Scot Wingos Tipps für den eBay-Chef John Donahoe

Der Online-Marktplatz eBay bereitet sich auf die „Machtübernahme” durch John Donahoe vor, der in die Fußstapfen von Meg Whitman treten wird. Und das, in einer Zeit, in der es eine Menge agiler Mitbewerber auf dem Markt gibt.

eBay zu führen ist eine gewaltige Aufgabe, zumal das Unternehmen ein wenig mit seinen Nutzern zu kämpfen hat.
eBay hat damit begonnen, sich neu zu definieren und versucht, mit allen Mitteln den Glanz der vergangenen Jahre wieder herbeizuführen, so die USA TODAY. John Donahoe hat sein Versprechen gegeben, alles für die User des Online-Marktplatzes eBay zu tun, sowohl bei den Festpreis-Artikel-Verkäufen als auch bei den Auktionen. 40% der Einnahmen stammen aus den Festpreis-Verkäufen, der Rest aus Versteigerungen, dem eigentlichen Metier eBays.

eBay versucht mit Online-Ticket-Verkauf, Kleinanzeigen, dem Online-Bezahldienst PayPal und Werbung dem verlangsamtem Wachstum entgegenzuwirken. Außerdem versucht das Unternehmen eine „lernfähige” Suchmaschine zu kreieren, ganz nach dem Vorbild Googles, die in der Lage ist Feedback, Lieferkosten, PayPal-Daten und andere Faktoren auszuwerten, um sie dann seinen Kunden zu präsentieren. Diese sollen dadurch bessere Verkaufsresultate erzielen.

Google ist für eBay ein nicht zu missachtender Faktor geworden, da immer mehr Internet-Nutzer die Suchmaschine einsetzen um kostengünstige Produkte zu finden. Andere bekannte Konkurrenten wiederum haben viel Geld investiert um bei Google an erster Stelle zu erscheinen und Links optimal zu positionieren.

Donahoe hat auch schon einiges im Management verändert, was durchaus erforderlich war. So hat er Führungskräfte der Tochter-Unternehmen PayPal und Skype, wie z.b. Rajiv Dutta zu eBay gebracht, um den Online-Marktplatz wieder zu beleben.

Scot Wingo, CEO von ChannelAdvisor, begegnete Donahoe in einem Starbucks Cafe in Boston. Donahoe bombardierte ihn mit Fragen dahingehend, wie eBay sich für seine Nutzer verbessern könnte. Wingo schlug die 3 F`s vor: Fees, Finding and Fraud, zu Deutsch Einstellgebühren, Suchresultate und betrügerische Machenschaften.

In Pinehurst (North Carolina) findet zur Zeit die Catalyst Konferenz statt und einer der Redner ist Scot Wingo. Er offenbarte dort seine Gedanken zum Thema: Was wird sich für Käufer und Verkäufer bei eBay unter John Donahe verändern, im Vergleich zu Meg Whitmann und Bill Cobb, der ebenso Ende des Jahres eBay verlassen wird.

Wingo ist der Ansicht, dass Donahoe mehr businessorientiert arbeiten wird. Trotzdem wird John Donahoe zusehen müssen, auch zu seinen eBay-Nutzern ein gutes Verhältnis aufzubauen, wozu er bei eBay-Live! die Gelegenheit haben wird. Whitman und Cobb haben bereits gute Vorarbeit geleistet und versucht, sich in der Kommunikation mit den eBay-Usern gegenseitig zu übertreffen.

Obwohl Meg Whitman und Bill Cobb außerordentliche und talentierte Geschäftsleute sind, haben beide immer den Kontakt zu der eBay-Community gesucht. Sie machten dabei den Eindruck als würden sie daran Gefallen finden. John Donahoe hingegen muss, in den Augen von Scot Wingo, hier noch ein wenig dazulernen, da er den Eindruck macht, sich in der zwischenmenschlichen Kommunikation etwas schwerer zu tun.

Wenn auch einige Hindernisse vorhanden sind, die Analysten sehen die Zukunft von eBay positiv.
Pyykkonen, einer dieser Experten, sagt: „Es gibt mittlerweile mehr Anwärter auf den Thron, aber eBay wird seinen Weg machen. Viele Unternehmen wären gerne an der Stelle von eBay.”


Beitrag teilen: