Cross-Border Commerce Europe stellt Blue Paper zum Thema „Grünen Lieferketten im europäischen E-Commerce 2021/2022“ vor

Cross-Border Commerce Europe (CBCommerce), die Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden Online-Handels in Europa, veröffentlicht ihr neuestes Blue Paper, das Erkenntnisse aus sieben Wissens- und Brainstorming-Sitzungen von Führungskräften führender globaler Einzelhandelsunternehmen zusammenfasst. Diese Führungskräfte, unter anderem von L’Oréal, Kering und Adidas, bilden die „Cross-Border Commerce Europe Green Supply Chain High Level Group“.

pixabay.com ©ejaugsburg (Creative Commons CC0)

Der Bericht, der auf der CBCommerce-Website erhältlich ist, ist bewusst provokativ gehalten, um die Dringlichkeit widerzuspiegeln, radikale Innovationen anzuregen und wirksame Verbesserungen der Nachhaltigkeit in der E-Commerce-Branche voranzutreiben.

Die Corona-Pandemie löste tiefgreifende Veränderungen im Verbraucherverhalten aus und führte so gleichzeitig zu einem explosionsartigen Anstieg der Online-Käufe und einem Kapazitätenengpass im Bereich Transport und Logsitik. Das zeigt, wie anfällig die E-Commerce-Märkte für externe Störungen sind.

Der Klimawandel wird zur Zerreißprobe. Die Auswirkungen des Online-Handels sind nicht mehr von der Hand zu weisen, denn Transport und Logistik sind für fast 25 % aller europäischen Treibhausgasemissionen (THG) verantwortlich. Da die Verbraucher glaubwürdige Maßnahmen in diesem Bereich erwarten, werden neue Rechtsvorschriften wie das EU-Paket „Fit for 55“ die Unternehmen des elektronischen Handels dazu verpflichten, proaktiv tätig zu werden und die Nachhaltigkeit ihrer Lieferkettennetze zu verbessern.

Das 20-seitige Blue Paper zur Grünen Lieferketten ist das Ergebnis von sieben Brainstorming-Sitzungen am runden Tisch, an denen acht internationale Führungskräfte aus dem Einzelhandel (L’Oréal, Kering, Adidas, BioMérieux, Beachbody, Carrefour, Lego und Nespresso) teilnahmen, die die verschiedenen Branchen und EU-Länder repräsentieren. Als Chairmen leiteten Sven Verstrepen von der Universität Gent und Roel Gevaers von der Universität Antwerpen die Gespräche, die unter der Schirmherrschaft unseres Wissenspartners GeoPost/DPDgroup standen, vertreten durch CSR-Direktor Dominique Mamcarz.

Folgende Themen standen auf den Tagesordnungen:

  • Entwicklung einer Nachhaltigkeitsvision und -strategie
  • Wahl eines Rahmens für die Messung und Reduzierung von Kohlenstoffemissionen
  • praktische Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit
  • Bedeutung der Kooperation in Lieferketten
  • Kommunikation mit Stakeholdern
  • Empfehlungen an politische Entscheidungsträger in der EU
  • schnelle Nachhaltigkeits-Selbstbewertung
  • Fallstudien zu Best Practise Cases

Die von den Führungskräften geäußerten Ansichten sind persönliche Einschätzungen und spiegeln nicht unbedingt die offiziellen Positionen ihrer Unternehmen wider.

Im Folgenden finden Sie einige erste Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dem Bericht. Laden Sie den vollständigen Bericht herunter, um eine detaillierte Analyse und Einblicke in Best Practise Cases zu erhalten.

