Sind User bereit für den Paid-Content?

Angeheizt durch die Pläne des Medienmoguls Rupert Murdoch planen immer mehr Medienverlage und vor allem die Zeitungsbranche, sich ihre Inhalte im Internet bezahlen zu lassen. Die Frage die sich hier allerdings stellt, wofür wären Nutzer bereit Geld auf den Tisch zu legen?

Verschiedene Befragungen in den letzten Monaten haben ergeben, dass die Bereitschaft, für Online-Inhalte zu bezahlen, sehr gering ist. So ergab eine britische Studie lediglich einen Zahlungswillen von 5%.

Nicholas Carr, Branchenkenner und Technologieexperte hat zu dem Thema Stellung bezogen (www.roughtype.com). Er glaubt an die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher. Allerdings gibt er zu bedenken, dass es künftig insbesondere darum gehen wird, für welche Inhalte Geld verlangt wird. Die Bereitschaft der Konsumenten, für Inhalte aus dem Internet zu bezahlen ist nach Bereichen verschiedenartig (Social Media, Musik oder Nachrichten).

Carr ist ferner der Meinung, dass Nutzer sehr wohl bereit sein werden, für einfachen und bequemen Zugang auch Geld auszugeben. Kritiker gehen davon aus, dass die Nutzer Bezahlangebote umgehen, indem sie auf andere Quellen ausweichen werden. Das jedoch glaubt Nicholas Carr in seiner Untersuchung nicht. Carr argumentiert, dass nicht jeder die Zeit und das technische Knowhow habe, Bezahlschranken zu meiden. Viele wären bereit, kleine Beträge zu investieren, um in den Genuss eines barrierefreien Zugangs zu Information und anderen Inhalten zu kommen.

Als bestes Beispiel erfolgreichen Paid-Contents führt Carr Apples iTunes an. Apple konnte einen sehr erfolgreichen Online-Shop auf die Beine stellen, wo für die digitale Musik gerne bezahlt wird. Auch hier gehe es um eine Art Komfort, einfache und unkomplizierte Verfügbarkeit. Ein zurzeit oft angeführtes Beispiel, dass den Zahlungswillen der Verbraucher demonstrieren soll, ist der mobile Bereich, sprich Handys, diverse mobile Geräte und nicht zuletzt E-Books.

Holger Kansky vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sagt gegenüber pressetext: „Im Gegensatz zum Internetsurfer sind Handy-Nutzer gewohnt, für den Abruf von Informationen Geld zu bezahlen. Diese Zahlungsbereitschaft wird man auch auf die mobilen Lesegeräte zu übertragen versuchen.“  Zudem habe die hohe Nachfrage nach E-Books im Weihnachtsgeschäft, besonders in den USA, bewiesen, dass man an deren Erfolg nicht mehr zweifeln sollte.

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