Eine kurze Übersicht über die europäischen Fußballvereine an der Börse

Schon 1983 wurde der erste europäische Fußballclub an der Börse gezeichnet. Seither haben mehr als 40 Vereine in Europa ihre Aktien mehr oder weniger erfolgreich an der Börse angeboten. Die bekannteste Aktie eines deutschen Fußballvereins ist die von Borussia Dortmund. Sie wird in Stuttgart unter dem Kürzel BVB gehandelt.

Die Aktie des Traditionsvereins aus dem Ruhrgebiet war von Anfang an kein Verkaufsschlager. Der Wert des Papiers verlor schon im ersten Jahr fast 50 Prozent seines Wertes. Das Allzeithoch wurde Mitte 2018 erreicht, bevor der kurz zu Beginn des Jahres 2020, sicher getrieben durch die Corona Pandemie und die damit sehr hohen Verluste der Fußballvereine, auf unter 5 Euro pro Aktie fiel. Aktuell liegt der Wert knapp über der 5-Euro-Marke.

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Die Aktienkurse der Fußballvereine sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Dabei fällt der sportlichen Leistung deutlich weniger Gewicht zu, als es sich vermuten lässt. Die Aktien der Fußballvereine sind somit viel mehr als Wertpapiere für die Fans der jeweiligen Clubs. Fußball ist inzwischen zum Big Business geworden und es zählt nicht nur die Leistung auf dem Platz. Vielmehr sind den Anlegern Geschäftszahlen wie Umsatz und Gewinn wichtig. Dies ist sehr gut an der Aktie des BVBs abzulesen. Trotz der großen Krise, die sich seit dem Rauswurf des Trainers Lucien Favre nochmals verstärkt hat, hat sich der Wert der Aktie seit Jahresbeginn kaum verändert.

Die Anleger sind wohl noch optimistisch, dass das Minimalziel Champions-League-Platz erreicht wird und der Verein noch diese Saison die Wende schafft. Die Inhaber der Papiere hoffen wohl auch darauf, dass die Schwarzgelben international auf sich aufmerksam machen. Wichtig wäre ein Erfolg gegen den FC Sevilla im Champions League Achtelfinale. Wegen der schwachen Leistungen in den vergangenen Partien reist der BVB als Außenseiter zum Auswärtsspiel gegen die Spanier.

Neben den Dortmundern sind auch viele andere europäische Traditionsvereine an der Börse. Der wohl erfolgreichste Börsengang war der von Manchester United. Die Engländer brachten 2012 Aktien des Vereins in den Umlauf und konnten ihren Wert seitdem um Rund 10 Prozent steigern. Auch der Börsengang von Fenerbahce Istanbul war ein großer Erfolg. Die Merchandiseabteilung des neuen Club von Mesut Özil ist seit 2004 an der Börse vertreten und konnte den Wert fast verdoppeln. Auch Ajax Amsterdam, Celtic Glasgow, Lazio Rom, der FC Porto und weitere große europäische Clubs bieten ihre Wertpapiere zum Kauf an. Allerdings mussten diese Fußballvereine seit ihrem Börsengang deutliche Verluste hinnehmen.

Warum die Aktien der Fußballclubs im Vergleich zur Gesamtwirtschaft nicht so erfolgreich zeigen, hat unterschiedliche nicht ganz geklärte Gründe. Unterschiedliche Analysten sprechen in dem Zusammenhang von einem Teufelskreis zwischen dem Aushandeln höherer TV-Rechte-Einnahmen und der Inflation der Spielergehälter, der die Wachstumschancen der Aktien ausbremst.

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