Amazon steigt ins Online-TV-Business ein

Der Online-Händler Amazon steigt in das Rennen um den heiß begehrten Online-TV-Markt ein. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderkreise berichtet, arbeitet das größte Internet-Versandhaus der Welt schon seit einiger Zeit an einem hauseigenen Abo-Service, der seinen Kunden Filme und TV-Shows aus dem Internet anbietet. In den vergangenen Wochen sei der neue Dienst hinter verschlossenen Türen zahlreichen Medienunternehmen wie NBC Universal, Time Warner, Viacom oder News Corp. präsentiert worden, die als Content-Lieferanten gewonnen werden sollen, so die Quelle.

Bislang ist dagegen noch unklar, welche Kooperationspartner Amazon für sein geplantes Internet-TV-Angebot mit ins Boot holen kann. Fest steht lediglich, dass das Geschäftsmodell, das dem Service zugrunde liegt, auf einer vorab festgelegten Abogebühr basieren soll. Diese erlaubt Nutzern einen unlimitierten Zugriff auf die erworbenen Inhalte. Genauere Einzelheiten zur Höhe des Abonnement-Preises und zur Länge des Abonnement-Zeitraums sind bisher allerdings nicht bekannt.

Auch was den konkreten Start-Termin des On-Demand-Videodienstes betrifft, hüllt sich Amazon noch in Schweigen. Eine entsprechende pressetext-Anfrage bei Amazon blieb erfolglos. Den Insiderinformationen zufolge könnte ein Start – vorausgesetzt, es werden genug Content-Partner gefunden – aber schon rechtzeitig zur kommenden Weihnachtssaison möglich sein.

Das inhaltliche Angebot des Services wird sich aller Voraussicht nach eher aus älteren Produktionen aus den Archiven der kooperierenden Medienunternehmen zusammensetzen. Auf diese Weise hofft Amazon, auch Partner mit an Bord holen zu können, die einer Verteilung ihrer lizenzierten Inhalte über das Internet eher kritisch gegenüber stehen. Bei Archivmaterial sind diese Bedenken grundsätzlich nicht so stark ausgebildet.

Ob und wann der Amazon-TV-Service tatsächlich der Öffentlichkeit vorgestellt und dem Endverbraucher zur Verfügung stehen wird, werden wohl erst die kommenden Monate zeigen. Um sich auf einem vielversprechenden Zukunftsmarkt im Wettrennen der Giganten mit Google und Apple behaupten zu können, wird sich aber auch Amazon gehörig anstrengen müssen.


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