Was weiß die Schufa alles weiß und alles macht

Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die größte in Deutschland. Die Abkürzung steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Das Unternehmen sammelt Daten von Verbrauchern und gibt Auskunft über die Zahlungsfähigkeit. Die Schufa hat viele Vertragspartner, beispielsweise Banken, Telekommunikationsunternehmen, Versicherungen, aber auch den Handel oder Bezahlanbieter. Die Vertragspartner liefern einerseits die Daten, damit die Schufa ein Scoring zu jedem Einzelnen erstellen kann. Zum anderen rufen sie auch Daten zur Kreditwürdigkeit ihrer Kunden ab. Die Schufa ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das seinen Sitz in Wiesbaden hat.

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Die Schufa sammelt und speichert Daten zum Zahlungsverhalten von Personen und Unternehmen. Doch neben dem Bonitätscheck bietet die Schufa Unternehmen noch weitere Dienste an, um den Onlinehandel sicherer zu machen. pixabay.com ©Preis_King (Creative Commons CC0)

Welche Daten speichert die Schufa?

Die Schufa erfasst und speichert persönliche Daten, wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Adresse, frühere Adressen, ebenso wie Informationen zur Kreditvergabe, Eröffnung eines Girokontos oder ob ein Kunde eine oder mehrere Kreditkarten hat. Auch Informationen zu Ratenzahlungsgeschäften, Versandhandelskonten oder Bürgschaften sind dort gespeichert. Zudem sammelt die Auskunftei auch Daten aus öffentlichen Verzeichnissen, wie beispielsweise dem Schuldnerverzeichnis, in dem Angaben zu Privatinsolvenzen, Unternehmensinsolvenzen oder eidesstattlichen Erklärungen über das Vermögen aufgeführt sind. Die Schufa speichert dabei nicht nur Negativmerkmale, wie den Zahlungsausfall, einen von der Bank gekündigten Kredit oder Vollstreckungsmaßnahmen der Gerichte. Sie speichert auch positive Informationen, wie die pünktliche Rückführung eines Darlehens. Ebenfalls gespeichert sind Kreditanträge, auch wenn sie nicht zustande kommen. Um zu vermeiden, dass jeder Kreditvergleich und jede unverbindliche Anfrage einen Eintrag bei der Schufa zur Folge hat, ist ein SCHUFA-neutraler Kreditvergleich online möglich.

Die Schufa speichert keine Informationen zum Vermögen der Verbraucher oder zum Einkommen. Auch Kaufverhalten, Beruf, Konfession, Familienstand oder Nationalität sind dort nicht erfasst. Die Schufa speichert auch keine Daten aus den sozialen Medien.

Fast jeder Deutsche ist bei der Schufa erfasst. Das ist zunächst neutral zu bewerten. Das bedeutet nur, dass Daten vorliegen. Mehr als 90 Prozent der Einträge bei der Schufa sind positiv, sodass sich da niemand sorgen machen muss, der immer pünktlich seine Rechnungen bezahlt. Wer seine Rechnungen nicht bezahlt, muss sich darüber kurzfristig ebenfalls keine Sorgen machen. Unternehmen teilen der Schufa Zahlungsstörungen erst mit der zweiten Mahnung mit. Dabei müssen mindestens vier Wochen zwischen der ersten und der zweiten Mahnung liege. Der Schufa-Score verändert sich nicht, wenn ein Kunde einmal zu spät bezahlt oder sogar erst nach der ersten Mahnung. Bleibt eine berechtigte Forderung allerdings unbeglichen, bleibt auch der Eintrag bestehen, und zwar bis zu drei Jahre nachdem die Rechnung erledigt ist.

Wie zahlen die Deutschen am liebsten?

Dem aktuellen Schufa-Kompass ist zu entnehmen, dass die bevorzugte Zahlweise in Deutschland der Kauf auf Rechnung ist. Der Kunde erhält die Ware, kann sie prüfen, bei Nichtgefallen zurückschicken, ohne finanzielles Risiko. Die Bezahlung erfolgt zeitversetzt, einige Tage nach dem Erhalt der Ware. Über 70 Prozent der Kunden im Onlinehandel nutzen diese Bezahlmethode. Es ist für die Kunden eine sichere und bequeme Bezahlmethode. Für Händler ist es sinnvoll, diese Bezahlart ebenfalls anzubieten. Sie stellt einen Vertrauensvorschuss dar und mit einem gewissen Risiko verbunden, dass der Kunde am Ende doch nicht zahlt. Um hier das Risiko kalkulierbar machen, können die Händler Identitäts- und Bonitätsprüfungen durchführen.

