GfK-Analyse zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft

Gutscheine, Spielwaren, Bekleidung – das sind die drei Top-Geschenke in diesem Jahr. Insgesamt möchten neun von zehn Deutschen anderen mit einem Geschenk eine Freude bereiten. Dafür werden sie im Durchschnitt 278 Euro ausgeben. Laut einer GfK-Umfrage kann der Handel – wie im vergangenen Jahr – mit einem Umsatzvolumen für Geschenke von rund 14,3 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft rechnen. Die Taktik des Handels, bereits im Spätsommer Weihnachtsgebäck und -süßigkeiten in den Läden anzubieten, stößt bei der Mehrheit der deutschen Verbraucher auf Ablehnung. Das zeigt eine Sonderumfrage von GfK.

Das Budget für Weihnachtsgeschenke bleibt auch im dritten Jahr in Folge auf konstant hohem Niveau. Mit durchschnittlich 278 Euro liegen die geplanten Ausgaben nur 2 Euro unter dem Vorjahresniveau. „Wie in den vergangenen Jahren ist auch Bargeld wieder ein beliebtes Geschenk. Davon werden die Händler nach dem Fest ebenfalls zu einem Großteil profitieren. Insgesamt werden die Deutschen Bargeld im Wert von 3,5 Milliarden Euro verschenken“, erklärt Dr. Wolfgang Adlwarth, GfK-Handelsexperte, bei einer Pressekonferenz von GfK.

Erwartungsgemäß geben die Verbraucher je nach Alter und Einkommen sehr unterschiedliche Summen für Weihnachtsgeschenke aus. Junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren planen mit 140 Euro zwar deutlich mehr ein als im vergangenen Jahr (+15 Euro). Im Vergleich mit den über 54-Jährigen fällt ihr Budget dennoch eher bescheiden aus. Die ältere Generation will 12 Euro weniger als im letzten Jahr und somit im Durchschnitt 344 Euro ausgeben.

Der Blick auf die Einkommenssituation der Haushalte zeigt ein ähnliches Bild. Die unteren Einkommensschichten geben weniger für Geschenke aus, die oberen mehr. Verbraucher mit einem Haushaltsnettoeinkommen bis 1.499 Euro wollen in diesem Jahr mit 182 Euro 13 Euro mehr ausgeben als 2016. Dagegen sinken die Ausgaben von Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 1.500 bis 2.499 Euro, auf durchschnittlich 243 Euro. Das sind 17 Euro weniger als im letzten Jahr. Das Weihnachtsbudget von Deutschen in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 2.500 bis 3.499 Euro ist mit 288 Euro um 6 Euro höher als 2016. Dagegen senken die Menschen mit dem höchsten Haushaltsnettoeinkommen von 3.500 Euro und mehr ihre Ausgaben um 17 Euro auf durchschnittlich 364 Euro.

Verbraucher finden: Weihnachtsleckereien kommen zu früh in den Handel

Bücher, Spielwaren und Bekleidung sind die Geschenkefavoriten

Bücher sind der Dauerbrenner. Insgesamt 35 Prozent (-3 Prozent) möchten mindestens ein Buch unter den Weihnachtsbaum legen. Dafür geben sie durchschnittlich 41 Euro aus. Für den Buchhandel ergibt sich daraus nach GfK-Berechnungen ein potentielles Umsatzvolumen von 957 Millionen Euro (+4 Millionen).

Spielwaren bringt das Christkind am zweithäufigsten. Wie im vergangenen Jahr wählen 34 Prozent der Deutschen ein Geschenk aus dieser Kategorie. Dafür wollen sie mit 81 Euro 3 Euro weniger ausgeben als 2016. Für den Handel errechnet sich daraus ein Umsatzvolumen von 1,82 Milliarden Euro (-30 Millionen Euro).

Bekleidung und Accessoires wollen wie im letzten Jahr 29 Prozent der Deutschen zum Fest verschenken. Allerdings geben sie mit 81 Euro 6 Euro weniger als im vergangengen Jahr dafür aus. Der Handel kann daher mit einem potentiellen Umsatzvolumen von 1,58 Milliarden Euro (-70 Millionen Euro) rechnen. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass Bekleidung und Accessoires immer seltener unter dem Baum liegen.

Dagegen generieren Gutscheine Jahr für Jahr mehr Handelsumsatz. So wollen in diesem Jahr mit 26 Prozent der Deutschen zwar 1 Prozent weniger als letztes Jahr mindestens einen Gutschein verschenken. Dafür steigt das Budget um 9 Euro auf 106 Euro an. Der Handel kann mit 1,84 Milliarden Euro an Umsatzvolumen rechnen. Das sind 150 Millionen Euro mehr als 2016. Bargeld verschenken mehr als ein Fünftel der Bevölkerung und nehmen dafür durchschnittlich 238 Euro aus ihrem Portemonnaie.

