Logistik-Technologie: Amazon hat ein fliegendes Warenhaus patentiert

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In Zukunft sollen Drohnen die Paketzustellung auf der letzten Meile übernehmen. Wie das funktionieren soll, veranschaulichte Amazon kürzlich in London. Allerdings sind die Pläne des US-amerikanischen Unternehmens weitaus ambitionierter, wie ein Patent aus April beweist. Ihm zufolge arbeitet der Internetriese an einer ausgefeilten Infrastruktur.

Amazon investiert derzeit viel in die Logistik-Technologie und experimentiert mit Drohnen. Die ersten setzte der Internetriese erst kürzlich in London ein, wo die unbemannten Fluggeräte mehrere Kunden belieferten. Dass sie in den nächsten Monaten regelmäßig zum Einsatz kommen, ist jedoch unwahrscheinlich. Noch fehlt die dafür nötige Infrastruktur. Außerdem herrschen in den USA zum heutigen Zeitpunkt gesetzliche Regelungen, die diese Art der Paketzustellung weitaus einschränken. Dennoch hat Amazon vorgesorgt, falls sich die Bedingungen in Zukunft ändern. Wie jetzt bekannt geworden ist, ließ der Online-Gigant schon im April ein fliegendes Warenhaus patentieren, das als Drohnenbasis dienen soll.

Funktionsweise

In dem Patent spricht Amazon von einem „Airborne Fulfillment Center“ (AFC) und skizziert ein riesiges Zeppelin, das in einer Höhe 13 Kilometer über der Erde schwebt. Um es mit Waren und Drohnen zu versorgen, fliegen regelmäßig Luftschiffe nach oben. Diese starten von einer Relais-Station, zwischen der und dem Warenhaus zusätzlich Personal-Shuttles pendeln sollen, damit Amazon-Mitarbeiter im AFC arbeiten können. Ihre Arbeit besteht darin, Drohnen zu bestücken, sobald eine Bestellung eingeht. Daraufhin lassen sie die unbemannten Luftfahrzeuge starten und die jeweiligen Pakete zum Empfänger bringen. Nach der Zustellung fliegen diese zur Relais-Station, von wo aus es wieder nach oben zum „Airborne Fulfillment Center“ geht.

Datenaustausch zwischen AFC, Drohnen und Personen-Shuttles

Damit die Fluggeräte auf die Wetterbedingungen und Windgeschwindigkeiten gut vorbereitet sind, will Amazon sie technisch verbinden. Auf diese Weise sollen AFC, Drohnen und Personen-Shuttles permanent Daten austauschen und einen einwandfreien Arbeitsablauf garantieren. Sollte der Internetriese aus Seattle diese Pläne tatsächlich realisieren, setzt es in der Logistik-Branche einen Meilenstein, wie er es vor mehr als zwanzig Jahren im Online-Handel tat. Doch noch ist es nicht sicher, ob Amazon seine Ideen verwirklicht. Dafür fehlen die nötigen Informationen, zumal sich das Unternehmen bislang nicht zum Patent geäußert hat.

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