E-Commerce Verkäufe in Deutschland stabilisieren sich auf hohem Niveau

©AfterPay – Arvato

In Deutschland hat sich nach einem rapiden Anstieg im April das Wachstum im E-Commerce im Mai stabilisiert. Gleichzeitig stellen Verbraucher höhere Anforderungen an den Onlinehandel, vor allem da das Wachstum von Vielkäufern getrieben wurde. Dies ergibt die seit Beginn der Pandemie kontinuierlich erhobene Umfrage “AfterPay Insights“, durchgeführt vom Finanztechnologieunternehmen AfterPay, einem Tochterunternehmen des Finanzdienstleisters Arvato Financial Solutions.

Mehr als ein Drittel (36 Prozent) höher als vor Ausbruch des Coronavirus lag das Niveau der online getätigten Käufe im Mai in Deutschland. Allein zwischen der ersten und zweiten Aprilhälfte legten die Onlinekäufe um mehr als die Hälfte zu (Anstieg von 15 auf 36 Prozent). Interessant hierbei: Während die Deutschen im April vor allem wegen geschlossener Restaurants und Geschäfte sowie der Vermeidung von Zusammentreffen mit anderen Menschen ihre Einkäufe ins Internet verlagerten, war der Hauptgrund für das vermehrte Onlineshoppen im Mai vor allem Bequemlichkeit.

Mehr als die Hälfte aller Onlinekäufe von Heavy Shoppern getätigt

Eine entscheidende Erkenntnis für den E-Commerce ist die Bedeutung der sogenannten “Heavy Shopper”, die mehr als fünfmal innerhalb von zwei Wochen etwas online bestellen. Ihr Anteil stieg in Deutschland von zehn Prozent vor der Pandemie auf 18 Prozent bis Ende Mai. Obwohl diese Käufergruppe den kleinsten Anteil an der Gesamtheit der Onlinekäufer hierzulande ausmacht, sind sie für mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Käufe im Internet verantwortlich – und folglich eine für Händler wichtige Zielgruppe. Für die Verbrauchergruppe der Heavy Shopper sind insbesondere kurze Lieferzeiten, eine zuverlässige Lieferung und die Sicherheit des Webshops bei der Wahl eines Anbieters wichtig. Ein Blick auf die Gesamtheit der deutschen Internetkäufer zeigt, dass auch für sie mit 31 Prozent die Sicherheit des jeweiligen Onlineshops ein wichtiges Kriterium ist. Je rund ein Drittel (34 Prozent) der Befragten gaben zudem an, den Händler zu bevorzugen, der die “niedrigsten Preise” anbietet oder bei dem sie in der Vergangenheit schon einmal bestellt haben.

Niedrigster Preis ist ausschlaggebender Kaufgrund

Insgesamt ist aus den Umfrageergebnissen ersichtlich, dass die Verbraucheranforderungen gegenüber den Händlern seit Ende März zugenommen haben. Das Auswahlkriterium “niedrigster Preis” und die Sicherheit der Website haben hierbei den stärksten Bedeutungszuwachs verzeichnet. Die wichtigere Rolle der Preise könnte auf die Bedenken hinsichtlich der persönlichen Finanzen der Konsumenten zurückzuführen sein. Die strafferen persönlichen Finanzen wurden im Mai mit 38 Prozent als häufigster Grund genannt, warum Verbraucher ihre Onlinekäufe reduziert haben. Zudem sorgen sich 24 Prozent der Befragten, sich durch Pakete mit dem Virus zu infizieren.

Niveau der Onlinekäufe dürfte im Juni stabil bleiben

Ein durchaus erfreuliches Bild für Onlinehändler zeichnet die Umfrage im Hinblick auf die aktuellen Kaufabsichten für Juni: Während 16 Prozent der Befragten im Juni planen mehr im Vergleich zum Vormonat zu kaufen, wollen 69 Prozent weiterhin gleich viele und nur 13 Prozent weniger Onlinekäufe tätigen. Folglich dürften die Onlinekäufe weiterhin auf dem Niveau von rund 36 Prozent verbleiben – obwohl die meisten lokalen Geschäfte ihre Tätigkeit bereits wieder aufgenommen haben.

“Die deutschen Verbraucher haben schon früh begonnen verstärkt auf Onlinekäufe zu setzen, um physische Begegnungen in Geschäften zu vermeiden. Ende Mai kauften sie aber hauptsächlich aufgrund der Bequemlichkeit online ein. Auch die Preisvorteile bei Onlineangeboten haben hierzu beigetragen”, erläutert Alexander Scheibel,Director Product AfterPay, die Ergebnisse. “Ein Grund weniger Waren online zu erwerben liegt für die Deutschen darin, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Situation ihre Ausgaben begrenzen. Im April lag die Ursache hierfür noch in den gesamtwirtschaftlichen Bedenken. Es sieht so aus als würden die Verbraucher zunehmend auf ihr eigenes Portemonnaie schauen und von einem ‘Wir’-Modus in einen ‘Ich’-Modus wechseln.”