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Deutsche geben deutlich mehr für Abos und Veranstaltungstickets aus

Mit knapp einem Viertel der Deutschen (24 Prozent) wollen genauso viele Verbraucher wie im letzten Jahr Kosmetikartikel unter den Weihnachtsbaum legen. Mit durchschnittlich 51 Euro geben sie dafür 1 Euro weniger aus. Der Handel kann mit einem Umsatzvolumen von 807 Millionen Euro rechnen. Fast genauso viele Deutsche (23 Prozent) und 1 Prozent weniger als im vergangenen Jahr wollen Lebensmittel und Getränke verschenken und wenden dafür 44 Euro (+3 Euro) auf. Somit werden hierfür insgesamt 679 Millionen Euro von den Verbrauchern eingeplant (+54 Millionen Euro).

Mit insgesamt 15 Prozent entscheiden sich genauso viele Menschen wie letztes Jahr dafür, Abos und Veranstaltungstickets zu verschenken. Mit durchschnittlich 91 Euro geben sie aber 7 Euro mehr dafür aus als 2016. Das potentielle Handelsvolumen steigt dadurch deutlich auf 910 Millionen Euro (+98 Millionen Euro) an.

Die kleinen silbernen Scheiben stehen nicht mehr so hoch im Kurs. Zwar entscheiden sich mit 14 Prozent genauso viele Deutsche für CDs/DVDs/Blue-rayswie im letzten Jahr. Allerdings geben sie mit 32 Euro 4 Euro weniger dafür aus. Für den Handel ergibt sich daraus ein Umsatzvolumen von 291 Millionen Euro (-35 Millionen Euro).

Uhren und Schmuck stehen bei etwa jedem Achten (12 Prozent, -1 Prozent) auf der Geschenkeliste. Sie sind jedoch bereit, in diesem Jahr durchschnittlich 126 Euro für Produkte dieser Art auszugeben. Das sind 9 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Für den Handel steigt dadurch das Umsatzpotential leicht um 8 Millionen Euro auf 963 Millionen Euro.

Verbraucher finden zeitigen Verkaufsstart von Weihnachtsartikeln nicht gut

Insgesamt 18 Prozent der Verbraucher haben in diesem Jahr bereits im August Weihnachstgebäck oder -süßigkeiten im Handel bemerkt. Dieser frühe Start des „Weihnachtsgeschäfts“ gefällt jedoch (84 Prozent von ihnen nicht. In der ersten Septemberhälfte haben bereits fast sechs von zehn Deutschen Weihnachtsartikel im Handel gesehen. Doch auch drei Viertel von denen, die in der ersten Septemberhälfte zum ersten Mal Weihnachtsartikel entdeckten, finden das deutlich zu früh.

Lediglich 13 Prozent der Befragten finden es richtig, die Weihnachtssaison im Oktober zu starten. Zwei von drei Deutschen (66 Prozent) halten den November für den richtigen Zeitpunkt. Ebenfalls 13 Prozent sagen sogar, sie möchten Weihnachtsgebäck und -süßigkeiten erst im Dezember kaufen können. Allerdings greift gut jeder zehnte Deutsche (11 Prozent) bereits im August oder September und rund jeder Dritte spätestens im Oktober zu den ersten weihnachtlichen Süßigkeiten. Doch geben sieben von zehn Befragten (70 Prozent) an, zum Zeitpunkt der Studie Ende Oktober noch keine Weihnachtsleckereien erstanden zu haben.

Mehr als die Hälfte kauft auch im Internet Geschenke

Geschenke im Internet zu bestellen, ist weiterhin sehr beliebt. Insgesamt wollen 53 Prozent der Deutschen mindestens ein Geschenk im Internet erwerben. In den meisten der von GfK untersuchten Produktbereichen steigt die Anzahl der Personen, die Geschenke nicht nur im stationären Handel, sondern auch online einkaufen möchten.

Spitzenreiter beim Interneteinkauf sind nach wie vor Abos und Veranstaltungstickets. Insgesamt 74 Prozent derjenigen, die solche Geschenke einplanen, wollen diese auch im Internet kaufen. Den größten Zuwachs verzeichnen mit einem Plus von 8 Prozent (65 Prozent) Smartphones und Smartwatches. Dagegen sinkt der Anteil der Befragten, die PC, Notebooks oder Tablets auch online kaufen möchten, am stärksten: um ebenfalls 8 Prozent (59 Prozent).

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Die GfK mit Sitz in Nürnberg ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut, derzeit weltweit die Nummer fünf der Branche. Die GfK ist seit März 2017 im mehrheitlichen Besitz (96,7 %) des Investmentfonds Acceleratio Capital N.V., einer Holdinggesellschaft des amerikanischen Private Equity-Konzerns Kohlberg Kravis Roberts & Co..

Das Unternehmen erhebt die Einschaltquoten für das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Haßloch dient als durchschnittlicher Ort als Testmarkt für das Instrument GfK BehaviorScan, mit dem vor allem die Wirkung von Fernsehwerbung untersucht und die Neueinführung von Produkten simuliert wird. Vom Unternehmen wird unter anderem auch der GfK-Konsumklimaindex errechnet.

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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