China-Shops: Augen auf beim Onlinekauf

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt gegenwärtig Verbraucher vor einer Schnäppchenjagd in Webshops aus Fernost. Schnäppchenjäger besuchen immer wieder auf die Seiten von Versendern aus fernen Landen, speziell Ostasien. Deren Angebote finden sich etwa in Preissuchmaschinen und Rabattportalen oder bei Amazon Marketplace und eBay. Manche suchten auch ganz gezielt nach Billigangeboten aus sogenannten „Chinashops“.

Verschiedene Beschwerden bei der Verbraucherzentrale und im Internet zeigten auch: Wurde die Ware falsch deklariert oder nicht in der versprochenen Qualität geliefert und wenn es zu Reklamationen kommt, dann kann es abenteuerlich werden. Nicht jeder, der wie „eInrow.de“ oder „lightinthebox.com“ besuche, wisse um den fernen Standort des Versenders. Erheblich erschwert werde der Durchblick, wenn andere Shops ganz auf ein Pflicht-Impressum verzichten oder Kontaktdaten nicht angeben.

Die Zustellung endet häufig beim Zoll, wenn dieser etwa Fälschungen und Waren ohne ein benötigtes CE-Kennzeichen, dem Signum für Verkehrsfähigkeit in der Europäischen Union, einzieht. Zur Kasse bittet der Zoll, wenn Kunden Einkäufe im Gesamtwert (Warenwert plus Porto) von über 22 Euro tätigen. Zu zahlen ist normalerweise eine 19%ige Einfuhrumsatzsteuer. Für viele Technik- und Mode-Artikel über 150 Euro sind ferner weitere Einfuhrabgaben fällig: von 2,5 bis zu 17%. Richtig teuer wird es bei Fahrrädern ab 150 Euro. Da kommen, aufgrund einer Antisubventionsmaßnahme, mehr als 80% des Warenwerts als Strafzoll obendrauf.

China-Shops: Augen auf beim Onlinekauf

China-Shops: Augen auf beim Onlinekauf

Viele Käufer glaubten an die Zusicherungen der Händler, die da lauten: „Sie brauchen keine Steuer für die Produkte zu bezahlen. Alle Pakete, die wir verschicken werden, wollen als Geschenk markieren, und die Sitte (gemeint ist wohl der Zoll) wird nicht überprüfen.“ Geschenksendungen unterliegen aber ebenso einer stichprobenartigen Kontrolle und können, etwa da eine Rechnung beiliegt, aus dem Verkehr gezogen werden. Überdies ist auch für sie ab einem Warenwert über 45 Euro Steuer abzuführen.

Probleme gibt es oft auch mit der Widerrufsbelehrung. Das jedenfalls dokumentierten Besuche der Verbraucherzentrale NRW in 10 Chinashops. Bei allen fehlte der Hinweis, dass die Ware nach Erhalt innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt werden kann – ohne Angabe von Gründen.

Merkwürdige Regelungen zum Rücksenderecht

So wurde etwa lediglich eine „Rückgabe“ innerhalb von sieben Werktagen angeboten und das allein bei „funktionalen Problemen“ oder „Qualitätsmängeln“. Oder aber der Shop kürzte die zweijährige gesetzliche Gewährleistung, die Neuware-Käufer in Deutschland schützt. Denn eingeräumt wurde bei Mängeln allenfalls ein „Umtausch“ binnen 30 Werktagen. Bei „Missfallen der Ware“ wiederum sollte das 14-tägige Widerrufsrecht halbiert werden. Teilweise werden 10% vom Kaufpreis abgezogen und andere drohten gar mit 20% Abzug. Ferner sollen Retouren angemeldet und eine autorisierte RMA-Nummer eingeholt werden. Das gesamte Verpackungsmaterial war aufzubewahren und Schäden sollten vorab ausführlich dokumentiert werden. Wer trotzdem in solchen Shops bestellen möchte, muss zudem, besonders wenn „Hongkong „oder „Ghenzhou“ auf dem Retouren-Etikett steht, für Pakete (bis fünf Kilo) rund 43 Euro zahlen.

China-Shops: Augen auf beim Onlinekauf was last modified: by

Ähnliche Beiträge

Momox-Gründer Chrsitian Wegner im Interview Im Zusammenarbeit mit Andy Geldman, Gründer und Betreiber von webretailer.com veröffentlichen wir auf onlinemarktplatz.de die deutsche Version des Interviews mit Christian Wegner, dem Gründer von Momox. Momox ist mittlerweile der zweitgrößte Verkäufer auf Amazon und bei eBay liegt Momox auf Platz...
onlinemarktplatz.de-Interview mit dem eBay-Direktor für Cross Border Trade, Chris Webster,... Das Team von onlinemarktplatz.de hatte die besondere Möglichkeit mit Chris Webster, dem eBay-Direktor für Cross Border Trade , über das spannende Thema des grenzüberschreitenden Handels zu sprechen. Auch hat uns Chris Webster viele Fragen unserer Lesern beantwortet und interessante Neuigkeiten zum i...
Fakten zum Nutzerverhalten beim Online-Shopping weltweit Wie eine aktuelle Studie von WorldPay verrät, werden 95% der E-Commerce-Einkäufe von zu Hause aus getätigt. 54% der Käufer befinden sich hierbei im Wohnzimmer und 43% im Schlafzimmer, 5% sind im Garten und 3% im Badezimmer. 29% kaufen ihre Waren während der Arbeit ein. Für die Studie wurden 1...
Einschätzungen von eBay, Amazon und Google auf der Channel Catalyst in London Scot Wingo CEO von ChannelAdsvisor hat diese Woche live von der Catalyst UK aus London berichtet.  Wingo schreibt, dass er immer wieder gerne den E-Commerce in Großbritannien beleuchtet, weil der britische Markt nicht nur der größte in Europa ist, sondern auch, weil er erstaunliche Fakten biete: 54%...
Black Friday: Die große Schnäppchenjagd Auf dem Parkplatz reiht sich ein Zelt an das andere. Es regnet und ist ungemütlich, doch das macht den Menschen hier in Houston nichts aus. Sie sind auf alles vorbereitet, packen sich warm ein, kochen Tee. So geht das jetzt schon seit dem Wochenende. Doch bald hat das Warten ein Ende. Und dann werde...
Gerücht über Asos-Übernahme: Sind Amazon oder eBay daran interessiert? Der britische Internet-Modehändler Asos hatte zuletzt Pech, denn ein Feuer im Logistik-Zentrum, Gewinnwarnungen und die verzögerte Auslandsexpansion hatten den Kurs der Asos-Aktie gedrückt. Das sieht nun wieder anders aus: Gerüchte einer Übernahme haben die Asos-Aktie wieder nach oben gebracht. D...

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

Beitrag teilen:


Kategorien: Onlinehandel allgemein

Schlagworte:, , , , , , , , , ,