DPD Deutschland plant umfangreichen Stellenabbau

DPD Deutschland kündigte an, bis zu 1.400 Arbeitsplätze abzubauen, was einem Siebtel seiner Gesamtbelegschaft entspricht. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Branche sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sieht, die von der Nach-Corona-Marktdynamik bis hin zu steigenden Betriebskosten reichen.

DPD Deutschland plant umfangreichen Stellenabbau
DPD Deutschland plant umfangreichen Stellenabbau ©DPD

Die Ankündigung erfolgte am 07. Dezember 2023, inmitten eines Marktes, der sich nach der globalen Pandemie verändert hat. Während der Corona-Krise verzeichnete die Paketbranche einen beispiellosen Aufschwung, mit einem Anstieg des Transportvolumens bei DPD um sieben Prozent im Jahr 2021. Jedoch führte das Ende der Pandemie zu einer Abschwächung der Nachfrage. DPD erlebte 2022 einen deutlichen Rückgang der Paketmengen in Deutschland, was einen Einbruch von 8,8 Prozent auf 412 Millionen Pakete bedeutete.

DPD, als Teil der Geopost-Gruppe und eine Tochtergesellschaft der französischen Post (La Poste), steht in direktem Wettbewerb mit anderen großen Paketdienstleistern wie DHL, Hermes, GLS und UPS. Während DHL zum Ende der Pandemie zu einen ähnlichen Rückgang der Sendungsmenge erlebte, konnte der Marktführer im dritten Quartal 2023 wieder einen Anstieg der Sendungsmengen von 5,1 Prozent verzeichnen. Diese Dynamik verdeutlicht die Wettbewerbssituation, in der DPD agiert, und unterstreicht die Notwendigkeit, wettbewerbsfähig und agil zu bleiben.

Die geplanten Kürzungen sollen, nach Aussage des Firmenchefs Björn Scheel, „so sozialverträglich wie möglich“ erfolgen. Dies deutet auf einen Ansatz hin, der sowohl die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten als auch die sozialen Auswirkungen auf die Beschäftigten berücksichtigt. Dabei betonte Scheel, dass diese Umstrukturierung notwendig sei, um das Unternehmen für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu rüsten.

Die Gewerkschaft ver.di hat bereits reagiert und setzt sich in den laufenden Tarifverhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen ein. Ihre Forderungen umfassen unter anderem mehr Urlaubstage, ein 14. Monatsgehalt und höhere Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit. Dies spiegelt den wachsenden Druck wider, den die Beschäftigten in der Logistikbranche angesichts steigender Lebenshaltungskosten und Arbeitsbelastungen empfinden.

Frank