Wird das E-Commerce-Geschäft den stationären Handel ersetzen?

Nach dem Rückschlag im Jahre 2000, als die New Economy wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel, ist das E-Commerce-Geschäft wieder auf dem Vormarsch. Unternehmen wie der Multichannel Händler Koffer-Arena bieten über ihren Online-Shop Koffer, Rucksäcke und Taschen an. Oder denken Sie an Online-Versandhäuser wie Zalando und Quelle, die dem Nutzer ein großes Sortiment an  Waren anbieten. Wird in Zukunft die Bedeutung des E-Commerce steigen? Wir gehen der Frage in diesem Artikel nach.

Die Zukunft des stationären Einzelhandels

Der Einzelhandel hat mit mehreren Problemen zu kämpfen. Bis zum Jahr 2030 soll die Bevölkerung von 81,8 Millionen auf 77,4 Millionen Menschen sinken. Die Einkommen der Haushalte sollen bis dahin nur leicht ansteigen, beziehungsweise stagnieren. Die Umsätze werden folglich zurückgehen. Ein weiteres Problem stellt die Konzentration in bestimmten Standorten dar. Discounter ersetzen lokale Lebensmittelgeschäfte und große Ketten verdrängen die Fachgeschäfte. Das wachsende Online-Geschäft ist ein weiteres Problem für den stationären Einzelhandel.

Die Umsätze im stationären Einzelhandel werden bis 2020 zurückgehen. Der Online Handel wird sich hingegen mehr als verdoppeln.
Bildquelle: Eigene Darstellung.

 

Bis zum Jahr 2015 soll das E-Commerce-Geschäft knapp 50 Milliarden Euro in Deutschland umsetzen.
Bildquelle: Eigene Darstellung.

Als Unternehmen darf man sich dem E-Commerce nicht verweigern. Der Trend ist ungebrochen und bereits jetzt gilt es sich entsprechend zu positionieren.

Die Blase platzt und alles was bleibt, ist…

Das Jahr 2000 begann verheißungsvoll, denn der Deutsche Aktienindex schaffte den Sprung über die Marke von 8.000 Punkten und der Nemax kletterte auf den Höchststand von 9.666 Punkten.

Im Jahr 2000 platzte die DotCom-Blase und der DAX fiel auf die Marke von 2.000 Punkten.
Bildquelle: Yahoo, plus Bearbeitung durch die eigene Redaktion.

In der Phase vor 2000 keimte das Online-Business langsam auf und Euphorie machte sich breit. Start-Ups schossen aus dem Boden und die großen Konzerne übernahmen ein Unternehmen nach dem anderen. Der Online-Riese AOL kaufte für 4,2 Milliarden US-Dollar Netscape. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Fehlinvestition handelte. Die Bürger sollten am Hype teilhaben und aus diesem Grund wurde die Telekom-Aktie als Volksaktie angepriesen. Als die Blase platze, verloren die Anleger Millionenbeträge. Der Tierfutter-Händler pets.com verlor innerhalb weniger Monate rund 300 Millionen Euro an Wert.
Die DotCom-Blase brachte nicht nur schlechtes hervor…
Die Stimmung der Anleger war während des neuen Marktes hervorragend. Es wurden neue Technologien getestet und ein Bewusstsein bei der Bevölkerung geschaffen. Am Ende blieben Unternehmen wie Amazon und Ebay übrig.
Laut Boersenpoint möchte die Bundesregierung den neuen Markt wiederbeleben und es jungen Unternehmen ermöglichen, einfacher an die Börse zu kommen. Unternehmen wie Facebook oder WhatsApp (jüngst von Facebook akquiriert) erreichen Milliarden-Bewertungen. Im Gegensatz zu 2000 sind die meisten Unternehmen profitabel und solide aufgebaut.
Fazit zum E-Commerce und stationären Einzelhandel
Mit der DotCom-Krise können Skeptiker nicht mehr argumentieren, denn diese ist unlängst überwunden und brachte den Stein erst ins Rollen. Mittlerweile erleben wir in Deutschland eine neue E-Commerce-Ära. Nur diesmal mit soliden Geschäftsmodellen. Wenn der Einzelhandel sich nicht etwas einfallen lässt, wird der E-Commerce zunehmend wachsen. Ob er den Einzelhandel komplett verdrängt, bleibt wohl eher unwahrscheinlich.


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