Kunden bezahlen am liebsten per Rechnung. Doch auch die Kreditkartenzahlung oder Sofortüberweisung sind gängige Methoden im Onlinehandel. pixabay.com ©StockSnap (Creative Commons CC0)

Welche Informationen kann der Handel bei der Schufa abfragen?

Die Schufa hält für den Handel ganz unterschiedliche Auskünfte bereit. Im Datenbestand der Schufa stehen derzeit knapp 68 Millionen Privatpersonen und circa 6 Millionen Unternehmen. Händler können Bonitätsauskünfte abrufen, um ihr Ausfallrisiko beim Rechnungskauf oder beim Ratenkauf zu reduzieren.

Geldwäsche kann für Onlinehändler zum Problem werden.. pixabay.com ©stevepb (Creative Commons CC0)
  • Die Bonitätsauskunft enthält Informationen zum Zahlverhalten der Kunden.
  • Mit einem Identitäts-Check können Unternehmen Daten zu Personen oder Adressen abfragen. Wenn die Daten bei der Schufa nicht gespeichert sind, kann es sich eventuell um einen Betrugsversuch handeln.
  • Mit dem Schufa-Identitäts-Check Jugendliche können Händler prüfen, ob ein Kunde tatsächlich volljährig ist. Das ist beispielsweise im Onlinehandel mit Tabakerzeugnissen oder Alkohol wichtig.
  • Der Schufa-Kontonummern-Check dient dazu, Bankverbindung und Personendaten eines Kunden abzugleichen. So können Händler prüfen, ob die Bankverbindung tatsächlich existiert und dem Kunden gehört.
  • Die Schufa hilft Unternehmen auch dabei, regulatorische Anforderungen einzuhalten, beispielsweise um Geldwäsche oder die Finanzierung von terroristischen Aktivitäten zu verhindern. Dazu gibt es die Schufa-GwG-Auskunft und den Schufa-Compliance-Service.

Bietet die Schufa Händlern noch weiter gehenden Schutz?

Die Schufa hat noch weitere Lösungen, insbesondere für den E-Commerce. Sie bietet beispielsweise den sogenannten Fraud-pre-Check (FPC) an. Dabei prüft die Schufa Bestellanfragen, ob sie betrugsauffällige Muster enthalten. Die Überprüfung liefert in Echtzeit einen Wert dazu, wie auffällig eine aktuelle Anfrage ist. Auf der Grundlage dieses Wertes ist es den Händlern möglich, die Zahlungswege zu steuern oder die Lieferbedingungen anzupassen. Sie können so das Betrugsrisiko für sich senken. Bei auffälligen Anfragen ist dann immer noch eine manuelle Überprüfung möglich. FPC lässt sich während des gesamten Bestellprozesses anwenden, schon bei der Übermittlung der Bestellanfrage oder erst bei der Leistungserbringung.

Betrug oder Fraud ist ein größer werdendes Problem im Onlinehandel. Das hat natürlich vora llem finanzielle Folgen für den Onlinehandel, weil damit immer Zahlungsausfälle verbunden sind. Der Kauf auf Rechnung birgt für die Händler unter allen Bezahlmethoden das größte Risiko. Beim Bestellvorgang gibt es mit dem Kauf auf Rechnung weniger Bestellabbrüche. Allerdings kommt es nach dem Kauf häufiger zu Retouren und auch zu Zahlungsausfällen. Sowohl der Aufwand wie auch das Ausfallrisiko sind beim Rechnungskauf viel höher als bei Kreditkartenzahlung, Sofortüberweisung oder Vorkasse. Eine zuverlässige Bonitäts- und Identitätsprüfung kann einen Ausgleich zwischen Kunden- und Händlerinteressen schaffen. Wenn das in Echtzeit geschieht, wie bei FPC durch die Schufa, bekommt der Kunde kaum etwa davon mit. Das Shopping-Erlebnis wird davon nicht beeinträchtigt.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Kreditwürdigkeit des Kunden zu überprüfen. Entsprechende Score-Werte geben Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kunde am Ende seine Rechnung bezahlt. In diesen Score-Wert fließen die Informationen zum bisherigen Zahlungsverhalten ein, die die Vertragspartner regelmäßig an die Schufa übermitteln.

Für den sogenannten Distanzhandel, also Online- und Versandhandel zum Beispiel, gibt es spezielle Scorecards, die auf die Problematiken im Versandhandel abgestimmt sind. Wie weisen beispielsweise darauf hin, wie groß das Risiko für einen Forderungsverlust ist. Damit können die Händler mögliche Zahlungsausfälle erkennen und vermeiden.

