Studie: Wie passen sich Unternehmen an den Anstieg sozialer Bewegungen an?

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Soziale Bewegungen waren in den letzten Jahren stärker verbreitet als je zuvor. Mit Kampagnen wie #Metoo und Black Lives Matter, die in den sozialen Medien und darüber hinaus die Hauptbühne einnahmen, und dem Wandel der Verbraucher hin zu „Belief-Driven Buyers“ (64%), ist es keine Überraschung, dass Marken zu Marketingkampagnen für soziale Bewegungen greifen.

Sortlist hat eine Umfrage unter 800 europäischen Marketingmanagern durchgeführt, um herauszufinden, was die wahren Absichten von Marken sind, wenn es um soziale Bewegungen geht. Glauben die Marken wirklich an die Aktionen, die sie fördern, oder ist es nur eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen?

Hier sind einige der wichtigsten Ergebnisse:

  • In Deutschland stehen die Werte der Marke an erster Stelle: Eine der ersten Fragen befasste sich mit den wichtigsten Gründen, warum Unternehmen für soziale Bewegungen werben. Für die meisten europäischen Manager stehen die Werte der Kunden an erster Stelle, aber nicht in Deutschland. Deutsche Unternehmen würden eher für eine soziale Bewegung werben, die die Werte der eigenen Marke widerspiegelt, als die des Kunden.
  • 59% der Unternehmen würden nicht mehr mit Partnern zusammenarbeiten, die ihre Werte nicht teilen: Nach dem Gegenbeispiel des Boykotts von Lego und Shell sind die Unternehmen viel sensibler, mit wem sie zusammenarbeiten. Für die Mehrheit der europäischen Unternehmen spielen die Werte des Partners eine große Rolle.
  • 60% der Marketingverantwortlichen testen Kampagnen vor dem Launch mit einer dritten Partei: Eine schlechte Kampagne bedeutet nicht mehr nur ein bisschen schlechte Werbung, sondern kann zu einem echten Boykott seitens der Verbraucher und immensen Umsatzeinbußen führen. Heutzutage halten die Mehrheit der Marketingverantwortlichen es für wichtig, eine Kampagne vor dem Start von einem weiteren Paar Augen betrachten zu lassen.
  • 87% der deutschen Unternehmen geben an, dass sie es wichtig finden, ihre Kunden zu sensibilisieren: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen ist der Meinung, dass Bildung für die Lösung sozialer Probleme sehr wichtig ist. Außerdem wäre die Mehrheit der Unternehmen bereit, mit Fachleuten für Workshops und Schulungen zusammenzuarbeiten.
  • „Jeder ist verantwortlich“, sagen 31% der deutschen Unternehmen: Während Unternehmen aus anderen Ländern der Ansicht sind, dass die Verantwortung für die Beobachtung sozialer Bewegungen sowohl intern als auch extern bei den Personalabteilungen liegt oder sogar eine eigene Position darstellt, sieht es in deutschen Unternehmen etwas anders aus. Die Mehrheit der deutschen Befragten gab an, dass es die Aufgabe aller ist, die sozialen Bewegungen im Auge zu behalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meisten Unternehmen sowohl das positive als auch das negative Potenzial sozialer Bewegungen für ihr Geschäft erkannt haben, aber für die meisten von ihnen ist dies noch Neuland. Auch wenn die Unternehmen bereit sind, sich mit sozialen Themen zu beschäftigen oder planen, ihre Strategie in Zukunft zu ändern, sind die meisten europäischen Unternehmen noch nicht soweit.

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