Häufige Kauf- und Verkaufsbetrugsversuche: die dunkle Seite von eBay

eBay hat sich zwar als ein sehr erfolgreiches Modell eines virtuellen Marktplatzes erwiesen, auf dem Käufer Waren zu sehr günstigen Preisen bekommen und Verkäufer Artikel loswerden und somit sehr schnell Geld verdienen können, aber es gibt Beispiele, bei denen die beiden Arten von Benutzern das System ernsthaft missbraucht haben.

Auch wenn diese Fälle nicht im selben Ausmaß mit Victor Lustigs gefälschtem Verkauf des Eiffelturms oder den Black-Jack-Betrügereien, die Richard Marcus in den 1980er-Jahren ausführen konnte, vergleichbar sind, haben viele Menschen darunter dennoch gelitten. Werden Käufer oder Verkäufer Opfer von Betrügereien, gibt es leider oft ziemlich wenig, was sie dagegen tun können.

Phishing-E-Mails, um an Bankdaten zu gelangen

Der allzu häufige und auch als Phishing bezeichnete Trick, ahnungslose Nutzer zu einer betrügerischen authentisch aussehenden Website weiterzuleiten und sie dazu zu bringen, ihre Login-Daten einzugeben und somit Zugang zu ihrem Konto zu erhalten, hat bereits mehrfach bei eBay Erfolg gehabt und kann sowohl Käufer als auch Verkäufer betreffen. Sobald Betrüger über diese Details verfügen, können sie sofort auf Geld zugreifen oder Konten mit guten Bewertungen entführen, die sie für weitere eBay-Betrügereien missbrauchen können.

Phishing in Bezug auf eBay-Kontoinformationen funktioniert, indem Benutzer eine scheinbar völlig offizielle E-Mail mit einer Mitteilung erhalten, dass irgendwelche Einzelheiten oder die jüngsten Aktivitäten bestätigt werden müssen. Die E-Mail enthält einen Link zu einer Website, die sich leicht für einen von eBay betriebenen Webauftritt halten lässt. Auf dieser Website versucht der Benutzer, seine Daten einzugeben, damit er sich in sein Konto einloggen kann. Das wird nicht funktionieren, aber es ist eigentlich schon zu spät – die Betrüger haben bereits alle Informationen, die sie brauchen.

Betrügereien auf eBay und wie man sie vermeiden kann

Betrügereien auf eBay und wie man sie vermeiden kann
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Die einzige Möglichkeit für eBay-Nutzer, nicht zum Opfer eines Phishing-Betrugs zu werden, besteht darin, niemals auf einen Link in einer E-Mail zu klicken; eine gute Faustregel, die auch für jedermann in jeder Online-Situation gilt. Wenn solch eine E-Mail eintrifft und Benutzer unsicher sind, sollten sie sich direkt in ihr eBay-Konto einloggen, um zu überprüfen, ob es immer noch funktioniert. Darüber hinaus sollten sie die Notwendigkeit einer aufgeforderten Bestätigung direkt bei der Kundendienstabteilung erfragen.

Käuferschutzrichtlinie macht es Betrügern leicht

Die Betrügereien, die Käufer gegen Verkäufer über eBay ausführen, sind besonders schädlich, da die Rückgriffsansprüche seitens des Verkäufers so gering sind. Das herkömmliche eBay-Geschäftsmodell hat schon immer den Käufer bevorzugt. Auf der eBay-Website heißt es tatsächlich, dass Aktivitäten, die die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Besuche und weiterer Einkäufe verringern, als „Mängel“ gelten.

Das bedeutet, dass Käufer locker negative Bewertungen für Verkäufer abgeben können, um andere Käufer zu schützen, aber Verkäufern steht keinerlei Möglichkeit zur Verfügung, eine ähnliche Rezension über Käufer zu hinterlassen. Alle Bewertungen werden unter der Überschrift „positiv“ abgelegt, auch wenn man beim Durchlesen erkennt, dass es sich eigentlich um Beschwerden handelt. Deswegen sollte jeder, der bei eBay verkauft, die Bewertungen genau lesen und sich nicht einfach auf eine Menge „positive“ Bewertungen als Zeichen für einen vertrauenswürdigen Käufer verlassen.

Häufig erpressen Käufer auch Geld von Verkäufern, indem sie damit drohen, negative Bewertungen zu hinterlassen. Darüber hinaus wirken sich viele der Tricks, mit denen Käufer Geld oder Waren von bestimmten Verkäufern einmal erlangen können (obwohl sie natürlich oft ihr Glück mehrfach versuchen), auf dauerhafter und unfairer Weise auf den Ruf eines Verkäufers aus.

Oftmals wollen Käufer einen Artikel, von dem sie behaupten, dass er in irgendeiner Weise defekt war, „zurücksenden“. Sie schicken aber tatsächlich nur einen leeren Karton oder irgendeinen anderen Artikel an den Verkäufer zurück. Der Verkäufer verliert nicht nur sein Geld, sondern ist auch von Geschäftsrabatten ausgeschlossen oder sogar von seinem Konto suspendiert, sobald dies mehrmals passiert ist. Dies kann auch passieren, wenn Käufer behaupten, dass sie nicht das erhalten haben, was sie gekauft haben. Und ohne Lieferbestätigung gibt es keine Möglichkeit zu beweisen, ob das wirklich stimmt oder nicht.

Der Mangel an Aufzeichnungen kann auch Verkäufern schaden, wenn betrügerische Käufer alternative Zahlungsmethode außerhalb der eBay-Plattform als Zahnungsmittel vorschlagen; in solchen Fällen gibt es gar nichts, was das Unternehmen tun kann. Die Notwendigkeit, das aktuelle System zu ändern, wurde schon bestätigt und ein Pilotprojekt wurde zu diesem Zweck ausgeführt. Trotzdem berichten Verkäufer, dass sie immer noch unter Betrügereien leiden. Die Entführung eines ordnungsgemäß geführten Kontos, wie oben erwähnt, macht all dies einfacher.

Käufer können auch betrogen werden

Selbst wenn es einfacher ist, Verkäufer zu betrügen, sollten auch Käufer bei eBay vorsichtig sein. Meistens handelt es sich dabei um bezahlte, aber nie erhaltene Waren. Käufer sollten immer warten, bis sie die Ware in eigenen Händen halten, bevor sie eine Zahlung tätigen. Ihrerseits sollten Verkäufer die Artikel fotografieren, bevor sie sie versenden, damit Käufer nicht behaupten können, dass sie beschädigte oder fehlerhafte Waren erhalten haben. Jeder muss vorsichtig sein und wenn etwas zu schön um wahr zu sein erscheint, dann ist es wahrscheinlich auch so.

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Über den Autor

Frank Weyermann
Betreiber der Seite onlinemarktplatz.de und und Inhaber von die-datenwerkstatt.de.



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