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Verbraucherschützer warnen: Schnell-Lieferungen können sehr teuer werden

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Beim Einkauf im Internet möchten viele Kunden ihre Waren so schnell wie möglich erhalten. Wer seine Bestellung am Folgetag in Empfang nehmen will, zahlt meist ordentlich drauf. Das ist das Resultat einer Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in 50 umsatzstarken Web-Shops.

Verbraucherschützer warnen: "Eillieferung" können sehr teuer werden

Verbraucherschützer warnen: „Eillieferung“ können sehr teuer werden

Für ungeduldige Kunden steigern immer mehr Shops das Liefertempo. Doch lassen sie sich dann auch ordentlich dafür bezahlen.

Das Ergebnis der Untersuchung zur Expresslieferung

Knapp 50% der Shops bot ihren Kunden für „Artikel auf Lager“ eine Paketzustellung am folgenden Tag an. Die Preise für den Aufschlag zu den üblichen Versandkosten variierten dabei zwischen 4 Euro (Esprit) und 16 Euro (Cyberport). In den meisten Fällen musste man 10 Euro bezahlen.

Amazon war ein Sonderfall, denn Amazon vereint treue Kunden im Prime-Programm. Mitglieder erhalten für 49 Euro jährlich das Gros der Artikel ohne Aufpreis am Folgetag, manche Artikel noch am gleichen Tag. Nicht-Prime-Mitglieder zahlen 6 Euro je Paket.

Besteller im Technikshop Redcoon konnten die Expresslieferung nur telefonisch in Auftrag geben, die dann lediglich per Nachnahme (+12 Euro zusätzlich) bezahlt werden konnte. Für jede schnelle Redcoon-Lieferung fallen dann insgesamt Kosten in Höhe von 26,99 Euro an.

Ein weiteres Problem

Kunden sahen sich immer wieder abweichenden Regeln gegenüber. Das zeigte ein Blick in die Lieferbedingungen des jeweiligen Versenders.

Bei 15 Shops musste der Auftrag bis spätestens 14 Uhr eingegangen sein, um noch am nächsten Tag beim Empfänger anzukommen. Esprit, Real und Heine etwa setzten sogar 11 bis 12 Uhr als Limit.

In 8 Shops konnten Käufer bis 16 oder 18 Uhr bestellen, um die Ware noch am nächsten zu erhalten. Notebooksbilliger versprach Bestellungen, die bis 22 Uhr aufgegeben werden, am nächsten Tag bis 12 Uhr auszuliefern. Die Mehrheit der anderen Web-Shops dagegen wollte sich zeitlich nicht festlegen.

„Same-Day-Delivery“, also die Lieferung am selben Tag, ist die aktuellste Lieferoption

Bei 6 der untersuchten Anbieter ließ sich dieses Angebot, allerdings mit vielen Einschränkungen, schon buchen.

Saturn und Media Markt etwa offerierten die Zustellung binnen 3 Stunden für 14,95 Euro. Voraussetzung: Die Lieferadresse durfte nicht mehr als 14 Kilometer von dem am Service teilnehmenden Markt entfernt liegen. Für vorrätige Artikel war eine Express-Bestellung bis 16:15 (Media Markt), bzw. 16:45 Uhr (Saturn) möglich. Ausgeschlossen waren Filme mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren sowie der Aufbauservice.

Bei Alternate funktioniert die taggleiche Lieferung nur „in Ballungsgebieten“ für 9,95 Euro zwischen 18 und 22 Uhr. Cyberport grenzte seinen „Eilt-Lieferservice“ auf 10 Städte bundesweit ein und berechnete dafür pauschal 14,99 Euro.

Amazons Evening-Express ist zwischen 18 und 21 Uhr in „14 Metropolregionen“ verfügbar.

Amazons Evening-Express ist zwischen 18 und 21 Uhr in „14 Metropolregionen“ verfügbar. Für Prime-Mitglieder brachte er „qualifizierte Bestellungen ab 20 Euro“ gratis. Für billigere Artikel zahlten Prime-Mitglieder einen Aufschlag von fünf Euro je Artikel. Nicht Prime-Mitglieder zahlen immer 9,99 Euro je Lieferung für den Tages-Service. Amazon bietet auch einen „Morning-Express“ an, bei dem Bestellungen bis 12 Uhr am Folgetag beim Empfänger ankommen. Fünf Euro je Artikel extra kostete dieser Dienst für Prime-Mitglieder.

Für eine „Eil-Lieferung am gleichen Tag“ bei Conrad strich der Elektronik-Shop „1,18 Euro je Kilometer“ mindestens jedoch 32,50 Euro ein. Für die Lieferung „in drei Stunden“ erhöhte sich die Kilometerpauschale sogar auf 1,43 Euro. Angeboten wurde dabei eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern zur nächsten Conrad-Zweigstelle. Wer den „Drei-Stunden-Service“ in Anspruch nahm, bezahlte so im teuersten Fall ganze 214,50 Euro. Aber auch die 500-Euro-Grenze konnte bei Conrad erreicht werden und zwar für Bestellungen, die weit entfernt von der Zentrale in der Oberpfalz den „Blitzlieferservice“, der für Conrad-Kunden Tag und Nacht, an Sonn- und Feiertagen bereitsteht, wählte.

Falls die Ware nicht pünktlich ankomme, sollten Kunden die Mehrkosten für den Versand zurückerhalten. Eine solche Garantie gaben auch Amazon, Otto und Redcoon.

Die Verbraucherzentrale macht darauf aufmerksam, dass jeder, der schlechte Erfahrungen mit der Auslieferung eines Express-Pakets gemacht hat, seinen Ärger auch bei der Verbraucherzentrale loswerden kann. Die Verbraucherschützer sammeln gezielt Beschwerden über Paketdienste und fordert Unternehmen zur Stellungnahme auf (www.paket-ärger.de).