punkte) verzeichnete der metoda E-Commerce-Index für die Kategorie „Bürobedarf & Schreibwaren“. Für „Beleuchtung“ ging es um nochmals zwölf Punkte nach unten und  „Küche“ hat sechs Punkte verloren. Die Kategorien „Baumarkt“ (98 Punkte) sowie „Lebensmittel & Getränke“ (95 Punkte) haben die Zugewinne aus dem März im April bereits wieder verloren.

„Wettertechnisch musste der Frühling im April zurückstecken, auf die Nachfrage nach Produkten für Garten und Balkon hat sich das allerdings nicht negativ ausgewirkt. Die Frühlingsvorfreude ließ sich der Konsument also auch von dem kurzen Wintereinbruch nicht vermiesen. Ob hier allerdings womöglich zusätzlich vorhandenes Potential nicht realisiert werden konnte, wird sich erst noch zeigen müssen“, erläutert Stefan Bures, CEO von metoda.

Zur Methodik:

Für den metoda E-Commerce-Index werden allmonatlich die Zahl der Bestellungen der insgesamt 1.500 nachfragestärksten Produkte in 15 Amazon-Hauptkategorien ermittelt und analysiert. Die Erhebung erfasst die Topseller der Kategorien „Auto“, „Baby“, „Baumarkt“, „Beauty“, „Bekleidung“, „Beleuchtung“, „Bürobedarf & Schreibwaren“, „Drogerie & Körperpflege“, „Elektronik“, „Garten“, „Haustier“, „Küche & Haushalt“, „Lebensmittel & Getränke“, „Spielzeug“ sowie „Sport & Freizeit“. Die monatlichen Ergebnisse werden mit den Basiswerten aus dem Januar 2017 verglichen. In jeder einzelnen Kategorie steht der Indexwert 100 dabei für das exakte Nachfrageniveau aus dem Januar 2017. Der Gesamtindex entspricht bei 1.500 Punkten der Januar-Nachfrage. Für die Berechnung erfasst und analysiert die innovative Marktforschungslösung Market Genius Monat für Monat mehrere Millionen Bestellvorgänge.

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