Die Geschichte der Kreditkarte und neue Bezahlarten

Beim Abendessen den Geldbeutel zu Hause vergessen – viele Menschen kennen das nur zu gut. Das dies allerdings der Anfang der Entstehung der Kreditkarte sein soll, das wissen nur Wenige.

Im Weser Kurier berichteten zwei Autoren über eben genau diese Geschichte und um den Kampf der Anbieter, 65 Jahre nach der Erfindung der Kreditkarte, in der digitalen Welt Fuß zu fassen.

Die erste Diner's Club Karte

Die erste Diner’s Club Karte

Die Idee dieser Zahlungsform entstand 1949. Frank McNamar, ein New Yorker Unternehmer, vergisst bei einem Abendessen im Restaurant seine Brieftasche zu Hause, was dazu führt, dass seine Ehefrau das Essen bezahlen muss, so zu lesen auf der Diners Club-Webseite. Die Geschäftsidee der Kreditkarte war geboren. Am 8. Februar 1950 habe McNamara das Unternehmen gegründet und Ende 1950 sollen schon 20.000 Karten im Umlauf gewesen sein.
Mit Unternehmen wie Visa, MasterCard oder American Express wurde das zuerst exklusive Zahlungsmittel zu einem Alltäglichen.

Heute im Jahr 2015 bezahlen immer noch viele Menschen mit ihrer Kreditkarte, allerdings wachsen auch die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Bezahl-Services.

So gibt es heutzutage Apps aus den USA, mit denen man die Rechnung im Restaurant teilen kann, oder die die Frage „Wer zahlt was?“ nach einem gemütlichen Abend mit vielen Getränken ganz einfach lösen können (App Venmo). Zusätzlich rechnet die App auch noch aus, wie viel Trinkgeld gegeben werden sollte.

Die Applikation wird dann mit Kredit- oder EC-Karten, PayPal- oder Bankkonten gekoppelt und man bezahlt gemütlich per E-Mail oder SMS.

PayPal oder Apple Pay sind Bezahldienste, die die traditionelle Kreditkarte mittlerweile durch kontaktlosen Geldtransfer über das Mobiltelefon zu überholen scheinen, doch auch die Anbieter von Kreditkarten sind drauf und dran sich ihren Platz in der obersten Liga zu wahren. Denn auch sie wissen, dass das Zahlen mit Smartphones („Mobile Payment“) im Kommen ist, und so sind Banken, Technik-Firmen und Mobilfunkanbieter bemüht auch weiterhin den anderen Bezahldiensten weit voraus zu sein.

Wenigstens sind Kreditkarten-Unternehmen noch bei dem, vom kalifornischen Unternehmen Apple ins Leben gerufene, iPhone-Bezahldienst Apple Pay integriert, indem sie jede Zahlung zumindest abwickeln.

Zudem sind sie der Treiber bei der Einführung des kontaktlosen Bezahlens per NFC-Nahfunk. In wenigen Jahren müssen alle Händler, die Kreditkarten akzeptieren wollen, auf ein entsprechendes Terminal umgestiegen sein. Das dürfte Apple Pay und Co. einen Schub geben, weil die Infrastruktur allgegenwärtig wird.

Auch Samsung ist auf den Zug des kontaktlosen Zahlens aufgesprungen, schloss eine Kooperation mit PayPal, und ermöglicht es den Besitzern eines Galaxy-Smartphones nun ebenfalls nur mit Fingerabdruck zu zahlen.

Medienberichten zu folge sollen die Bezahldienste der amerikanischen Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon und T-Mobile von Google übernommen werden.

Die drei Anbieter haben die gemeinsame Firma Softcard, die aber bisher nur mäßige Erfolge feiern konnte. Und auch Google’s digitales Portemonnaie, der Google Wallet, konnte sich noch nicht durchsetzen.

Was das Zahlen mit der Kreditkarte angeht, ist uns Amerika einen Schritt voraus, denn dort akzeptieren viel mehr Händler die Kreditkartenzahlung als in der EU. Deswegen wird auch im Moment eine neue Obergrenze für die Gebühr der Zahlung eingeführt, die um einiges niedriger ist als die Bisherige.

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Carolin Schmitt-Fleckenstein, München

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