  • Nachhaltigkeit muss ein integraler Bestandteil der gesamten Unternehmens- und Lieferkettenstrategie werden. Die Entwicklung einer langfristigen Vision und Strategie unter Einbezug von SMART-Zielsetzungen sollte der erste Schritt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit sein. Die Expertengruppe unterstreicht die Bedeutung einer individuellen Nachhaltigkeits-Selbstbewertung, einem Vergleich der internen „Ist“-Situation mit der angestrebten „Soll“-Performance.
  • Unternehmen, die die Nachhaltigkeit im E-Commerce vorantreiben wollen, können aus einem breiten Spektrum an Möglichkeiten wählen, ihre Lieferkettennetze umweltfreundlicher zu gestalten und Treibhausgasemissionen zu verringern. Carrefour setzt Lasermesssysteme und fortschrittliche Berechnungsalgorithmen ein, um den Mix aus schweren und leichten Gütern und den Füllgrad der Lkw zu optimieren; L’Oréal verwendet für alle SKU nur fünf Kartongrößen, die optimiert wurden, um die transportierte Luftmenge zu reduzieren.
  • Die EU führt strenge Rechtsvorschriften ein, um die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 % zu senken und bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Die Unternehmen müssen ihre Bemühungen intensivieren oder werden bestraft. Ihnen wird geraten, ihre Nachhaltigkeitsziele mit den verbindlichen EU-Vorgaben in Einklang zu bringen. In unserer Expertengruppe hat der CEO von Nespresso angekündigt, dass jede Tasse Kaffee im Hinblick auf Scope 1-, 2- und 3- Emissionen bis 2022 klimaneutral sein wird. Die GeoPost/DPDgroup hat 2016 den UN Global Compact unterzeichnet und die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer auf 2030 ausgerichteten Geschäftsstrategie „Together & Beyond“ gestellt.
  • Die Verbraucher sind in zunehmendem Maß sensibilisiert für die Umweltauswirkungen des E-Commerce. Da sie glaubwürdige Maßnahmen und eine entsprechende Kommunikation in diesem Bereich erwarten, informiert adidas umfassend und offen über seine Nachhaltigkeitsvision und -performance.
  • Die Kommunikation mit den Endverbrauchern sollte innovativ und kreativ sein, um Wirkung zu zeigen. In diesem Sinne können auch Anreize für die Verbraucher geschaffen werden, umweltfreundlichere Liefermethoden auszuwählen oder Angebote zum Ausgleich der Treibhausgasemissionen ihrer Lieferung anzunehmen.
  • Eine Grüne Lieferkette kann nur durch die enge Zusammenarbeit aller vor- und nachgelagerten Partner und ihrer Logistikdienstleister erreicht werden. Die GeoPost/DPDgroup beispielsweise investiert in europäischen Städten stark in die Elektrifizierung ihrer Flotte . Ziel ist, bis 2025 in 225 Städten ausschließlich emissionsarme Fahrzeuge einzusetzen und damit 80 Millionen EU-Einwohner zu erreichen.

Da Transport und Logistik für ca. 25 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, sollte eine Grüne-Lieferketten-Strategie auch während des COVID-bedingten Ansturms auf Händler und Logistikdienstleister eine zentrale Rolle spielen.

„Die Unternehmen des Online- Handels sind aufgefordert, ökologische Nachhaltigkeit zu einem expliziten Baustein ihrer Lieferkettenstrategie zu machen. Dies kann durch eine stärkere Zusammenarbeit aller vor- und nachgelagerten Partner und ihrer Logistikdienstleister erreicht werden. Letztere werden eine wesentliche Rolle dabei spielen, den E-Commerce-Sektor grüner zu gestalten“, bestätigen die Chairmen Sven Verstrepen von der Universität Gent und Roel Gevaers von der Universität Antwerpen.

„Dieses Blue Paper ist ein inspirierendes Dokument für E-Commerce-Unternehmen. Es regt an, Nachhaltigkeitsvisionen zu entwickeln, und ermöglicht es, dabei von den Empfehlungen und Strategien bedeutender Branchenexperten zu profitieren. Ich möchte den teilnehmenden Führungskräften des internationalen Einzelhandels, den Chairmen und unserem Wissenspartner GeoPost/DPDgroup für die gegebenen Einblicke und ihre Beiträge zu diesem mit Spannung erwarteten Überblick danken“, schließt Carine Moitier, die Gründerin von CBCommerce.

Cross-Border Commerce Europe
Beitrag teilen: