DEG beteiligt sich an ostafrikanischem Online-Händler Copia Global

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH stellt dem ostafrikanischen Online-Handelsunternehmen Copia Global Inc. (Copia) Beteiligungskapital in Höhe von 7,5 Mio. USD zur Verfügung. Das neue Kapital ermöglicht es dem Unternehmen, sein Kerngeschäft weiter auszubauen, die panafrikanische Expansion voranzutreiben und sein Produktportfolio um integrierte Finanzdienstleistungen zu erweitern. Das Finanzierungsvolumen beläuft sich insgesamt auf ca. 50 Mio. USD. Zu den weiteren Investoren gehören die US-amerikanische Entwicklungsbank DFC, Goodwell Investments, Lightrock und Zebu Investment Partners.

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pixabay.com ©ean254 (Creative Commons CC0)

Mix aus eigener Infrastruktur und mobilen Technologien, um afrikanischen Massenmarkt zu erreichen

Bis heute haben 750 Millionen Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen in Afrika nur eingeschränkt Zugang zu Waren des täglichen Bedarfs oder müssen lange Wege und hohe Preise dafür in Kauf nehmen. Copias Erfolgsrezept ist ein Mix aus Kundenorientierung, eigenem Liefersystem, Einsatz von Technologien und einem einzigartigen Zwischenhändlermodell: Tausende ortsansässige und überwiegend weibliche Kleinstunternehmer wie Kioskbesitzer oder Friseure fungieren als Anlaufstelle für Copia-Kunden, die hier ihre Waren bestellen und in Empfang nehmen können. Die Kunden können so auch ohne eigenes Bankkonto, Internetanschluss oder Lieferadresse am Mobile-Commerce teilnehmen.

“Wir investieren mit Copia in ein Unternehmen, das mit seinem besonderen Mobile-Commerce-Geschäftsmodell zahlreichen Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen in Afrika Zugang zu einer besseren Versorgung ermöglicht. Darüber hinaus stellt die Plattform diesen Kunden dringend benötigte Finanzdienstleistungen zur Verfügung,” erklärt Monika Beck, Mitglied der DEG-Geschäftsführung.

Bessere Versorgung auf dem Land und finanzielle Inklusion

Wie wichtig der digitale Handel ist, zeigte sich in Zeiten der Corona-Pandemie, in denen Copia seinen Kundenstamm und seine Umsätze deutlich steigern konnte. Derzeit versorgt das Unternehmen mehr als eine Million Menschen mit preiswerten Waren des täglichen Bedarfs, etwa Haushaltswaren, Medikamente, Elektronik oder einfache Werkzeuge.

Im vergangenen Jahr hat Copia sein Angebot um integrierte FinTech-Dienstleistungen erweitert, etwa Betriebsmittelkredite für Zwischenhändler, die das Unternehmen über einen digitalen Kanal managt. Auch regional soll expandiert werden: Gestartet im Jahr 2013 in Kenia, ist Copia inzwischen in ganz Kenia und Uganda aktiv, weitere Länder sollen folgen. Im Zuge der Expansion des Unternehmens werden weitere Arbeitsplätze entstehen und lokale Einkommen generiert.

Tim Steel, CEO von Copia Global ergänzt: “Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der DEG in dieser wichtigen Wachstumsphase. Das gilt umso mehr, als wir unsere FinTech-Dienstleistungen für den weitgehend unterversorgten afrikanischen Verbrauchermarkt der mittleren Einkommensschicht weiter ausbauen.”

Für den Aufbau seines “Letzte-Meile”-Liefersystems und der technologischen Infrastruktur hatte die DEG Copia im Jahr 2018 bereits Mittel aus dem Förderprogramm “Up-Scaling” zur Verfügung gestellt. Mit diesem aus DEG-Mitteln finanzierten Programm können innovative Pionierinvestitionen in Entwicklungsländern gefördert werden, die in der Aufbauphase sind. Im Erfolgsfall des Investitionsvorhabens werden die DEG-Mittel zurückgezahlt.

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