Welche Branchen fragen am häufigsten Schufa-Auskünfte ab?

Zu den Schufa-Vertragspartnern gehören Unternehmen aller Branchen, vom Lebensmitteleinzelhandel über Mode- und Elektronikhändler bis hin zu Möbelhändlern. Auch Zahlungsdienstleister fragen regelmäßig Daten ab. Dabei ist festzustellen, dass das B2B-Geschäft immer wichtiger wird. Händlerplattformen haben im E-Commerce enorm an Bedeutung gewonnen.

Fake-Shops sind ein Risiko für die Kunden

Nicht nur die Verkäufer können Betrugsopfer werden. Auch die Kunden stehen häufig vor dem Problem, ob sie einem Onlineshop vertrauen können. Die Auswahl an Bezahlmöglichkeiten kann ein Hinweis auf Betrug sein. Im Onlinehandel bieten die meisten Shops eine große Auswahl an Bezahloptionen. So kann jeder ganz nach seinen Vorlieben komfortabel im Internet shoppen und das Einkaufen genießen. Zahlungs- und Datensicherheit spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ist in einem Onlineshop nur eine Bezahloption gegeben, und zwar Vorkasse, kann es sich möglicherweise um einen Fake-Shop handeln. Die Shops wirken optisch sehr professionell. Allerdings erhält der Kunde entweder nur minderwertige oder in vielen Fällen sogar überhaupt keine Ware. Wenn das Geld erst einmal gezahlt ist, sind die Chancen, das gezahlte Geld wieder zurückzubekommen sehr gering.

Kunden können sich auf mehrere Arten absichern. Wer zum ersten Mal in einem Shop einkauft, sollte sich die Zeit nehmen und sich das Impressum sehr genau anschauen. Verschiedene Bezahloptionen gibt es nicht und auch bei seriösen Kundenbewertungen oder dem Trusted-Shop-Siegel ist meist Fehlanzeige. Das alles sind Hinweise auf einen betrügerischen Shop.

Manche Shops nutzen zwar die Logos der verschiedenen Bezahlanbieter. Allerdings laufen Versuche, mit der Kreditkarte zu bezahlen oder über Sofortüberweisung ins Leere. Wenn der Kunde kaufen will, bleibt am Ende nur Vorkasse.

Da die Betrugsmethoden immer ausgefeilter werden, gibt es weder für Kunden noch für Händler einen 100-prozentigen Schutz. Da die Täter oft auf Zeit spielen und die Shops nach wenigen Tagen schon wieder verschwunden sind, ist eine rechtliche Verfolgung nicht möglich. Wenn die Seite abgeschaltet ist, wird es nahezu unmöglich, sein Geld zurückzuerhalten. Kunden sollten bei einem neuen Shop lieber zunächst auf Rechnung oder mit einer anderen sicheren Zahlungsart bezahlen. Das senkt das Betrugsrisiko von Anfang an.

Zuverlässige Identitätsprüfung für mehr Sicherheit für die Händler

Für den E-Commerce ist das Risiko groß, dass ein Kunde einfach auf Rechnung kauft, einen falschen Namen und eine falsche Adresse angibt. Er fängt dann die Ware ab und verschwindet ohne seine Rechnung zu begleichen. Hier können sich Händler mit einem zuverlässigen Identitäts-Check absichern. Dazu genügt es häufig, Name und Vorname, Anschrift und Geburtsdatum mit den Daten der Schufa abzugleichen. Wenn die angefragten Daten zu einer Person bei der Schufa gespeichert sind, bekommt der Händler dazu eine Bestätigung. Er kann davon ausgehen, dass es sich bei seinem Kunden um eine echte, existierende Person handelt.

Weitere Betrugsrisiken liegen in den verschiedenen Bezahlverfahren. Dem E-Commerce kann ein erheblicher Schaden entstehen, wenn die Nummer einer gestohlenen Kreditkarte mit einem falschen Namen und einer falschen Adresse kombiniert ist. Auch Bestellungen nur so als Scherz können erheblichen Schaden anrichten, genauso wie Retouren oder ein Tippfehler bei der Eingabe der Adresse. Manchmal testen Internetnutzer auch nur die Funktionalität eines Onlinehändlers mit einer fiktiven Adresse und wollen gar keine Bestellung machen. Diese Fälle sind für die Händler nachteilig, weil sie die Logistikkosten erhöhen.

Ein zuverlässiger Bonitäts- und Identitäts-Check schon während der Bestellung kann Händlern dabei helfen, diese Risiken zu reduzieren und dennoch die beliebteste Zahlungsart anzubieten, und zwar den Rechnungskauf.

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